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U20 WM: Finnland spielt gegen Russland Finale

von Stefan Herget / NHL.com

Schweden – Finnland 1–2 (1-0/0-2/0-0)

Der Gastgeber Finnland wächst Spiel für Spiel über sich hinaus und zieht nach einem nicht unverdienten 2-1 Erfolg gegen den Topfavorit und Rivalen Schweden ins Finale der U20 Junioren-Weltmeisterschaft ein. Bereits im Viertelfinale hatten die Finnen den Kanadiern zum ersten Mal seit 1998 den Einzug in das Halbfinale verwehrt.

Die Schweden hatten den besseren Auftakt. Besonders wenn die Reihe mit Alex Nylander, Dmytro Timashov und Rasmus Asplund auf dem Eis war, wurde es für die Finnen gefährlich. Folgerichtig fiel in der 11. Minute die Führung der Gäste durch diese Sturmformation.

Timashov nahm den Puck in der eigenen Zone auf und führte ihn tief in das gegnerische Drittel. Dort angekommen bediente er Asplund mustergültig, der keine Mühe hatte, Kaapo Kähkönen zu überwinden.

Es sollte das einzige Mal bleiben, dass Kähkönen bezwungen werden konnte, der mit insgesamt nur 21 Saves relativ wenig zu tun hatte. Das lag daran, dass die Defensive vor ihm im weiteren Verlauf exzellent arbeitete.

Durch zwei Strafzeiten gegen die Schweden in den ersten neun Minuten des zweiten Drittels kamen die Finnen besser ins Spiel, wenn gleich die Topreihe um Patrik Laine, Sebastian Aho und Jesse Puljujarvi weitgehend ausgeschaltet war. So sprangen andere in die Bresche.

Die Überlegenheit führte in der 32. Minute zum Ausgleich. Mikko Rantanen fand Roope Hintz vor Schlussmann Linus Soderstrom, der gegen dessen Schuss machtlos war. Die Zuschauer in der Helsinkier Hartwall Arena feierten das 1-1 frenetisch.

Finnland hatte Appetit auf mehr. Als sie zwei Minuten später erneut in Überzahl kamen, schlug erneut die zweite Reihe zu. Rantanen erhielt den Puck hinter dem gegnerischen Tor und fand Antti Kalapudas am Bullypunkt. Dieser zog trocken aus dem Handgelenk ab und ließ die Scheibe im langen Eck einschlagen.

Zum ersten Mal im Turnier lagen die Schweden hinten und mussten so einem Rückstand hinterherlaufen. Zur Überraschung konnten sie nicht zulegen und die Finnen hatten es relativ einfach den Vorsprung über die Zeit zu bringen.

Bezeichnend war, dass die Schweden im Schlussabschnitt nur noch ganze drei Torschüsse zu Stande brachten. Damit müssen sie sich wie im Vorjahr mit dem Spiel um Platz 3 im Kampf um die Bronzemedaille begnügen, während die Hausherren am morgigen Dienstag um den Titel spielen.

Russland – USA 2–1 (0-1/2-0/0-0)

Im Abendspiel zwischen Russland und den USA wurde der Gegner von Finnland im Finale am Dienstag gesucht. Die Russen erwiesen sich dabei erneut als derzeitiger Angstgegner der USA, denn die letzten fünf Spiele bei Junioren-Weltmeisterschaften gegeneinander endeten mit einem russischen Sieg. Noch nie blieben die Amerikaner in dem seit 1996 gespielten KO-System gegen die Russen siegreich.

Russland mit Ilya Samsonov im Tor war von Beginn an das druckvollere Team, begünstigt durch eine frühe Strafzeit gegen Brandon Carlo in der 3. Minute. Die folgende Unterzahl überstanden die Amerikaner schadlos, auch dank ihres Torhüters Alex Nedeljkovic, der häufig im Blickpunkt stand.

In der 10. Minute dann entgegen des Spielverlaufs die Führung der USA. Christian Dvorak traf auf Vorarbeit von Sonny Milano und Zach Werenski. Letzterer sorgte kurz danach für eine kritische Phase, denn eine Strafzeit gegen ihn wegen Beinstellens folgte gleichzeitig eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Die Russen konnten allerdings aus der zweiminütigen doppelten Überzahl kein Kapital schlagen. Zuvor hatte die USA Möglichkeiten die Führung auszubauen, insbesondere Pech bei einem Pfostenschuss durch Matthew Tkachuk.

Nach dem Wechsel spielte Russland weiter forsch nach vorne, während die USA selten offensiv glänzen konnten. In der 36. Minute wurde die Sbornaja für ihre Anstrengungen belohnt. Pavel Kraskovski erzielte den Ausgleich und nur knapp drei Minuten später sorgte Yegor Korshikov nach einer phantastischen Einzelleistung für das 2-1. Durch diesen Doppelschlag waren die Amerikaner plötzlich im Hintertreffen.

Im Schlussabschnitt versuchten sie alles diesen Rückstand wieder wett zu machen. Nun wirkten die USA druckvoller und konsequenter in den Aktionen. Eine große Chance kam ab der 44. Minute, als die Russen eine Bankstrafe wegen eines Wechselfehlers kassierten. Doch diese verteidigten geschickt ihr Gehäuse und Samsonov war auf dem Posten.

So verging Minute um Minute. Zwei Minuten vor dem Ende schickte Trainer Ron Wilson einen sechsten Feldspieler für Nedeljkovic auf das Feld. Am Spielstand und der bitteren Niederlage änderte das jedoch nichts mehr.

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