Skip to main content

Unterstützer liefern und lindern Crosbys Druck

von Nicholas Cotsonika / NHL.com



PITTSBURGH --
Nachdem Jim Rutherford vor zwei Jahren bei den Pittsburgh Penguins das Amt des General Managers übernommen hatte, traf er sich mit Kapitän Sidney Crosby. Zu diesem Zeitpunkt standen die Penguins seit fünf Jahren nicht mehr im Finale um den Stanley Cup. Und Crosby hatte gerade einmal einen Treffer in seinen letzten 18 Playoff-Partien erzielt.

"Wir haben über verschiedene Dinge gesprochen. Über die Erwartungshaltung, dass Top-Spieler jede Partie für ihr Team gewinnen müssen. Oder darüber, dass die Superstars immer einen besonderen Druck verspüren und wie wichtig es ist, eine ausgewogene Balance innerhalb der Reihen zu haben", erzählt Rutherford.

Die Penguins haben diese Balance jetzt gefunden. Das ist, bei aller verdienten Anerkennung für Crosbys Leistungen, der Hauptgrund, warum sie vor Spiel 3 am Samstag mit 2-0 gegen die San Jose Sharks im Stanley Cup Finale führen und nur noch zwei Siege vom Titelgewinn entfernt sind.

Crosby hat zweimal die Hart Trophy als wertvollster NHL-Spieler gewonnen. Darüber hinaus war er zweimal bester Scorer und einmal Torschützenkönig. Sein Teamkollege Evgeni Maklin hat die Hart Trophy und die Conn Smythe Trophy als wertvollster Spieler der Stanley Cup Playoffs in seinem Besitz. Wie Crosby war er zweimal bester Scorer.

In den aktuellen Playoffs produzieren beide jedoch weniger Punkte als in vorherigen Endrunden. Crosby hat einen Torschnitt von 0,3 und einen Punkteschnitt von 0,85 pro Spiel in diesem Jahr. Im Zeitraum von 2007-2015 waren es durchschnittlich 0,43 Treffer und 1,18 Punkte pro Einsatz. Malkin steht bei 0,21 Toren und 0,79 Punkten gegenüber 0,42 und 1,10 aus den Jahren 2007-2015.

Keiner der beiden führt im Moment eine Statistik bei den Penguins an. Crosby liegt mit sechs Toren auf einem geteilten dritten Platz in der Torschützenliste und mit 17 Punkten auf dem geteilten zweiten Rang in der Scorerwertung. Mit vier Treffern steht Malkin in der internen Torschützenliste auf Platz sechs, in der Scorerwertung mit 15 Punkten auf Position vier.

Rutherford hat in den vergangenen zwei Jahren den Kader der Penguins generalüberholt und dabei erfahrene Haudegen und junge Talente geholt. Darüber hinaus wechselte er mehrfach den Coach. Seit Dezember 2015 steht Mike Sullivan an der Bande.

In den ersten beiden Partien gegen die Sharks standen ein Torhüter, vier Verteidiger und neun Stürmern im Team, die Rutherford von den Minors hochgezogen oder von anderen Klubs verpflichtet hat. Zehn Spieler der Penguins haben aktuell in den Playoffs fünf oder mehr Tore erzielt. Sieben von ihnen zählten vor Rutherfords Amtsübernahme noch nicht zum Kader. Von den zehn Cracks mit neun oder mehr Punkten gilt dieses Kriterium für sechs Spieler. Die letzten neun Tore der Penguins wurden von Leuten erzielt, die vor einem Jahr noch nicht zum Aufgebot zählten.

Stürmer Phil Kessel ist einer von ihnen. Er kam im Juli 2015 von den Toronto Maple Leafs. Momentan führt er die Scorer-Rangliste der Penguins mit 10 Toren und 19 Punkten an.

Rookie Bryan Rust, ein Drittrunden-Pick (Nr. 80) beim NHL Draft 2010 machte zuletzt nachdrücklich auf sich aufmerksam. Beim 2-1 in Spiel 7 des Conference Finals gegen die Tampa Bay Lightning avancierte er zum Matchwinner.

Stürmer Nick Bonino von den Vancouver Canucks und Rookie Conor Sheary als Free Agent kamen ebenfalls im Juli 2015 nach Pittsburgh. Bonino erzielte in Spiel 1 den Siegtreffer zum 3-2 gegen die Sharks, Sheary das entscheidende 2-1 in Overtime am Mittwoch in Spiel 2. Er spielte auch schon als Linksaußen in einer Reihe mit Crosby und Patric Hornqvist. "Die Jungs haben ihre Sache wirklich großartig gemacht", lobt Crosby.

Die Tiefe des Kaders hat viel mehr Wert als irgendwelche Offensiv-Statistiken. Sie erlaubt Sullivan, die Eiszeit seiner Spieler auszugleichen. Das wiederum ist die Voraussetzung dafür, dass die Penguins ihr intensives Spiel durchziehen können. Seit elf Spielen haben sie jeweils das bessere Schussverhältnis als der Gegner.

"Es hilft uns, dass wir in der Lage sind, jeden von der Bank einzusetzen. Das entlastet Sid und Gero. So können wir genau die Spielweise umsetzen, die uns einen Vorteil verschafft und zum Erfolg verhilft", sagt Sullivan. "Sid und Geno stellen sich zudem ganz in den Dienst der Mannschaft und treten vollkommen uneigennützig auf. Das alles hat uns zu einem starken Team gemacht."

Mehr anzeigen