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Vorschau auf die Teams der Pacific Division

von Stefan Herget / NHL.com

Gut eine Woche vor dem Start der Saison 2015-16 blicken wir in einer Serie auf alle Mannschaften.

Wo und wie haben sich die Teams verstärkt? Was ist von ihnen zu erwarten?

Unsere Vorschau gibt eine Analyse, was zu erwarten ist. Wir beginnen heute mit der Pacific Division, am Mittwoch folgt die Central Division, am Donnerstag die Metropolitan Division und am Freitag die Atlantic Division.

(2014-15: 51 Siege - 24 Niederlagen - 7 OT/SO Niederlagen, 1. Pacific)

Der letztjährige Divisionsmeister, der nur denkbar knapp im Western Conference Finale am späteren Stanley Cup Sieger Chicago Blackhawks scheiterte, gehört wieder zu den Topfavoriten um den Pokal und damit auch auf den ersten Platz in der Pacific.

General Manager Bob Murray hatte im Sommer einiges an Arbeit zu verrichten, um Ryan Kesler, Carl Hagelin, Jakob Silfverberg und zuletzt John Gibson erneut unter Vertrag zu nehmen, um den Kern der Mannschaft um die Stars Corey Perry und Ryan Getzlaf zu erhalten.

Knackpunkt für Trainer Bruce Boudreau ist weiterhin den idealen dritten Mann in der Reihen mit Perry und Getzlaf zu finden, was in der Vergangenheit keine einfach Aufgabe war. Schon einige Kandidaten haben sich daran die Zähne ausgebissen und waren häufig das dritte Rad am Wagen eines funktionierenden Duos.

In der Verteidigung erfreulich, dass der zur Trading Deadline aus Toronto gekommene Deutsche Korbinian Holzer einen neuen Vertrag erhielt. Allerdings wird es schwer für ihn werden, sich gegen die starke Konkurrenz durchzusetzen.

Eine Schlüsselverpflichtung in der Defensive gelang Murray mit dem langjährigen Vancouver Canucks Kevin Bieksa. Dieser zeigte sich erfreut, dass er nun wieder mit seinem Freund Kesler zusammen spielen darf.

Gibson soll nach überstandenen Verletzungen als Schlussmann Frederik Andersen wieder mehr Konkurrenz machen. Letzterer hatte eine gute reguläre Saison gespielt und das Vertrauen in ihn gerechtfertigt. Trotzdem könnte eine Entlastung durch Gibson von Vorteil sein.

An den Ducks sollte nur schwer vorbei zu kommen sein und wenn alles planmäßig läuft dürften sie den ersten Platz in der Division einnehmen.

(2014-15: 48 Siege - 29 Niederlagen - 5 OT/SO Niederlagen, 2. Pacific)

Die beiden Leitwölfe der Vancouver Canucks, Henrik Sedin und Daniel Sedin, kommen in die Jahre.

Die Zwillinge feierten am vergangenen Sonntag ihren 35. Geburtstag. Trotzdem setzt die Franchise um Präsident Trevor Linden und General Manager Jim Benning weiterhin auf das schwedische Duo. Mit 76 Punkten (Daniel) bzw. 73 Punkten (Henrik) schlossen beide in den Top 10 der Scorerwertung ab.

Trainer Willie Desjardins verstand es geschickt, dauerhaft mit vier Angriffsreihen zu agieren und reduzierte so die Eiszeit der Sedins um gute zwei Minuten. Die Maßnahme kam deren Frische zu gute und reduzierte die Verletzungsanfälligkeit. Es ist daher davon auszugehen, dass das Konzept fortgeführt wird.

Das Problem war auch nicht die reguläre Saison, in der ein guter zweiter Platz in der Division belegt wurde, sondern das frühe Aus in der ersten Runde gegen Calgary.

Pluspunkt der Canucks ist, dass einige junge Talente in den Startlöchern stehen, die im Frühjahr mit dem Farmteam Utica Comets in der AHL ins Calder Cup Finale einzogen.

Darunter befindet sich auch der aus Calgary gekommene Sven Baertschi, der sich endlich seinen Durchbruch in der NHL erhofft.

Das Schweizer Talent kam bei seinem alten Arbeitgeber trotz guter Ansätze nie so richtig zum Zug.

Mit den Verteidigern Luca Sbisa und Yannick Weber stehen zwei weitere Eidgenossen im Kader der Kanadier, die aufgrund ihrer Leistungen wohl fester Bestandteil sein werden. Für die Canucks heißt die Devise, minimal eine ähnlich gute reguläre Saison zu spielen und dann in den Playoffs durchzustarten.

(2014-15: 45 Siege - 30 Niederlagen - 7 OT/SO Niederlagen, 3. Pacific)

In der abgelaufenen Saison überraschten die Calgary Flames mit der ersten Qualifikation für die Playoffs seit 2009 und überstanden sogar die erste Runde gegen die Vancouver Canucks. Den dritten Platz in der Pacific Division mit 45 Siegen hatte ihnen kaum jemand zugetraut.

Unterschätzt werden die Westkanadier daher kaum und die Erwartungen sind gestiegen. Dazu hat das Management einiges getan. Verteidiger Dougie Hamilton und Stürmer Michael Frolik komplettieren den weitgehend zusammen gebliebenen Kader.

Hinzu kommen die aufstrebenden Talente Sean Monahan, Johnny Gaudreau und Sam Bennett.

Nicht zu vergessen, dass die Defensive das Kernstück des Erfolges war. Die besten vier Verteidiger haben persönliche Bestleistungen in offensiven Kategorien aufgestellt: Mark Giordano in Assists (37) und Punkten (48), TJ Brodie in Toren (11), Assists (30) und damit Punkten (41), Dennis Wideman in Toren (15) und Punkten (56), sowie Kris Russell in Assists (30) und Punkten (34).

Brodie wird allerdings die ersten sechs Wochen mit einem Bruch in seiner Hand ausfallen. Kapitän Giordano, der die letzten 21 Spiele der regulären Saison und in den Playoffs fehlte, ist indes wieder fit.

Stabilität im Tor ist für eine Mannschaft wie die Flames elementar.

Die Performance von Jonas Hiller und Karri Ramo war gut, aber nicht überragend. Zusammen mit Aushilfstorhüter Joni Ortio erreichten sie einen Gegentorschnitt von 2,60 und waren damit nur an 16. Stelle in der NHL und mit 91,1 Prozent an 15. Stelle. Interessante Konstellation, dass alle drei noch ein Jahr Vertrag besitzen und über die Waiverliste müssten, falls sie in die AHL degradiert werden sollten.

(2014-15: 40 Siege - 27 Niederlagen - 15 OT/SO Niederlagen, 4. Pacific)

Zum ersten Mal seit den Carolina Hurricanes 2007 verpasste mit den Los Angeles Kings wieder einmal ein Stanley Cup Sieger im Folgejahr die Playoffs.

So schwer dies trotz eingefahrener 40 Siege und 95 Punkte zu begreifen war, könnte es ein Vorteil für die kommende Spielzeit werden. Nach 64 absolvierten Playoffspielen zwischen 2012 und 2014, die meisten aller Mannschaften, war seit Mitte April Zeit, um abzuschalten und die Batterien neu aufzutanken.

Kompensieren müssen die Kalifornier die Abgänge von Stürmer Justin Williams, den Centern Mike Richards und Jarret Stoll, sowie Verteidiger Slava Voynov.

Prominente Neuzugänge sind Stürmer Milan Lucic und Verteidiger Christian Ehrhoff, die sich im Stanley Cup Finale 2011 gegenüber standen.

Im Trainingscamps gibt es erste Anzeichen, dass Trainer Darryl Sutter eine Angriffsreihe aus Marian Gaborik, Anze Kopitar und Lucic formieren möchte. Eine Konstellation, die gut funktionieren könnte. Wichtig wird sein, dass die Kings besser in die Saison starten als zuletzt.

Eine Siegesserie von acht Spielen in Folge im Februar kam schon zu spät, um das Ruder noch herum zu reißen. Es ist davon auszugehen, dass Los Angeles in 2015-16 anders auftreten und in den Kreis der Titelaspiranten zurückkehren wird.

(2014-15: 40 Siege - 33 Niederlagen - 9 OT/SO Niederlagen, 5. Pacific)

Eine bittere, fast schon ungewohnte Erfahrung waren Playoffs ohne die San Jose Sharks. Nach 12 Jahren verpassten die Haie die Qualifikation und nutzten diesen Einschnitt zum Neubeginn vor allem auf einer Position.

Der langjährige, seit 2008 aktive Trainer Todd McLellan musste seinen Posten räumen und mit Peter DeBoer hat nun ein neuer Mann hinter der Bande das Sagen.

Im Kader gibt es weiterhin so klangvolle Namen wie Joe Thornton, Joe Pavelski, Patrick Marleau und Logan Couture.

Unter Beobachtung steht Jungstar Tomas Hertl, dem die Zukunft bei San Jose gehören soll. Im Pool der Jungen ist ebenso der Schweizer Timo Meier, der nach seinem Draft in der ersten Runde gleich den Sprung in die NHL schaffen möchte.

Wichtig wird das Jahr genauso für Meiers Landsmann Verteidiger Mirco Mueller, dessen Rookie-Saison von Verletzungen geprägt war. Er muss sich unter dem neuen Trainer beweisen, dass er eine Verstärkung für das Team sein kann.

Im Tor gingen die Verantwortlichen ebenfalls neue Wege. Antti Niemi, der nach seinem Stanley Cup Sieg 2010 mit den Chicago Blackhawks verpflichtet wurde, ging zu den Dallas Stars und seinen Job soll Martin Jones übernehmen, der hinter Jonathan Quick Nummer 2 in Los Angeles war und bei seinen Einsätzen gute Werte verbuchte.

Aber der bisherige Backup Alex Stalock will sich nicht kampflos geschlagen geben.

DeBoer wird ein neues Spielsystem einbringen. Ob es die Spieler nahtlos umsetzen können, davon wird viel abhängen.

(2014-15: 24 Siege - 44 Niederlagen - 14 OT/SO Niederlagen, 6. Pacific)

Der Optimismus ist zu den Edmonton Oilers zurückgekehrt. Nicht nur, dass ein neues Stadion im Werden ist, es wurden wichtige handelnde Personen ausgetauscht. Der bisherige General Manager der Boston Bruins Peter Chiarelli übernahm von Craig MacTavish und Todd McLellan kam als Trainer aus San Jose. Doch damit nicht genug:

Mit Connor McDavid wird ein weiterer Nummer 1 Draft dem jungen Kader mit Potenzial hinzugefügt.

Die Aufbruchstimmung in der kanadischen Stadt ist groß. Mit Taylor Hall (2010), Ryan Nugent-Hopkins (2011), Nail Yakupov (2012) und McDavid (2015) haben sie nun vier Nummer 1 Drafts in ihren Reihen. Hinzukommen mit Jordan Eberle, Benoit Pouliot und dem Deutschen Leon Draisaitl weitere hochrangige Erstrunden-Drafts.

Problem zuletzt war aber die Defensive.

In den beiden abgelaufenen Spielzeiten kassierten die Oilers die meisten Tore. Stabilität soll hier Routiner Andrej Sekera bringen, sowie die jungen Oscar Klefbom und Justin Schultz, die sich weiterentwickelt haben.

Im Tor setzen die Verantwortlichen zukünftig auf Cam Talbot, der hinter Henrik Lundqvist gute Dienste bei den New York Rangers verrichtet hatte. Um seinen Posten als Nummer 1 wird weiter Ben Scrivens kämpfen, der aber in 2014-15 nicht gerade überzeugen konnte.

Die Oilers sind talentiert, aber das waren sie bereits die vergangenen Jahre.

Es wird kein Selbstläufer sich in der Pacific Division zu behaupten. Möglich, dass etwas Zeit für McLellan nötig ist, die Erfolgsspur zu finden.

(2014-15: 24 Siege - 50 Niederlagen - 8 OT/SO Niederlagen, 7. Pacific)

Enttäuschend war die abgelaufene Saison für die Arizona Coyotes. Nur 24 Siege war deutlich unter dem, was sie selbst von sich erwartet hatten. Trotzdem stand ihnen nach der Lotterie nur der dritte Zug im Draft zu.

Schön aus deutscher Sicht, dass ausgerechnet Stürmertalent Tobias Rieder mit 13 Treffern eine der positiven Erscheinungen der Coyotes war.

Im Sommer hat er gute Arbeit an seiner Kondition geleistet, wie ihm Trainer Dave Tippett bescheinigte, so dass mit ihm wieder zu rechnen sei. "Sein Fitnesstest war exzellent dieses Jahr und er weiß jetzt, dass er auf diesem Niveau spielen kann", sagte Tippett über Rieder.

Neben den Rückkehrer Antoine Vermette steht der Draft von 2013 Max Domi im Blickpunkt des Geschehens.

Er soll einer der Jungen sein, die sich weiter entwickeln und zunehmend in die Bresche springen. Mit Mikkel Boedker und Martin Hanzal kehren zwei wichtige Bausteine nach im Januar bzw. Februar erlittenen Verletzungen wieder zurück.

Die Defensive ist nach den Abgängen von Keith Yandle, David Schlemko, Chris Summers und Brandon Gormley im Umbruch. Ziemlich einzige Konstante ist Oliver Ekman-Larsson, der mit 23 Toren eine neue persönliche Bestleistung in 2014-15 aufstellte.

Neu zu integrieren vor dem etalblierten, aber nicht immer überzeugenden Torhüter Mike Smith sind Klas Dahlbeck und Nicklas Grossmann.

Für die Coyotes wird es unter den Vorzeichen sicher schwer, in die Nähe der Playoffplätze zu kommen.

Aber die Franchise aus Arizona würde nicht zum ersten Mal überraschen, so wie 2012, als sie plötzlich im Western Conference Finale standen.

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