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WCOH: Europas Präsident Reindl im Interview

von Stefan Herget / NHL.com

Heute genau in einem Jahr wird der “World Cup of Hockey 2016” (17. September bis 1. Oktober 2016) beginnen, doch spätestens seit der Verkündung des Spielplanes am 9. September im Air Canada Centre von Toronto wirft die Veranstaltung bereits ihren Schatten voraus.

Das Team Europa hat mit Kanada, USA und Tschechien in der Gruppe A eine schwere Aufgabe.

Zum Präsidenten des Europa Teams wurde Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes e.V. (DEB) ernannt.

Zusammen mit General Manager Miroslav Satan (Slowakei) und Trainer Ralph Krueger (Schweiz) kümmert sich Reindl um die administrativen Belange.

Wir haben Franz Reindl in einem Telefoninterview für NHL.com/de exklusiv befragt.

Wie sind Sie zu dieser Aufgabe gekommen?

Wir wurden von Bill Daly aus der NHL und der NHLPA kontaktiert. Sie erzählten mir, dass sie mich sehr stark in den europäischen Eishockeysport integriert sehen und fragten mich, ob ich die Aufgabe als Präsident des Team Europas übernehmen möchte.

Da habe ich nicht lange überlegen müssen. Es ist mir eine riesige Ehre und eine große Freude, als ehemaliger Spieler, in solch einer Position tätig sein zu können.

Was werden Ihre Aufgaben als Präsident sein und wie gehen Sie diese an?

Wir fangen bei Null an. Deswegen haben wir erst einmal ein Management-Team mit Miro als Manager und Ralph als Trainer installiert.

Gemeinsam können wir jetzt mit der NHL und NHLPA die nächsten Schritte angehen.

Ich spreche hier von Dingen wie einer sauberen Budgetierung, der Erstellung der Spielpläne, der Rekrutierung und vor allem von einem effektiven Scouting, das ein eigens dafür einzurichtendes Team leisten wird.

Das sind die Aufgaben, die wir in Kürze strukturiert und auf dem Papier haben werden. Wir sind hoch motiviert, eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen.

Hat der DEB-Präsident so viel Zeit, eine solche Aufgabe zusätzlich zu übernehmen?

Eigentlich nicht und deswegen brauchen wir einen guten Stab.

Natürlich haben wir vom DEB, vom Weltverband IIHF sowie der NHL und der NHLPA vor allem in der Administrative die volle Unterstützung. Nun geht es darum, das Team aufzustellen und zu einer Einheit zu formen.

Das ist der zentrale Punkt. Wir brauchen eine eigene Identität, ein eigenes Logo und ein eigenes Trikot für unseren Auftritt.

Eine solche Aufgabe ist eine große Herausforderung, die gleichzeitig aber auch großen Spaß macht und dafür arbeite ich gern zusätzlich etwas mehr.

Welche deutschen Spieler sehen Sie zum jetzigen Zeitpunkt im kommenden Jahr für Team Europa auflaufen?

Wir müssen unseren Kader aus einem Portfolio von über 50 Spielern zusammenstellen. Diese kommen aus den Ländern, die nicht eigenständig am World Cup teilnehmen.

Das sind rund zwölf Nationen. Unser Ziel ist es, möglichst viele Nationen im Team zu haben. Von deutscher Seite sind es natürlich die Spieler, die fest in der NHL vertreten sind und dort zu den Leistungsträgern gehören, wie Christian Ehrhoff oder Dennis Seidenberg zum Beispiel.

Aber auch die Jungen, die jetzt nachkommen, wie Tobias Rieder, Leon Draisaitl oder Korbinian Holzer sind ein Thema.

Gerade für die deutschen Spieler ist dieser Event eine Super-Chance, sich für die WM 2017 in Deutschland zu empfehlen.

Wie sehen Sie die Chancen von Team Europa auf den Halbfinaleinzug angesichts der starken Gruppe mit Kanada und USA, sowie Tschechien?

Es ist egal, in welcher Gruppe man bei so einem Turnier spielt.

Alle Gegner sind hochkarätig, und es sind Topleute aus jeder Nation vertreten. Natürlich wird es noch emotionaler, wenn du Kanada als Gastgeber und die USA in deiner Gruppe hast.

Aber das ist die große Herausforderung und dafür wollen wir einen Geist entwickeln.

Unsere Spieler müssen sich dieser Herausforderung gemeinsam stellen und sich trotz unterschiedlicher Herkunft als Team Europa fühlen. Ziel muss es sein, aus den besten Talenten, das absolut beste Team zu formen.

Das wird die große Aufgabe für uns und vor allem für Ralph sein. Ich bin überzeugt, dass es keinen besseren dafür gibt.

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