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Wahl der Fachleute fällt auf Lundqvist

von Jeff D'Alessio / NHL.com
Achtzehn Torhüter mit europäischen Wurzeln haben in dieser Saison bereit die 10-Siege-Marke erreicht.
 
Siebzehn haben es auf mehrere Shutouts gebracht.
 
Sieben haben über 1.000 Torschüsse abgewehrt.
 
Aber bittet man die Fachleute, einen europäischen Torhüter hervorzuheben, den Sie für ein alles entscheidendes Spiel einsetzen würden, hört man immer wieder denselben Namen.
 
Wie ein Mantra...
 
Henrik Lundqvist“ ist die Wahl von Jim Craig, der 1980 im Tor stand, als es das Team der USA schaffte, den haushohen Favoriten Sowjetunion zu besiegen, ein Spiel, das als „Miracle on Ice“ (Wunder auf dem Eis) in die Annalen der Eishockeygeschichte einging. „Er verfügt über das Talent und die Persönlichkeit, die ein Torhüter meiner Meinung nach braucht.“
 
„In einem alles entscheidenden Spiel möchte ich Henrik Lundqvist in meinem Team haben“, so der zweifache ehemalige All-Star Rick Kehoe, „da man mit ihm immer die Chance auf den Sieg hat.“
 
„Ich halte Lundqvist für den aktuell besten Torhüter der Welt“, sagt der ehemalige NHL-Goalie Darren Eliot, jetzt Studiokommentator bei Spielen der Detroit Red Wings. „Er hat bei den Olympischen Spielen 2006 mit Schweden Gold geholt und so bewiesen, das er das alles entscheidende Spiel gewinnen kann. Ich würde jederzeit auf ihn setzen.“
 
Sporting News hat ein Dutzend frühere Spieler und Kommentatoren, einschließlich acht ehemalige NHL-Torhüter, gefragt, auf wen ihre Wahl zwischen sechs Finnen, vier Schweden, vier Russen, drei Tschechen und anderen europäischen Stars fallen würde, die bereits mindestens 10 Spiele in dieser Saison gewonnen haben.
 
Zehn haben sich für Lundqvist entschieden, die anderen zwei Stimmen erhielten Jaroslav Halak von den St. Louis Blues und Nikolai Khabibulin von den Edmonton Oilers.
 
Pekka Rinne von den Nashville Predators und Miikka Kiprusoff von den Calgary Flames wurden alle als gute Alternativen genannt.
 
Hier noch mehr Gründe der Fachleute für ihre Wahl:
 
HENRIK LUNDQVIST

Der frühere Star der Pittsburgh Penguins Phil Bourque wählte Lundqvist, eine „recht einfache Wahl, wenn man an seine sieben Saisons in der NHL denkt.“ Nicht zu wenig, nicht zu viel: „Die meisten anderen der europäischen Goalies sind entweder zu jung und unerfahren oder schon zu alt und auf dem absteigenden Ast.“
 
Das bestätigte auch der frühere NHL-Goalie Darren Pang: „Bei einem alles entscheidenden Spiel muss einfach alles sitzen. Henrik hat dies mit der Goldmedaille bereits bewiesen.“
 
Todd White, früherer Center der New York Rangers und Teamkollege von Lundqvist in der letzten Saison sagte, es sei Lundqvists erfolgsorientierte Grundeinstellung, die ihn zum aktuell besten Goalie mache: „Er hat einen enormen Siegeswillen. Er hasst es, wenn ein Puck an ihm vorbei ins Netz geht, sogar beim Training.“
 
Egal welchen Aspekt von Lundqvists Spielweise man analysiert, viele Experten meinen, dass er jetzt, Wochen vor seinem 30. Geburtstag, besser als zu irgendeinem Zeitpunkt seiner Karriere sei. Die früheren NHL-Torhüter Kevin Weekes, Bobby Taylor und Jacques Cloutier geben ihre Stimme ebenfalls Lundqvist,der nicht nur der Favorit für seine erste Vezina Trophy ist, sondern auch immer mehr als MVP im Gespräch ist.
 
„Ich weiß, dass er in der Vergangenheit schon stark war“, so Weekes, „aber ich bin noch mehr beeindruckt von seiner Abgeklärtheit und denke, er ist jetzt mental stärker, um auch die schwersten Belastungen und den Druck aushalten zu können, die bei immer wichtigeren Spielen der Playoffs auf ihn zu kommen.“
 
„König Henrik ist nicht nur die beste Wahl für das alles entscheidende Spiel“, so Taylor, „sondern in jedem Spiel auf dem Weg dorthin.“

JAROSLAV HALAK

Der einzige slowakische Torhüter bekam seine Stimme vom zweifachen früheren All-Star Center Bobby Holik.
 
Zwei Gründe sprächen laut Holik für ihn. „Erstens hat er sich in Situationen unter hohem Druck bereits bewährt, ich denke da speziell an Montreals Playoff-Spiele im Jahr 2010. Er war der beste Spieler in der Eastern Conference, bis Montreal ausschied. Zweitens spielt er im Moment fantastisch.“
 
Kürzlich lief es für Halak mit fünf Shutouts in 10 Spielen wahnsinnig gut, das sind zwei mehr als jeder andere Goalie in der NHL. Halak und Brian Elliott sind auf dem besten Wege, den Rekord der St. Louis Blues bei den meisten Shutouts zu knacken, der steht bei 13 und wurde in der Saison 1968-69 von Glenn Hall und Jacques Plante aufgestellt.
 
NIKOLAI KHABIBULIN

John Garrett, seines Zeichens ein All-Star-Goalie bei Vancouver in der Saison 1983, stimmte für den viermaligen All-Star aufgrund seiner beeindruckenden Leistungen in entscheidenden Spielen. Der 39-jährige Khabibulin ist für Garrett derjenige, den man bei einem Showdown im Rücken haben möchte und verwies damit auf die zwei olympischen Goldmedaillen Russlands und den Gewinn des Stanley Cups im Jahre 2004.
 
Weekes, der für seinen früheren Teamkollegen als Alternative stimmte, fügte hinzu: „Er hat alles geholt, was geht, und kann immer noch hinten alles dichtmachen.“
 
MIIKKA KIPRUSOFF

Wenn er Lundqvist nicht haben könnte, fiele die Wahl des früheren NHL-Torwarts Mike Greenlay auf den 35 Jahre alten Finnen mit Nerven aus Stahl, der ganz nebenbei auch den Rekord der Calgary Flames bei den meisten Siegen innehat.
 
„Der lässt sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen. Genau das braucht man in einem alles entscheidenden Spiel“ so Greenlay, jetzt Mitglied des Kommentatorenteams der Wilds.
 
PEKKA RINNE

Für Holik sind Lundqvist und Rinne persönlich die Alternativen zu Halak, da „sie sich in den Playoffs erst noch beweisen müssen.“
 
Pang würde Lundqvist für das alles entscheidende Spiel wählen, bei Playoffs fiele seine Wahl aber auf den 29-jährigen Rinne. „Neben seinen Fanghandschuhen und seiner Größe hat er noch eine Menge anderer Qualitäten“, so Pang, jetzt Kommentator für die Blues. „Er ist jemand, auf den man zählen kann.“
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