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Vorschau: Conference Finale

von Bernd Roesch / NHL.com

Anaheim Ducks (1. Pacific, 109 Pkt.) – Chicago Blackhawks (3. Central, 102 Pkt.)

Die Chicago Blackhawks und die Anheim Ducks sind würdige Western Conference Finalisten. Beide hatten mit ihren bisherigen Playoffgegnern in der ersten und zweiten Runde relativ wenig Mühe. Die Ducks benötigten nur neun, die Blackhawks zehn von vierzehn möglichen Spielen, um in das Conference Finale einzuziehen.

Während den Kaliforniern gegen die Winnipeg Jets zum Auftakt der Stanley Cup Playoffs ein Sweep gelang, schaffte diesen Chicago im Conference Halbfinale gegen die Minnesota Wild.

Ein eindeutiger Favorit ist bei diesem Aufeinandertreffen nicht auszumachen.

In der regulären Saison konnten die Blackhawks zwar zwei von drei Partien gegen Anaheim gewinnen, Rückschlüsse auf den Ausgang dieser Finalserie sollte man daraus aber nicht ziehen. Beide Teams profitierten in den bisherigen Runden von ihren starken Offensivreihen. 19 Treffer schossen die Ducks in ihren fünf Partien gegen Calgary.

Mit durchschnittlich 3,89 Treffern pro Spiel ist Anaheim bisher das offensivstärkste Team in den Playoffs. Dem stehen die Blackhawks nur in wenig nach: Ihnen gelangen 3,20 Tore pro Playoffpartie.

In den vier Begegnungen mit Minnesota versenkten sie 13 Mal die schwarze Hartgummischeibe im Netz.

Ducks Flügelstürmer Corey Perry führt die Playoff-Scorerwertung mit 15 Zählern vor Chicagos Rechtsaußen Patrick Kane (13 Pkt.) an. Kane gelang in den letzten fünf Partien mindestens ein Treffer. In den diesjährigen Playoffs blieb der 26-jährige nur einmal, in Spiel 3 gegen die Predators, ohne Punkt. Einen Lauf hatte auch Anaheims Linksaußen Matt Beleskey, der in jedem Spiel gegen die Flames ins Schwarze traf. Von den 16 Akteuren, die alle neun Playoffpartien der Ducks bestritten haben, blieben nur zwei, Verteidiger Clayton Stoner und Rechtsaußen Tim Jackman, ohne Scorerpunkt.

Diese Unberechenbarkeit des Gegners, durch alle Reihen hindurch, könnte den Blackhawks ebenso Kopfzerbrechen bereiten, wie dessen effektives Überzahlspiel.

Annähernd jedes dritte Powerplay schlossen die Ducks mit einem Tor ab (31,0%). Im Vergleich: Die Blackhawks weisen eine Powerplayerfolgsquote von 20 Prozent aus. Hinzukommt, dass das Unterzahlspiel der Blackhawks noch verbesserungswürdig ist. 33 Mal stand das Team von Ken Hitchcock mit einem Mann weniger auf dem Eis und kassierte hierbei neun Gegentore.

Immerhin gelangen ihnen auch zwei Shorthander gegen die Wild. Eines markierte Jonathan Toews, das zweite Marian Hossa.

Auf der Torhüterposition dürfte bei den Ducks Frederik Andersen wieder gesetzt sein. Der Däne konnte weitestgehend überzeugen. Nur in zwei seiner neun Einsätze kassierte er mehr als zwei Gegentore. Auch einen Shutout, beim 3-0 Heimsieg in Spiel 2 gegen die Flames, konnte er schon für sich verbuchen.

Chicagos Schlussmann Corey Crawford kann deutlich mehr Playofferfahrung als Andersen in die Waagschale werfen. In den ersten zwei Partien gegen Nashville machte der 30-Jährige keine so gute Figur.

Die folgenden drei Partien begannen die Blackhawks mit Scott Darling im Kasten, doch Crawford kam zurück und lieferte solide Auftritte gegen die Wild ab.

Mein Tipp: Ducks gewinnen die Serie mit 4-3 Siegen

New York Rangers (1. Metropolitan, 113 Pkt.) – Tampa Bay Lightning (2. Atlantic, 108 Pkt.)

Mit einem Bein standen die New York Rangers schon im Playoffaus. In der zweiten Runde lagen sie gegen die Capitals bereits mit 1-3 Siegen hinten, konnten dann die Serie aber noch zu ihren Gunsten drehen. Das Paradestück der Rangers ist ihre Defensive mit einem alles überragenden Henrik Lundqvist im Tor.

Der schwedische Schlussmann hielt 94,4 Prozent der 355 Schüsse, die in den zwölf Playoffpartien auf seinen Kasten kamen. Im Schnitt kassierte er dabei nur 1,60 Tore pro Spiel - einfach Weltklasse!

Vergessen darf man dabei nicht die Arbeit, die seine Vorderleute verrichten. Das Spielsystem von Alain Vigneault ist stark auf die Defensive ausgerichtet und erinnert an jenes der Devils zur Mitte der 90er Jahre. Verlassen kann sich Vigneault auf seine Blueliner, sei es nun Ryan McDonagh, Dan Boyle oder Dan Girardi, um nur drei zu nennen.

Auch das Unterzahlspiel der Rangers kann sich sehen lassen: Erst drei Gegentore fingen sie sich mit einem Mann weniger auf dem Eis ein (89,3%). Verbesserungswürdig ist jedoch das Überzahlspiel: Ihre Erfolgsquote von 15,8 Prozent ist die schlechteste der vier Conference Finalisten.

Die Rangers haben gezeigt, dass sie es nicht nötig haben viele Tore zu schießen, um ein Spiel für sich zu entscheiden. Ihre erfolgreichsten Torschützen sind Derick Brassard und Chris Kreider mit jeweils fünf Treffern, gefolgt von Center Derek Stepan, der mit seinem dritten Playofftor in der Overtime von Spiel 7 gegen Washington den Rangers das Weiterkommen sicherte.

Ihre nächste Herausforderung sind die Tampa Bay Lightning, gegen die sie in der regulären Saison dreimal mit insgesamt 7 zu 15 Toren verloren hatten. Das Team von Jon Cooper schoss die Montreal Canadiens als letzte kanadische Playoffhoffnung aus dem Rennen um den begehrten Cup. Die Lightning lagen in der Serie gegen die Frankokanadier nach Siegen bereits mit 3-0 vorne, machten es dann noch einmal spannend, bevor sie Spiel 6 mit 4-1 für sich entschieden.

Als sicherer Rückhalt der Lightning erwies sich Ben Bishop mit einem Gegentrefferschnitt von 1,81 bei einer Fangquote von 93,1 Prozent.

In ihren bisherigen Playoffbegegnungen agierten die Lightning deutlich defensiver als in der regulären Saison. Auch ihr Trefferschnitt ging von 3,16 Tore pro Spiel auf 2,62 zurück. Mit Tyler Johnson (8 Tore, 4 Assists) und Nikita Kucherov (6T, 5A) führen zwei Stürmer aus der jungen Garde die teaminterne Scorerwertung an. Steven Stamkos (7A) und Alex Killorn (6A) sind Tampas beste Vorbereiter.

In der Defensivabteilung konnte neben Victor Hedman und Anton Stralman auch der 24-jährige Tscheche Andrej Sustre überzeugen.

Mein Tipp: Rangers gewinnen die Serie mit 4-2 Siegen

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