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U20 WM: Schweizer Niederlage im Auftaktspiel

von Stefan Herget / NHL.com

Das letzte Mal, dass die Schweizer U20-Junioren bei einer Weltmeisterschaft die Schweden bezwingen konnte, war am 4. Januar 2003 in Halifax. Nahezu 13 Jahre sind seitdem vergangen. Auch im heutigen Duell der beiden Mannschaften zum Auftakt in der Gruppe A hielt die Siegesserie der Skandinavier, die nun sieben Partien umfasst.

Schweden gewann am Ende deutlich und verdient mit 8-3, muss allerdings für den weiteren Turnierverlauf um ihre Stars William Nylander und Adrian Kempe durch erlittene Verletzungen bangen.

Schon zu Beginn wurde relativ schnell klar, welche Richtung das Spiel einnehmen würde, nämlich die in die Richtung von Gauthier Descloux, der heute von Trainer John Fust den Vorzug erhielt, das Tor der Eidgenossen zu hüten.

Bereits nach 81 Sekunden lag der Puck erstmals hinter Descloux im Netz, obwohl die erste Chance Tino Kessler gehörte, der alleine durch an Schwedens Schlussmann Linus Soderstrom scheiterte. Toronto Maple Leafs Nachwuchshoffnung Nylander hatte auf Vorarbeit von seinem Bruder Alexander Nylander und Dmytro Timashov getroffen. Letzterer sollte im weiteren Spielverlauf selbst noch als zweifacher Torschütze auftreten.

In der 5. Minute folgte der erste Aufreger, als Fabian Heldner mit einem Check gegen den Kopf von Joel Eriksson Ek in der neutralen Zone eine große Strafe inklusive Spieldauer erhielt. Die folgende fünfminütige Unterzahl hatten die Schweizer gerade aufopferungsvoll kämpfend überstanden, da erzielte Oskar Lindblom mit der Rückhand in der 11. Minute das 2-0.

Die 16. Minute wurde erneut überschattet von einem harten Foul. Dieses Mal checkte Chris Egli in der neutralen Zone aus einem toten Winkel heraus Nylander gegen den Kopf. Dieser ging zu Boden, wurde benommen vom Eis geführt und kehrte nicht mehr zurück. Egli durfte als Nächster vorzeitig zum Duschen gehen.

Weil sich Marcus Petterson einmischte und Nylander “rächte”, ging es zumindest zwei Minuten Vier gegen Vier weiter. Den Platz auf dem Eis konnte Kessler im Nachschuss zum Anschlusstreffer nutzen, doch die Antwort folgte nur knapp zwei Minuten später, indem Timashov in der fälligen Überzahl den alten Abstand herstellte.

Die Partie blieb ruppig und ein Handgemenge nach einem Stockcheck von Timo Meier zum Ende des ersten Drittel führte zum nächsten Powerplay der Schweden zu Wiederbeginn.

Das nutzte Timashov wiederum mit einem trockenen Handgelenkschuss zum 4-1. Etwas mehr als zwei Minuten später erhöhte Rasmus Asplund sogar auf 5-1. Die Schweizer Jungs gaben sich nicht geschlagen und Noah Rod konnte in der 28. Minute einen Schuss von Edson Harlacher zum 2-5 abfälschen.

Zur Mitte des Spiels checkte Calvin Thurkauf Kempe von hinten und sorgte so für einen weiteren Ausfall bei den Gegnern. Er kam ohne Strafe durch die Schiedsrichter davon.

Die Schweden antworteten auf ihre Art und markierten durch Jakob Forsbacka Karlsson in der 33. Minute das 6-2. Damit war auch der Arbeitstag von Torhüter Descloux, der durch Joren Van Pottelberghe ersetzt wurde, beendet.

Der Neue konnte sich immerhin bis zur 43. Minute schadlos halten, ehe Jacob Larsson mit dem 7-2 für die endgültige Entscheidung sorgte.

Wenigstens konnte Kessler in der 52. Minute in Unterzahl noch das dritte Tor der Schweizer verbuchen, bevor Adam Ollas Mattsson in der 57. Minute den 8-3 Endstand herstellte.

39 zu 18 Torschüsse zu Gunsten der Schweden lautete am Ende die Bilanz, welche die Dominanz der Nordeuropäer verdeutlicht. Der Schweizer Nachwuchs lief weite Strecken hinter den spielstarken Kontrahenten hinterher und tat sich schwer, eigene Akzente zu setzen.

Der Versuch, durch körperliche Härte ins Spiel zu kommen, scheiterte früh und erhielt einen faden Beigeschmack, als die Grenzen des Regelwerks mehrmals überschritten wurden. Im morgigen wichtigen Spiel gegen Dänemark muss definitiv eine Steigerung erfolgen, wollen die Schweizer nicht Gefahr laufen, wie im Vorjahr in die Relegation zu müssen.

In der vorherigen Auftaktpartie der Gruppe B besiegte Russland den Rivalen Tschechien mit 2-1 nach Penaltyschießen. Maxim Lazarev traf als einziger im Shootout. Zuvor hatte Michael Spacek die Tschechen in der 34. Minute mit 1-0 in Führung gebracht, die Artur Lauta für die Russen in der 50. Minute ausgleichen konnte.

Im zweiten Spiel der Gruppe B gab sich Gastgeber Finnland keine Blöße und besiegte Aufsteiger Weißrussland nach ein paar Anlaufschwierigkeiten klar mit 6-0. Trotz deutlicher Überlegenheit brachte Jesse Puljujarvi die Finnen erst in der 38. Minute auf die Siegerstraße. Patrik Laine, Sami Niku, erneut Puljujarvi, sowie Sebastian Repo und Mikko Rantanen waren die weiteren Torschützen im dritten Drittel.

Das ausgeglichene Topspiel der Gruppe A am Abend zwischen den USA und Kanada endete mit 4-2. Louis Belpedio in der 57. Minute und nur 41 Sekunden später Auston Matthews versetzten den Kanadier den entscheidenden Stich. Zuvor hatte Matt Barzal nach einem torlosen ersten Drittel die Ahornblätter in der 26. Minute in Führung gebracht. Die US-Amerikaner Colin White und Zach Werenski drehten in der 37. bzw. 48. Minute den Spielstand, den Dylan Strome zwischenzeitlich ausgleichen konnte.

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