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Schweizer Herausforderung heißt Kanada

Die U20-Junioren aus der Alpenrepublik gehen als Außenseiter in das WM-Viertelfinale

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Die Vorrunde der IIHF U20-Juniorenweltmeisterschaft ist abgeschlossen. Acht Teams haben sich für die Playoffs qualifiziert. Wie stehen ihre Aussichten aufs Weiterkommen?

Kanada - Schweiz

Schwerer hätte es für die Jungs aus der Alpenrepublik im Viertelfinale der IIHF U20-Juniorenweltmeisterschaft nicht kommen können. Nachdem sie an Silvester ihr letztes Vorrunden-Match gegen Tschechien mit 3:6 verloren haben, stand fest, dass sie als Tabellenvierter der Gruppe B gegen die kanadische Auswahl, die sich schon einen Tag zuvor, durch einen souveränen 8:0-Erfolg über Dänemark, ihre Spitzenposition in der Gruppe A gesichert hatten, antreten müssen.

Tweet from @TSN_Sports: GOAL: Brett Howden tips in Canada's 5th goal of the game, making it 5-0 in the 2nd period. #WorldJuniors pic.twitter.com/2s6MMNM1yY

Das U20-Team Kanadas erzielte in der Vorrunde die meisten Tore aller zehn Mannschaften (21), musste in seinen vier Begegnungen die wenigsten Gegentreffer (6) hinnehmen und stellte mit einer Erfolgsquote von 53,33 Prozent das effektivste Powerplay im bisherigen Turnierverlauf. Es ist stark davon auszugehen, dass auf den Schweizer Schlussmann, wem auch immer Nationalcoach Christian Wohlwend den Vorzug gibt, eine Menge Arbeit zukommt.

Für die Schweizer Junioren gilt es sich möglichst von der Strafbank fernzuhalten. Obwohl sie nur elfmal mit Unterzahl auf dem Eis standen, mussten sie schon fünf Powerplaytreffer ihrer Gegner zulassen und weisen mit einer Quote von 54,55% das schlechteste Penalty Killing aus. Optimistisch stimmen darf die Eidgenossen, dass die Moral in ihrem Kader stimmt. In jedem ihrer bisherigen Auftritte steckten sie Rückstände weg (1:2 gegen Weißrussland; 0:1, 1:2 gegen Russland; 0:1 gegen Schweden; 0:1; 1:3 gegen Tschechien) und konnten den Spielstand zwischenzeitlich wieder egalisieren. Vielleicht kann am Montag (Spielbeginn 16:00 Uhr Ortszeit) Wohlwends Truppe mit einem Führungstor die Nerven der übermächtigen Nordamerikaner strapazieren.

Top-Scorer Kanada: Sam Steel (3 Tore, 2 Assists), Jordan Kyrou (1 Tor, 4 Assists)
Top-Scorer Schweiz: Marco Miranda (2 Tore, 2 Assists)

Tschechien - Finnland

Das erste Viertelfinale tragen am Montagmittag im Key Bank Center von Buffalo (12:00 Uhr Ortszeit) die Auswahlen der Tschechischen Republik und Finnlands aus. Tschechien zog mit drei Siegen als Tabellenzweiter der Gruppe B in die Runde der besten acht ein. Die finnische U20 belegte in der Gruppe A den dritten Rang, nachdem sie sich in ihrem letzten Vorrundenspiel den US-Amerikanern knapp mit 4:5 geschlagen geben musste. Die Tschechen bewiesen sich in ihren Auftritten nicht gerade als Kinder der Traurigkeit. Mit 71 Strafminuten belegen sie den wenig ehrenhaften ersten Platz in dieser Rubrik. Sechs ihrer 15 Gegentreffer kassierten sie bei nummerischer Unterzahl auf dem Eis (Penalty Killing 66,67%). Die Finnen haben in der Vorrunde gezeigt, dass sie keinen Gegner zu fürchten haben. Bei ihrem Auftaktspiel leisteten sie den favorisierten Kanadiern (2:4) kräftig Widerstand, nachdem sie bereits früh mit 0:2 zurückgelegen waren.

Top-Scorer Tschechien: Libor Hajek (1 Tor, 5 Assists), Martin Kaut (1 Tor, 5 Assists)
Top-Scorer Finnland: Eeli Tolvanen (1 Tor, 4 Assists)

Schweden - Slowakei

Ungeschlagen mit elf von zwölf möglichen Punkten und einem beeindruckenden Torverhältnis von 20:7 qualifizierte sich das schwedische Juniorenteam als Spitzenreiter der Gruppe B für das WM-Viertelfinale, in dem sie am 2. Januar im Harborcenter (Spielbeginn 18:00 Uhr Ortszeit) auf die Slowakei treffen werden, die dank ihrer Siege über Dänemark (5:1) und gegen Gastgeber USA (3:2) den vierten Platz in der Gruppe A hinter den punktgleichen Finnen belegte.

Die Schweden stellen neben den Kanadiern die defensivstärkste Mannschaft dieses Turniers. Im Durchschnitt ließen sie nur 1,71 Gegentore pro Spiel zu. Auch das Unterzahlspiel der Tre Kronor ist mit einer Erfolgsquote von 85,71 Prozent top.

Die Slowakei ließ zwar zusammen mit der Schweiz die zweitmeisten Torschüsse zu (167), konnte sich aber auf ihre Torhüter verlassen, die an dieser Herausforderung wuchsen und mit einer Fangquote von 91,62% den dritten Rang einnehmen. Roman Durny ist mit einer Rettungsquote von 93,04% sogar der Beste unter allen Torhütern, die zu mindestens zwei Einsätzen kamen.

Top-Scorer Schweden: Lias Andersson (5 Tore, 1 Assist), Elias Pettersson (4 Tor2, 2 Assists), Alexander Nylander (1 Tor, 5 Assists), Rasmus Dahlin (6 Assists)
Top-Scorer Slowakei: Samuel Bucek (3 Tore, 3 Assists)

USA - Russland

Russland verpasste es im letzten Gruppenspiel gegen Schweden die Tabellenführung in der Gruppe B zu erobern. Sie unterlagen den Skandinaviern nach Penaltyschießen mit 3:4 und müssen nun als Gruppendritter gegen die USA antreten, die sich in der Gruppe A Platz zwei vor den Finnen (5:4) sicherten. Die Kontrahenten werden sich am Montagabend im Key Bank Center (Spielbeginn 20:00 Uhr Ortszeit) auf Augenhöhe begegnen.

Die USA hatte bereits in der Vorrunde gezeigt, als sie Kanada (4:3 SO) bezwangen, dass sie es mit jedem Gegner aufnehmen kann. Keinen unerheblichen Einfluss auf den morgigen Spielausgang dürfte auch der Heimvorteil sein, den die US-Boys genießen. Russlands Überzahlspiel konnte im bisherigen Turnierverlauf noch nicht überzeugen (6,25%), doch ihr Penalty Killing war mit einer Erfolgsquote von 86,67% spitze. Die USA stellt mit bisher 22 Strafminuten das fairste Team bei der U20-WM. 

Top-Scorer USA: Casey Mittelstadt (4 Tore, 5 Assists)
Top-Scorer Slowakei: Klim Kostin (4 Tore, 2 Assists)

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