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NHL-Spieler wollen die Feiertage genießen

Eine dreitägige Spielpause ist in der Liga eine Seltenheit, entsprechend bewusst wollen die Beteiligten sie nutzen

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

An jedem Montag der Spielzeit 2017/18 wird NHL.com/de an dieser Stelle nach Themen suchen, die etwas abseits des täglichen Spielgeschehens liegen und die Themen beleuchten, die den Puls der Liga im Hintergrund bestimmen. Sportliche Krisen, ein intensiverer Blick auf die aktuellsten Themen der NHL, grundsätzliche Entwicklungen welche die Diskussionen derzeit bestimmen. Wir sorgen dafür, dass nichts davon unbeachtet bleibt.

Heute beschäftigen wir uns hier einmal näher mit der Weihnachtspause in der Liga.

Die Basketballliga NBA spielt durch. Auch die NFL nimmt im Regelfall keine Rücksicht auf die Feiertage. Die NHL hingegen legt in diesen Tagen eine Erholungspause für ihre Aktiven ein. Für drei Tage ruht der Spielbetrieb in der besten Eishockeyliga der Welt. Es entsteht eine kostbare Ruhephase für die reisestressgeplagten Spieler und Betreuer der 31 Franchises. Doch nicht nur das. Zudem dürfen in diesen Tagen der Besinnung keine Spielerwechsel vollzogen werden.

Die ideale Gelegenheit also mal den gestressten Kopf ein wenig durchzulüften und die Beine zu schonen. Wie das am schönsten gelingt, da sind die Meinungen, wie auch bei den Fans und Medienvertretern, natürlich gespalten.

Werfen wir daher hier und heute einmal einen kurzen Blick auf die Weihnachtspläne und Vorlieben einiger ausgewählter Akteure, die uns zeigen, wie vielfältig diese Liga ist.

Ein Team, das eine Erholungspause beispielsweise wieder dringend einmal nötig hatte, das sind die St. Louis Blues. Nach neun Spielen in nur 15 Tagen, waren die mentalen Reserven einiger Spieler durchaus aufgebraucht, wie sie nun im Gespräch mit der Zeitschrift 'St. Louis Post Dispatch' bestätigten.

"Wir sind ganz schön angeschlagen", sagte Verteidiger Joel Edmundson. "Es waren zuletzt viele Spiele, es wird uns also gut tun uns etwas zu entspannen und die Batterien neu aufzuladen."

 Wie könnte das besser gelingen als mit einer dreitägigen Weihnachtspause?

"Diese Tage sind die wichtigsten im ganzen Jahr. Wir feiern die Geburt von Jesus Christus. Für uns, die wir selten die Gelegenheit haben mit unseren Familien zusammen zu sein, da sind diese Stunden der Gemeinsamkeit etwas ganz wertvolles. Zusammenzusitzen und etwas Truthahn zu essen, ein paar Geschichten zu erzählen, das ist etwas worauf ich mich sehr freue."

Nach dem Morningskate am Samstag sprach Edmundson mit den Kollegen über seine Pläne für die Pause.

"Meine Eltern werden nach St. Louis kommen. Wenn sie aus Kanada kommen, dann fahren sie extra 24 Stunden dafür. Sie bleiben dann eine Woche. Das wird schön."

Das klingt nach viel Aufwand, doch es geht sogar noch aufwändiger. So bleibt Schwede Oskar Sundqvist zum Beispiel über das Fest bei seinem Landsmann Carl Gunnarsson in St. Louis, reist dafür ebenfalls extra an. "Einer muss sich ja um die Kinder kümmern. Das werde ich dann machen", lächelt Sundqvist voller Vorfreude auf diese kostbaren Stunden. Auch wollen die beiden dann an den Feiertagen mit ihren Eltern in Schweden zumindest skypen.

"Es wird dann recht viel gegessen", ergänzt Sundqvist. "Das Essen ist immer ein ganz besonderes Highlight für uns an Weihnachten."

Ähnlich gemütlich geht es ebenso im Hause von Michael Raffl von den Philadelphia Flyers zu. Im Gespräch mit NHL.com/de erläuterte er uns kürzlich seine Weihnachtspläne.

"Weihnachten feiere ich traditionell im kleinen Kreis mit der Familie. Wir verbringen den 24. Dezember zusammen, wie ich es von daheim gewohnt bin. In den USA wird Weihnachten ja für gewöhnlich erst richtig am 25. Dezember gefeiert. Meine Freundin ist hier, aber meine Eltern können diesmal leider nicht kommen. Am Tag nach Heiligabend treffen wir uns mit Jakub Voracek, meinem tschechischen Freund und Mannschaftskameraden, und seiner Familie zum gemeinsamen Mittagessen."

Nach einer bitteren 0:4-Pleite auf heimischem Eis gegen die Anaheim Ducks müssen auch die Pittsburgh Penguins bestmöglich frische Kräfte sammeln, die dreitägige Weihnachtspause für etwas Besinnung nutzen.

Das bestätigte Cheftrainer Mike Sullivan nach der Begegnung in der Pressekonferenz. Etwas 'Selbstfindung' sei angesagt, betonte der Übungsleiter dort. Nach fünf Pleiten aus den letzten sieben Spielen vor Weihnachten verwundert diese Kurzanalyse nicht.

"Meine Hoffnung ist, dass wir alle nach der Pause mit frischer Energie zurückkehren, dann konzentriert daran weiterarbeiten können, dass dieses Team in die richtige Richtung marschiert."

Auf Seiten der Anaheim Ducks waren die Beteiligten feierlicher gestimmt im Hinblick auf die beginnenden Feiertage. Brandon Montour von den Kaliforniern äußerte sich beispielsweise gegenüber NHL.com International wie folgt: "Diese Roadtrips sind lang. Als Team kommt man da gut zusammen, lernt die Teamkameraden so richtig kennen. Wir konnten kürzlich zwei Tage in New Jersey zusammen verbringen. Das ist ja nicht allzu häufig möglich."

Video: MTL@ANA: Montour trifft aus spitzem Winkel

"Aber jetzt bin ich wirklich froh, wenn ich Weihnachten wieder in Kalifornien sein kann. Da lass ich es dann sehr ruhig angehen. Jeder vom Team macht sein eigenes Ding. Ich bin in diesem Jahr erstmals an Weihnachten nicht mehr daheim bei meinen Eltern in Kanada. Das wird für mich vermutlich sehr ungewohnt sein. Aber nach den knapp zwei Wochen auf dem langen Roadtrip wird es auf der anderen Seite schön sein mal wieder etwas entspannen zu können. Wir haben in Anaheim ja Disneyland direkt um die Ecke. Dort ist es sehr schön. Ich war mit einigen Jungs vom Team schon einmal vor rund einem Monat dort."

Auch Logan Shaw, der seit November 2016 bei den Anaheim Ducks unter Vertrag steht, gegen die Penguins am Samstag rund neun Minuten Eiszeit bekam, freut sich auf die Feiertage.

"Ich freue mich jetzt meine Freundin wieder zu sehen. Sie ist ungern lange alleine zu Hause. Ich versuche mich nun mal mit anderen Dingen als Eishockey zu beschäftigen, auch wenn es eigentlich nur zweieinhalb Tage für uns sind. Zuletzt habe ich Weihnachten ja immer irgendwo unterwegs verbracht, war beispielsweise über die Feiertage in San Antonio oder Cincinnati. Diesmal wird das ganz anders sein. Darauf freue ich mich."

Der Wunsch nach etwas Entspannung und Abwechslung vom Ligaalltag war also allen genannten Protagonisten gemeinsam. Freuen wir uns gemeinsam darauf, dass sie schon in Kürze möglichst gut erholt zu unser aller Unterhaltung beitragen werden.

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