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Vorschau auf die Teams in der Central

von Stefan Herget / NHL.com

Central Division

(2013-14: 46 Siege - 21 Niederlagen - 15 OT/SO Niederlagen, 3. Central)

Wer große Veränderungen im Team der Blackhawks erwartete wurde enttäuscht.

Die Verantwortlichen setzen auf Bewährtes und so war der einzige interessante Abgang der von Michal Handzus, der aber prompt mit der Verpflichtung von Brad Richards mehr als kompensiert wurde.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der einstige Führungsspieler bei Tampa Bay und den New York Rangers in seiner Rolle als Ergänzungsspieler wiederfindet.

Denn den Ton in Chicago geben andere an und der talentierte Kader mit klangvollen Namen behielt seinen Glanz.

So kann Trainer Joel Quenneville weiterhin hinter seinen Vorzeigestürmern Patrick Sharp, Jonathan Toews und Patrick Kane auf weitere drei starke Angriffsreihen zurückgreifen. Die Defensivpaare um Duncan Keith, Brent Seabrook und Johnny Oduya sind perfekt eingespielt. Dahinter agiert im Tor ein zuletzt starker Corey Crawford.

Somit gehören die Titelgewinner von 2010 und 2013 erneut zum ganz engen Favoritenkreis und es dürfte für die Anderen schwer sein, diese daran zu hindern, den Platz an der Sonne in der Division einzunehmen.

Allerdings lauert in deren Rücken eine große Konkurrenz, die auf Ausrutscher und Schwächeperioden wartet, um sich selbst in Position zu bringen, genau wie in der vergangenen Saison geschehen.

Mein Tipp: Platz 1 in der Central

(2013-14: 52 Siege - 22 Niederlagen - 8 OT/SO Niederlagen, 1. Central)

Der Titelverteidiger in der Division wird sich schwer tun, den vergangenen Erfolg in diesem starken Wettbewerb zu wiederholen.

Was zunächst negativ klingt, ist aber nicht so gemeint, denn der Avanalche kam schon zu Gute, dass Chicago und St. Louis teilweise durch Verletzungspech schwächelten. So viel Glück wiederfährt einem nicht jedes Jahr.

Trotzdem hat der Kader von Trainer Patrick Roy unabhängig vom Weggang von Stürmer Paul Stastny an Qualität zugelegt. Schließlich haben die Verantwortlichen mehr Geld in die Hand genommen. So wurde die Verpflichtung des künftigen Leitwolfes Jarome Iginla möglich.

Er soll das junge Team führen und ihm die nötige Erfahrung verpassen. Dazu kommt Daniel Briere und für die Stabilisierung der Defensive Brad Stuart. Ansonsten bleibt das Gerüst mit Gabriel Landeskog, Matt Duchene, Ryan O’Reilly und Nathan MacKinnon bestehen.

Die Verteidiger Jan Hejda, Erik Johnson, Nick Holden und Tyson Barrie müssen einen weiteren Schritt nach vorne machen, will die Mannschaft noch erfolgreicher sein.

Zweifelsohne hat Torhüter Semyon Varlamov, der wohl vom Schweizer Reto Berra unterstützt wird, ein gutes Team vor sich. Ob allerdings der Aufbau einer Spitzenmannschaft schon abgeschlossen ist, wird sich zeigen.

Die Blackhawks hatten bei ihrem Stanley Cup Titelgewinn 2010 eine ähnliche Entwicklung hinter sich, doch so vermessen solche Ziele jetzt schon auszugeben, sind sie in Denver dann doch nicht.

Mein Tipp: Platz 3 in der Central

(2013-14: 40 Siege - 31 Niederlagen - 11 OT/SO Niederlagen, 5. Central)

In Texas geben sie sich nicht damit zufrieden, dass im Frühjahr zum ersten Mal in sechs Jahren die Playoffs wieder erreicht wurden und die Mannschaft unter Trainer Lindy Ruff weitgehend überzeugend spielte. Der Kader wurde mit Jason Spezza und Ales Hemsky weiter verstärkt.

Beide sollten in den ersten zwei Reihen zum Einsatz kommen und die Tiefe wesentlich verbessern. Der Druck in der vergangenen Saison Tore zu produzieren lag vor allem auf Tyler Seguin und Jamie Benn. Dies wird nun auf mehrere Schultern verteilt.

Mit Kari Lehtonen hatten die Stars einen starken Rückhalt zwischen den Pfosten, der auch bitter nötig war, denn die Defensive vor ihm ist der große Schwachpunkt der Mannschaft.

Kaum nachzuvollziehen, dass hier nicht nachgebessert wurde, was sich negativ auswirken könnte, sollte Lehtonen sich verletzten oder Probleme damit haben, das Spielniveau aufrecht zu erhalten. Seine Ersatzleute Anders Lindback oder Jussi Rynnas sind kaum in diesem Leistungsbereich anzusiedeln.

Dallas hat ohne Zweifel an Potenzial zugelegt, aber auch die anderen Mannschaften haben nicht geschlafen.

Es wird ein sehr enges Rennen in der Central werden und Verletzungspech kann sich schnell negativ auswirken.

Die Stars werden sich im Normalfall trotzdem schwer tun, in den vorderen Bereich der Division einzudringen. Die erneute Teilnahme an den Playoffs ist aber allemal möglich.

Mein Tipp: Platz 5 in der Central

(2013-14: 43 Siege - 27 Niederlagen - 12 OT/SO Niederlagen, 4. Central)

Trotz Verletzungssorgen schafften die Wild zuletzt die Playoffs und überstanden sogar die erste Runde.

Das hat Lust auf Mehr gemacht. Einer, der das garantieren soll, ist der Österreicher Thomas Vanek, der "Heim“ kehrt.

Schließlich wurde er an der Universität von Minnesota zum NHL-Spieler geformt und hat dort seine Frau kennengelernt. Nun ist Trainer Mike Yeo gefordert, Vanek effektiv ins Team einzubauen.

Er spielt wie Zach Parise auf Linksaußen. Letzterer wird wohl mit Mikko Koivu und Jason Pominville die bestens erprobte Paradereihe stellen.

Mit Mikael Granlund und dem Schweizer Nino Niederreiter gibt es aber weitere gute Kandidaten in der Offensive. Hinten dreht sich alles um Ryan Suter, der wie gewöhnlich in guten 30 Minuten pro Partie sein Programm herunterspult und bei gegnerischen Reihen gefürchtet ist.

Etwas mehr Konstanz ist den Wild auf der Torhüterposition zu wünschen, waren vergangene Spielzeit fünf verschiedene Schlussmänner im Einsatz. Niklas Backstrom und Josh Harding, die in der zweiten Saisonhälfte verletzt fehlten, bewerben sich mit Darcy Kuemper um die Nummer 1.

Mit Minnesota dürfte in den kommenden Monaten mehr zu rechnen sein und sie könnten den Favoriten aus Chicago und St. Louis ein Schnippchen schlagen. Wenn Vanek, wovon auszugehen ist, seine Lust am Tore schießen wieder entdeckt, dann werden die traditionell aus einer kompakten Abwehr heraus agierenden Wild eines ihrer Mankos, nämlich die geringe eigene Torquote, nahezu beseitigen können.

In diesem Fall können sie in der Tabelle vorne mitspielen und die Playoffs erneut erreichen.

Mein Tipp: Platz 2 in der Central

(2013-14: 38 Siege - 32 Niederlagen - 12 OT/SO Niederlagen, 6. Central)

Neuer Trainer – neues Glück, heißt es für die Nashville Predators. Der vergangenen Oktober am schlechten Saisonstart mit den Philadelphia Flyers gescheiterte Peter Laviolette übernahm den Posten hinter der Bande.

Ein ausgewiesener Fachmann, der schon Mannschaften ins Stanley Cup Finale führte und den Pokal mit den Carolina Hurricanes im Jahr 2006 sogar gewann.

Trotzdem hat er keine leichte Aufgabe angenommen. Die Predators sind zuletzt im Niemandsland angekommen und müssen dort erst einmal wieder herausfinden.

Positiv dürfte sich auswirken, dass Torhüter Pekka Rinne, der als einer der Besten seines Faches gilt, endlich fit sein dürfte. Mit James Neal holten sie einen Torjäger, denn nach Craig Smith mit 24 Toren war bereits Verteidiger Shea Weber mit 23 Toren zweitbester Schütze. Eine ungewöhnliche Konstellation.

Olli Jokinen soll ebenfalls für mehr Produktivität sorgen.

In der Abwehr sind die Predators mit Weber, dem Schweizer Roman Josi, Seth Jones und neu dazu gekommen Anton Volchenkov gut besetzt. Spannend wird sein, welche taktischen Akzente Laviolette setzen kann.

Jedoch ist davon auszugehen, dass Nashville sich in der starken Central Division nur schwer durchsetzen kann und eher auf einem der hinteren Plätze verbleibt und so die Playoffs erneut verpasst. Außer Rinne macht wirklich den Unterschied.

Mein Tipp: Platz 6 in der Central

(2013-14: 52 Siege - 23 Niederlagen - 7 OT/SO Niederlagen, 2. Central)

Jedes Jahr Favorit und jedes Jahr frühes Aus in den Playoffs. Die Blues schicken sich an, den San Jose Sharks nachzueifern.

Immerhin gaben sich die Spieler zuletzt selbstkritisch und wollen dieses Manko beenden. Der Trainerfuchs Ken Hitchcock wird sich selbst seine Gedanken dazu gemacht haben.

Einigen Aktionismus zeigte das Management um Doug Armstrong auf der Torhüterposition. Das eigentlich erfolgreiche Duo Jaroslav Halak und Brian Elliott wurde gesprengt und mit Ryan Miller etwas Neues ausprobiert. Das Experiment scheiterte und nun sollen es Elliott und Jake Allen richten.

Vor ihnen wurde mit Carl Gunnarsson ein spielstarker Verteidiger geholt und das läutet die Wende von einer kampfbetonten hin zu einer mehr spielerischen Defensive ein.

Vorne soll Neuzugang Paul Stastny als Center die Gefährlichkeit erhöhen, zumal gerade die fehlende Qualität in der Mitte die größte Problematik der vergangenen Playoffs war, wo die Blues gegen die Gegner aus Los Angeles bzw. Chicago deutliche Defizite hatten.

Für St. Louis ist am Ende zwischen Platz 1 und 4 in der Division alles drin.

Potenzial ist vorhanden, aber Hitchcock ist zwar ein erfahrener Trainer, doch seine Spielphilosophie gilt eher als antiquiert.

Bisher ging das Konzept bei den Blues gut auf und es passte. Kritik könnte jedoch schnell aufkeimen, sollte es einmal nicht so gut laufen.

Mein Tipp: Platz 4 in der Central

(2013-14: 37 Siege - 35 Niederlagen - 10 OT/SO Niederlagen, 7. Central)

In Winnipeg ist die Hoffnung groß, dass Paul Maurice, der im Januar das Ruder hinter der Bande übernahm und ganz erfolgreich agierte, die Jets in bessere Zeiten führen kann.

Das wäre durchaus möglich, aber die Konkurrenz in der Division erschwert so einiges. Die Kanadier haben vergangene Saison nur neun ihrer 30 Spiele gegen Divisionsgegner gewonnen. Das ist einer der Schlüssel, der besser werden muss, sollte eine erfolgreichere Zeit anbrechen.

Eine weitere Baustelle ist ganz hinten angesiedelt. Ondrej Pavelec hatte die schlechtesten Werte aller 30 NHL-Torleute.

Hier wurde nur mit Al Montoya ungenügend nachgebessert. Vielleich erhält aber Michael Hutchinson aus dem Farmteam eine Chance. Der scheidende Olli Jokinen wurde durch Mathieu Perreault adäquat ersetzt, der Neue ist sogar zehn Jahre jünger.

Vielleicht könnte der diesjährige Erstrunden-Draft Nikolaj Ehlers sofort eingebaut werden, um mit seiner Schnelligkeit und Torinstinkt für mehr Gefahr zu sorgen. Ansonsten wird wieder viel von der ersten Formation Andrew Ladd, Blake Wheeler und Bryan Little abhängen.

Es kann beliebig gedreht und gewendet werden, die Jets bleiben der Underdog in der Central Division.

Während sich alle anderen Mannschaften zumindest punktuell verstärkt haben, blieb General Manager Kevin Cheveldayoff mit Aktivitäten zurückhaltend, was nicht gerade die Chancen erhöht, eine bessere Platzierung als den letzten Platz in der Division zu erreichen.

Mein Tipp: Platz 7 in der Central

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