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Welche neue Gesichter gibt es an neuen Orten?

von Stefan Herget / NHL.com

Der Transfermarkt ebbte in diesem Sommer nach der ersten Juliwoche sehr stark ab. Viele Mannschaften hatten damit zu kämpfen etablierte Spieler zu halten, aber trotzdem die Gehaltsobergrenze einzuhalten. Dies schränkte die Möglichkeiten am Markt zuzuschlagen deutlich ein, was die wartenden und vertragslosen Spieler zu spüren bekamen.

In unserer schon traditionellen Serie zu Saisonbeginn „Neue Gesichter an neuen Orten“ nehmen wir die Spieler und Trainer in den Fokus, die sich zu neuen Ufern aufgemacht haben.

McDavid Hype: Hohe Vorschusslorbeeren erhält der diesjährige Nummer 1 Zug beim Draft. Connor McDavid soll der beste Nachwuchsspieler seit Sidney Crosby sein und seine Dienste sicherten sich die Edmonton Oilers, die auf der Suche nach guten Centern sind, um endlich den lang erwarteten Durchbruch zu schaffen anstatt in Regelmäßigkeit an den Playoffs zu scheitern. Auf den ebenfalls neuen Trainer Todd McLellan kommt eine große, aber ebenso reizvolle Aufgabe zu, nachdem er sieben Jahre lang die San Jose Sharks gut, aber nicht zum gewünschten Stanley Cup Sieg führte.

Buffalo hofft: Eine ähnliche Konstellation wie bei den Oilers finden wir bei den Buffalo Sabres vor. Center Jack Eichel wurde als Zweiter gedraftet und soll die Sabres wieder in bessere Zeiten führen. Neu hinter der Bande ist dort Dan Bylsma, der schon erfolgreich Crosby bei den Pittsburgh Penguins zu einem Stanley Cup Sieger formte. Er muss im Trainingscamp herausfinden, wen er Eichel an die Seite stellt, um ihn gut zur Geltung zu bringen, aber ihn auch vor harten gegnerischen Verteidigern zu schützen.

Fast alles neu in Toronto: Während zehn Jahren bei den Detroit Red Wings verpasste der smarte Trainer Mike Babcock nie die Playoffs und gewann 2008 den Stanley Cup. Auch bei seiner vorherigen Station war er erfolgreich und führte die Mighty Ducks of Anaheim 2003 in das Stanley Cup Finale. Er gehört zum Triple Gold Club, weil er neben den NHL Titel auch Olympiasieger und Weltmeister wurde.

Jetzt hat er sich einer großen und reizvollen, aber ebenso schweren Aufgabe angenommen: Die Toronto Maple Leafs zurück in die Erfolgsspur zu führen. Der Erwartungsdruck ist hoch und ob das Umfeld die nötige Geduld dafür aufbringt wird sich zeigen.

An seiner Seite der neue General Manager Lou Lamoriello, das 72-jährige Urgestein der New Jersey Devils, der überraschend in die kanadische Metropole wechselte.

Seit Donnerstag der vergangenen Woche gehört auch der Österreicher Michael Grabner zum Kader der Leafs. In seinem letzten Vertragsjahr will der 27-jährige Villacher nach einigen überstandenen Verletzungen wieder zeigen was ihn ihm steckt.

Neuer Mann in Detroit: Babcocks Abgang öffnete die Tür für die Detroit Red Wings zur Beförderung von Lokalmadator Jeff Blashill, der drei Jahre sehr erfolgreich beim Farmteam der Franchise, den Grand Rapids Griffins aus der AHL, gearbeitet hatte. Viele der Spieler, die er dort trainiert und geformt hatte, gehören nun in Detroit zum Stamm. Der mit 41 Jahren derzeit zweitjüngste Trainer der NHL hat eine große Chance sich zu beweisen, aber genauso viel Verantwortung in die großen Fußstapfen des Vorgängers zu treten und dabei seine eigene Identität zu finden.

Jüngster Trainer: Eine neue Ära wird auch in New Jersey eingeläutet. Der langjährige Präsident und General Manager Lamoriello, der seit 1987 die Franchise prägte, weg und der jetzige General Manager Ray Shero machte den 40-jährigen John Hynes zum jüngsten Trainer dieser NHL-Saison. Er übernimmt eine Mannschaft, die mit nur 32 Siegen in 2014-15 um satte 20 Punkte die Stanley Cup Playoffs verfehlte. Um eine Wiederholung zu verhindern, bekam der Neue einige Zugänge in der Offensive und Defensive. Die Erwartungshaltung und die Vorgabe ist also klar, was von Hynes erwartet wird: Die erste Playoffteilnahme seit 2012, als es sogar ins Stanley Cup Finale ging.

Kessels Rolle in Pittsburgh: Stürmer Phil Kessel war einer der hochkarätigen Spieler, die im Sommer zur Dispostion standen und die Pittsburgh Penguins sicherten sich seine Dienste. Der fünfmalige mindestens 30fache Torschütze soll der Offensive um Crosby und Evgeni Malkin neuen Schub verleihen. Trainer Mike Johnston wird im Trainingscamp feilen müssen, zu wem der beiden Starcenter der prominente Neuzugang, ein Rechtsaußen, am besten passt. Das, was in den diesjährigen Playoffs passiert ist, soll auf jeden Fall nicht mehr vorkommen: In den vier Niederlagen gegen die New York Rangers in der ersten Runde konnte nur ein Tor erzielt werden. Kessels Debüt am Dienstag mit zwei Toren war zumindest vielversprechend.

Flyers’ ungewöhnliche Wahl: Die Philadelphia Flyers überraschten, indem sie bekannten Kandidaten absagten und Dave Hakstol als neuen Trainer engagierten. Die letzten elf Spielzeiten hatte er die Universität von North Dakota trainiert und ist damit der erste seit 1982 Bob Johnson, der direkt von der NCAA in die NHL wechselt. General Manager Ron Hextall kannte Hakstol, weil sein Sohn in dieser Universitätsmannschaft spielte. Die Erwartungen in der Stadt der brüderlichen Liebe sind hoch, weil ein weiteres Verpassen der Playoffs soll vermieden werden, indem der Start besser läuft als die vergangenen zwei Jahre.

Finnische Rivalität: Die Dallas Stars ergänzten ihre starke Nummer 1 Kari Lehtonen mit keinem Geringeren als den Stanley Cup Sieger von 2010 mit den Chicago Blackhawks Antti Niemi. Die Beiden kennen sich aus der finnischen Nationalmannschaft, denn sie teilten sich die Eiszeit bei Olympia 2014 in Sotschi. Es wird ein interessanter Zweikampf werden um die Gunst des Trainers Lindy Ruff, wer am Ende mehr spielen darf. Die Stars, die über eine gut besetzte Offensive verfügen werden auf gute Torhüterleistungen angewiesen sein, obwohl mit Johnny Oduya ein zweimaliger und frisch gebackener Stanley Cup Sieger für die Defensive geholt wurde.

Stanley Cup Träume: Für seinen Traum wenigstens einmal den Stanley Cup zu gewinnen verzichtet Christian Ehrhoff auf viel Geld und unterschrieb für „nur“ 1,5 Millionen Dollar Jahresgehalt bei den Los Angeles Kings. Sein neues Team verpasste als Titelverteidiger zuletzt die Playoffs und kann mit voller Kraft in die Saison starten. Die Kings gehören sicher wieder zum Favoritenkreis, aber lässt sich ein Titelgewinn in der NHL planen? Zu gönnen wäre es dem sympathischen Ehrhoff, der 2011 mit den Vancouver Canucks so knapp davor war, als nur ein Sieg fehlte und sein Landsmann Dennis Seidenberg mit den Boston Bruins triumphierte.

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