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Vorschau Spiel 5: Pens vor dem großen Triumph

von Stefan Herget und Marc Rösch / NHL.com

Die Bürde im Stanley Cup Finale zu stehen und nach einer langen Reise, um seine große Chance zu kämpfen, den Stanley Cup gewinnen und dann seine Leistung nicht abrufen zu können, wiegt schwer für die San Jose Sharks.

Nach der 3-1 Niederlage vom Montag im heimischen SAP Center stehen sie in Spiel 5 bei den Pittsburgh Penguins nach dem 3-1 Rückstand in der Serie mit dem Rücken an der Wand. Sicher ist, dass die Kalifornier dort noch einmal alles geben werden. Das taten sie bisher auch. Doch, ob es reicht?

Die Penguins stehen kurz vor dem ultimativen Ziel eines jeden Eishockeyspielers. Das hat einige schon gelähmt. Die Verlockung den Cup vor heimischem Publikum in die Höhe zu stemmen wird zusätzliche Kräfte freisetzen. Im Jahr 2009 machten sie ihren letzten Stanley Cup Gewinn auswärts in Spiel 7 bei den Detroit Red Wings perfekt.

Zwei Redakteure von NHL.com/de blicken voraus auf Spiel 5 und präsentieren ihre Meinung zu den einzelnen Mannschaftsteilen. Die möglicherweise schon entscheidende Partie findet in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 2:00 Uhr MESZ im Consol Energy Center von Pittsburgh statt.

Stürmer

Herget: Joe Thornton, Joe Pavelski, Logan Couture und Patrick Marleau, alle hatten am Montag ihre Torchancen und doch wieder nicht getroffen. Es kann kein Stanley Cup Finale gewonnen werden, wenn die großen Jungs nicht treffen. Hier liegt eindeutig das Manko der Sharks.

Im Gegenzug hat Evgeni Malkin seine Flaute mit einer Vorlage zum 1-0 und dem Tor zum 2-0 beendet. San Jose hat im dritten Drittel verzweifelt gekämpft, doch die Penguins waren ihrerseits kaltschnäuziger.

Vorteil: Penguins

Rösch: Er hat geliefert. Während die San Jose Sharks immer noch auf einen Punkt ihres Teamkapitäns Joe Pavelski warten müssen, konnte Pittsburghs Ausnahmestürmer Evgeni Malkin in Spiel 4 des Stanley Cup Finales seine Kritiker mit einem Tor und einem Assist zum Verstummen bringen. Auch Phil Kessel war bei den Penguins wieder einmal ein Unruheherd, wohingegen San Joses Angreifer ein ums andere Mal vor dem gegnerischen Kasten Nerven zeigten. Pavelski kam diesmal mehrmals frei zum Schuss, doch an Zielwasser hat es ihm gefehlt. Im Consol Energy Center von Pittsburgh werden es die Topstürmer der Sharks vermutlich noch schwerer haben, sich Torchancen zu erarbeiten und die wenigen, die sich ihnen bieten werden, sollten sie dann auch nutzen. Durch den 1-3 Rückstand in der Finalserie erwartet kaum noch jemand, dass die Serie noch gedreht werden könnte. San Jose kann also frei aufspielen.

Vorteil: Penguins

Verteidiger

Herget: Den Abwehrreihen der Penguins muss großer Respekt gezollt werden. Sie stören die Stürmer der Sharks unglaublich gut, blocken Schüsse, laufen mit großem Einsatz Passwege zu und checken unaufhörlich. Nicht umsonst tut sich San Jose schwer, sein Spiel aufzuziehen. Trotzdem gab es einige sehr gute Möglichkeiten für die Sharks.

Bei San Jose ist zu merken, dass hinter Brent Burns, der nicht in Hochform spielt, und Marc-Eduoard Vlasic die Luft in der Defensive dünn wird.

Vorteil: Penguins

Rösch: Die Sharks haben nicht schlecht verteidigt, doch die Penguins waren in Spiel 4 effektiver. Die Körpersprache hat bei den Kaliforniern gestimmt, hier darf man ihnen keinen Vorwurf machen. Sie warfen ihre Körpergröße in die Waagschale und suchten den Kontakt mit dem Gegner. Im Schlussdrittel ließen sie kaum noch Möglichkeiten der Penguins zu. Erst als ihr Team in den letzten Minuten der Partie auf den Ausgleich drängte und weit in der neutralen Zone stand, mussten sie nach einem Puckverlust, jenen Kontertreffer hinnehmen, der ihre Niederlage besiegelte. Mit Kris Letang und Olli Maatta waren zwei Blueliner der Penguins an zwei Treffern ihrer Mannschaft beteiligt. Sharks bester Offensivverteidiger Brent Burns zeigte zwar wieder einmal seine Qualitäten und konnte für Unruhe im gegnerischen Drittel sorgen, doch auch ihm klebte bei mancher Aktion das Pech auf dem Schläger.

Vorteil: Penguins

Torhüter

Herget: Vor Matt Murray im Tor der Penguins muss der Hut gezogen werden. Er stand nach seiner nicht ganz fehlerfreien Leistung in Spiel 3 in der Kritik und liefert in Spiel 4 eine tolle Leistung ab, wird zu Recht erster Star des Spiels. In den Playoffs hat er fünf Siege im Spiel nach einer Niederlage eingefahren. Einfach großartig für einen gerade einmal 22-jährigen Rookie.

Sharks Schlussmann Martin Jones konnte bei der Niederlage nicht viel ausrichten. Lieferte solide Arbeit wie immer. Er mag der Konstantere von Beiden sein, doch Murray könnte durch einen Cupsieg die Lorbeeren ernten.

Vorteil: Penguins

Rösch: San Joses Schlussmann Martin Jones musste sich zwar dreimal in Spiel 4 bezwingen lassen, an den Gegentoren traf ihn aber weitestgehend keine Schuld. Vor dem 0-1 wehrte Jones Kessels Schuss nach vorne, zum völlig freistehenden Ian Cole ab. 17 Paraden bei 20 Torschüssen reichen für Jones nur zu einer Fangquote von 85,0 Prozent. Nur in Spiel 4 des Conference Finales gegen die St. Louis Blues und in Spiel 3 der zweiten Runde gegen die Nashville Predators war seine Rettungsquote mit 78,9% und 84,0% noch schlechter gewesen. Dagegen war die Vorstellung von Matt Murray im Tor der Penguins bei seinem vierten Finalauftritt ohne Fehl und Tadel. Er ließ keinerlei Unsicherheit verspüren und wehrte 23 der 24 Schüsse, die auf seinen Kasten kamen, ab. Erst knapp zwölf Minuten vor Spielende musste der 22-jährige Kanadier seine Shutout-Ambitionen begraben.

Vorteil: Sharks

Special Teams:

Herget: Das vor dem Finale so starke Powerplay der Sharks stottert weiter und liegt zum großen Teil an der guten Arbeit, die die Unterzahlformationen der Penguins verrichten. Sie haben sich nahezu perfekt auf das System Schuss Burns, Abfälschung Pavelski eingestellt und Burns, gelinge gesagt, fällt nicht mehr anderes ein.

Auf der anderen Seite konnte Pittsburgh sein erstes Überzahltor der Serie verbuchen. Klassepass von Phil Kessel auf Malkin am langen Eck, der nur den Schläger hinhalten musste.

Vorteil: Penguins

Rösch: In den ersten drei Playoffrunden war das Überzahlspiel eine der stärksten Waffen der Sharks. Auch in den ersten vier Partien des Stanley Cup Finales kreierten sie ihre besten Chancen im Powerplay. Auf dem Papier sprang dabei aber nur ein Tor bei acht Überzahlsituationen heraus, was letztendlich zu wenig war. Siebenmal standen die Sharks mit einem Mann weniger auf dem Eis und überstanden diese kritischen Situationen schadlos. Beim achten Mal war es soweit, dass sich auch die Unterzahlformation der Sharks zum ersten Mal geschlagen geben musste. Die Penguins konnten sich bei ihren zwei Powerplays in Spiel 4 gegenüber den Auftritten zuvor deutlich steigern.

Vorteil: Penguins

Zusammenfassung:

Herget: Alles spricht momentan für die Penguins: 3-1 Führung, Heimvorteil, bessere Spielweise usw. Aber Eishockey wäre kein toller Sport, wenn alles vorhersehbar wäre. Die Sharks werden sich nicht so leicht geschlagen geben und noch einmal alles geben für ein weiteres Spiel zu Hause. Nur eine Mannschaft schaffte es in der langen Geschichte des Stanley Cup Finales einen 1-3 Serienrückstand noch zu drehen (1942 Toronto Maple Leafs gegen Detroit). Passiert nichts Außergewöhnliches werden die Penguins die Serie am Donnerstag abschließen.

Vorteil: Penguins

Rösch: Ich muss zugeben, dass ich lange Zeit, selbst nach dem 0-2 Rückstand, den Sharks zugetraut hatte, dass sie über die Qualität verfügen, diese Serie noch zu drehen. Mittlerweile muss man aber unumwunden zugeben, dass Pittsburgh die Partien zum Großteil kontrolliert hatte und keineswegs unverdient mit 3-1 Siegen vorne liegt. Wären wir beim Boxen, die bisher zwölf gespielten Drittel wären Runden und für jede Runde könnten zwei Punkte vergeben werden, sähe ich die Penguins mit 15-9 Punkten vorne. Um die Penguins noch vom Weg zu ihrem vierten Stanley Cup Gewinn abzubringen, bräuchten die Sharks zwar keinen Lucky Punch, aber drei Siege in Folge.

Vorteil: Penguins

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