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Vorschau 1. Runde in der Eastern Conference

von Axel Jeroma / NHL.com

TBL Florida Panthers
(1. Atlantic, 103 Pkt.)
New York Islanders
(1. Wildcard, 100 Pkt.)
MTL

Wer vorab auf dieses Erstrundenduell im Osten gewettet hat, dürfte einen satten Gewinn einstreichen. Weder die Florida Panthers noch die New York Islanders gehören zu Dauergästen in den Playoffs. Die Panthers nehmen zum ersten Mal seit vier Jahren wieder an Ausscheidungsduellen um den Stanley Cup teil. Seit der Saison 1995-96 wartet Florida darauf, die erste Runde zu überstehen.

Noch deprimierender fällt diesbezüglich die Bilanz der New York Islanders aus. Ihnen gelang seit 1993 kein Sieg mehr in einer Auftaktserie. In den vergangenen vier Jahren standen die Islanders dreimal in den Playoffs.

Die Panthers waren ohne Zweifel die Überraschung in dieser Hauptrunde. Sie belegten den ersten Platz in der Atlantic Division. Es war der zweite Divisionstitelgewinn in der Geschichte der Franchise. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete die Top-Angriffsreihe mit Jaromir Jagr (66 Punkte), Aleksander Berkov (59) und Jonathan Huberdeau (59). Sie gefielen mit kreativem Passspiel, enormer Puck-Kontrolle und natürlich jeder Menge Torabschlüssen. Mit diesen Fertigkeiten will das Trio auch die Islanders in Verlegenheit bringen und ihre chronische Erfolglosigkeit in Erstrunden-Matches beenden.

Nicht weniger offensivstark präsentierte sich die Reihe mit Reilly Smith (50), Vincent Trockeck (53) und Jussi Jokinen (60). Damit haben erstmals in der NHL-Geschichte der Panthers sechs Spieler die Marke von 50 Punkten geknackt. Die Klasse der Abteilung Attacke verleitet die Anhänger nicht zu Unrecht zum Träumen von etwas Großem. Zumal man mit Goalie Roberto Luongo und Verteidiger Aaron Ekblad auch auf anderen Positionen gut besetzt ist.

Der Deutsche Schlussmann Thomas Greiss von den Islanders weiß also, was auf ihn zukommt, so er denn als Stammtorwart zum Einsatz kommt. Davon gehen die Fachleute jedoch aus. Bislang hütete er erst einmal das Tor in einem Playoff-Spiel.

Der Sturm der Islanders kann mit dem der Panthers nicht mithalten. Im Vergleich zur zurückliegenden Saison fehlt es an Dynamik. Drei Spieler, John Tavares (33), Kyle Okposo (22) und Brock Nelson haben mehr als 20 Tore erzielt. Mit zusätzlich 37 Assists war Tavares bester Scorer der Islanders. Nach Einschätzung von Branchenkennern fehlt dem Kapitän jedoch ein gleichwertiger Nebenmann auf den Flügeln. Das würde seine und die Schlagkraft des gesamten Offensivspiels noch weiter verbessern.

Mein Tipp: 4-3. Die Islanders überzeugen durch mannschaftliche Geschlossenheit und Effektivität. Dennoch setzen sich die Panthers am Ende wegen ihrer beiden starken Sturmreihen knapp durch.

TBL Tampa Bay Lightning
(2. Atlantic, 97 Pkt.)
Detroit Red Wings
(3. Atlantic, 93 Pkt.)
MTL

Die Tampa Bay Lightning haben sich zum dritten Mal in Folge für die Playoffs qualifiziert. Im vergangenen Jahr erreichten sie am Ende sogar die Finalserie, die sie 2-4 gegen die Chicago Blackhawks verloren. Die erste Hürde auf dem Weg dorthin waren die Detroit Red Wings. Nun treffen beide Klubs erneut aufeinander.

Der Erstrundensieg vor Jahresfrist gegen Detroit galt allgemein als Initialzündung für die weiteren Erfolge der Lightning. Sie lagen in der Best-of-7-Serie bereits mit 2-3 hinten, als ihnen mit zwei gewonnen Partien das Comeback gelang.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr geht das Team aus Tampa jedoch stark gehandicapt in die Duelle. Mit Center Steven Stamkos und Verteidiger Anton Stralmann fehlen zwei wichtige Stützen. Beide fallen nach Verletzungen noch längere Zeit aus. Stamkos war in der Hauptrunde mit 36 Treffern in 77 Spielen erfolgreichster Torschütze und mit 64 Punkten zweitbester Scorer, nach Nikita Kucherov mit 66 Punkten (30 Tore, 36 Vorlagen).

Stralman stand im Schnitt mehr als 20 Minuten pro Partie auf dem Eis. Sowohl in Überzahl als auch in Unterzahl war er die Schlüsselfigur der Lightning. Nicht zuletzt dank seiner Präsenz belegte Tampa in dieser Saison beim Penalty-Killing mit einer Erfolgsquote von 84 Prozent Rang sieben in der NHL.

Durch Stralmans Ausfall kommen in den Playoffs Sonderschichten auf Victor Hedmann zu. Auf ihn ist in der Defensive ebenso Verlass wie auf Goalie Ben Bishop zwischen den Pfosten. Das haben beide in der Vergangenheit häufig unter Beweis gestellt.

Bei den Red Wings war lange unklar, ob sie zum 25. Mal nacheinander bei den Playoffs mitmachen dürfen. Erst am vorletzten Spieltag lösten sie die Tickets. Allerdings weniger aus eigener Stärke, sondern weil die Boston Bruins auf der Zielgerade gleich mehrfach patzten und so ihre Chancen einbüßten.

Trotz klangvoller Namen im Angriff tat sich Detroit beim Toreschießen schwer. Bester Schütze war Rookie Dylan Larkin mit 23 Toren. Henrik Zetterberg schloss die Hauptrunde mit 50 Punkten als bester Scorer ab. Damit hatte er einen Zähler mehr auf dem Konto als Stürmerkollege Pavel Datsyuk. Um sich gegen die Lightning durchzusetzen, braucht es vorne fraglos mehr Gefährlichkeit und Effizienz.

Mein Tipp: 4-2. Die Lightning boten in der Hauptrunde eine solide Gesamtleistung und lagen stets auf Playoff-Kurs. Trotz der namhaften Ausfälle verfügen sie über genügend Qualität im Kader, um die Red Wings in Schach zu halten.

TBL Washington Capitals
(1. Metropolitan, 120 Pkt.)
Philadelphia Flyers
(2. Wildcard, 96 Pkt.)
MTL

Bei den Philadelphia Flyers haben sie seit Tagen die Köpfe derart intensiv zusammengesteckt, dass Rauch aus den Klubräumen aufgestiegen ist. Hintergrund der intensiven Konsultationen zwischen dem Trainerkollektiv und der Mannschaft ist eine große Frage gewesen: Wie lässt sich Sand ins Getriebe der gut geölten Angriffsmaschinerie der Washington Capitals streuen? Nur wenn sie darauf eine passende Antwort finden, die in ein schlüssiges taktisches Konzept mündet, haben sie eine Chance, die erste Runde schadlos zu überstehen.

Washington gehört zu den sechs Teams in der NHL, bei denen fünf Spieler 50 und mehr Scorerpunkte in der abgelaufenen Hauptrunde erzielten. Dabei handelt es sich um Evgeny Kuznetsov (77), Alex Ovechkin (71), Nicklas Backstrom (70), Justin Williams (52) und T.J. Oshie (51). Ovechkin wurde mit 50 Treffern NHL-Torschützenkönig. Mit 120 Punkten (56-18-8) waren die Capitals nicht nur im Osten, sondern in der gesamten Liga das Maß aller Dinge.

Mit Braden Holtby haben sie zudem einen der besten Goalies der NHL in ihren Reihen. Mit 48 Siegen stellte er den Rekord von Martin Brodeur ein. So stört sich auch niemand daran, dass er bei den Saves „nur“ auf Platz acht rangiert.

Sorgen bereitet den Flyers zudem der Fakt, dass Ovechkin gegen sie stets besonders gut aufgelegt ist. In 41 Begegnungen, die er bislang gegen Philadelphia bestritt, machte er 48 Punkte (31 Tore, 17 Vorlagen).

Da kommt den Flyers sehr gelegen, dass sich ihr Schlussmann Steve Mason derzeit in tadelloser Verfassung befindet. Er stand zuletzt in 13 der letzten 14 Partien im Tor und war dabei oft bester Mann seines Teams. Zudem haben die Flyers mit Michal Neuvirth einen passablen Backup für diese Position.

Viel wird davon abhängen, wie sich die Verteidiger Mark Streit und Shayne Gostisbehere in Szene setzen können - nicht nur bei der Gefahrenabwehr, sondern auch bei den eigenen Angriffsbemühungen. Rookie Gostisbehere hat seit seinem Debüt Mitte November eine große Aktie daran, dass es mit den Flyers bergauf ging. Sein aggressives Forechecking, sein Beitrag zum Spielaufbau und seine offensiven Fähigkeiten machen ihn zu einem echten Trumpf im bevorstehenden Vergleich mit den Capitals.

Darüber hinaus hoffen die Flyers auf den einen oder anderen Geniestreich von Claude Giroux. Mit 67 Punkten (22 Toren, 45 Vorlagen) ist er Top-Scorer seiner Mannschaft.

Mein Tipp: 4-1. Die Washington Capitals sind einer der ganz heißen Kandidaten für den Conference-Titel im Osten und den Stanley Cup. Gegen die Flyers werden sie sich mit ihrer Offensivpower klar durchsetzen.

TBL PITTSBURGH PENGUINS
(2. Metropolitan, 104 Pkt.)
NEW YORK RANGERS
(3. Metropolitan, 101 Pkt.)
MTL

Diesmal möge alles anders werden. Diesen sehnlichen Wunsch hegt man zumindest im Lager der Pittsburgh Penguins. Denn das Aufeinandertreffen mit den New York Rangers ist ein unangenehmes Déjá-vu. Bereits zum dritten Mal in Folge stehen sich beide Mannschaften zum Auftakt der Playoffs im Osten gegenüber. 2014 (4-3) und 2015 (4-1) behielten die Rangers die Oberhand.

Kurz nach dem Trainerwechsel von Mike Johnston zu Mike Sullivan ließ sich geradezu eine Leistungsexplosion bei den Penguins konstatieren. Festmachen kann man das auch an der Leistung von Superstar Sidney Crosby. In den ersten 28 Spielen erzielte er lediglich 19 Punkte. Unter dem neuen Mann an der Bande kam er in weiteren 52 Begegnungen auf 66 Punkte.

Crosby und seine Stürmerkollegen Evgeni Malkin und Phil Kessel nähren die Hoffnung, dass es diesmal tatsächlich über die Auftaktserie in den Playoffs hinausgeht. Zumal der Kader im Gegensatz zu manch anderen Jahren genug Tiefe besitzt und zahlreiche Spieler stets für ein Tor gut sind. Dazu gehört der Deutsche Rookie Tom Kuhnhackl, der sich seit seiner Premiere im Januar längst an das schnelle und körperbetonte Spiel in der NHL gewöhnt hat.

Im Tor sind die Penguins mit Mark-Andre Fleury und Matt Murray ebenfalls gut aufgestellt. In Kris Letang verfügt Pittsburgh zudem über einen der besten Verteidiger der Liga. Im Durchschnitt kam er auf 26:56 Minuten Eiszeit – Platz vier in der Hauptrunde.

Die Rangers ihrerseits wollen von Veränderungen an lieb gewonnen Gewohnheiten nichts wissen. Sprich: Sie setzen alles daran, dass sie die Penguins erneut nach der ersten Serie in den Urlaub schicken.

Das Team aus New York setzt dabei auf seine Erfahrung und Henrik Lundqvist im Tor. Mit seinen 34 Jahren zählt er nach wie vor zur absoluten Weltklasse. 13 Spieler im aktuellen Rangers-Kader standen vor zwei Jahren im Finale um den Stanley Cup. Zwei Akteure aus dem damaligen Aufgebot, J.T. Miller und Jesper Fast, haben sich von Teilzeitkräften zu festen Größen im Team entwickelt.

Mit Eric Staal haben die Rangers im Februar einen ausgebufften Stürmer geholt, der als Center oder Linksaußen eingesetzt werden kann. Neben ihm, Miller und Chris Kreidler sollen die drei besten Scorer Mats Zuccarello (61 Punkte), Derick Brassard (58) und Derek Stepan (53) für den nötigen Betrieb in der Verteidigungszone der Penguins sorgen.

Mein Tipp: 4-3. Beide Teams sind gleichwertig stark besetzt. Doch die Penguins werden alles daran setzen, die Scharte der vergangenen Jahre auszuwetzen und ziehen deshalb knapp in die nächste Runde ein.

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