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U20 WM: Finnland holt sich den Titel

von Bernd Roesch / NHL.com

Russland - Finnland 3-4 OT (1-0/0-0/2-3/0-1)

Wer wird U20 Weltmeister 2016?

Die Antwort auf diese Frage gaben am Dienstagabend die russische und die finnische Auswahl in der Hartwall Arena von Helsinki.

Beide Mannschaften waren schon in der Vorrunde aufeinandergetroffen, wo sie sich einen offenen Schlagabtausch lieferten, bei dem am Ende die Russen mit 6-4 Toren die Nase vorne hatten, nachdem sie zwischenzeitlich mit 1-3 in Rückstand geraten waren.

In den Halbfinalen setzten sich die Kontrahenten jeweils nach einem 0-1 Rückstand denkbar knapp mit 2-1 Toren gegen die USA sowie Schweden durch und sorgten dabei für viel Spannung bis zum Ertönen der Schlusssirene. Für Finnland ist es die siebte Finalteilnahme, dreimal konnten sie gewinnen - zuletzt 2014 gegen ihren Nachbarn aus Schweden.

Die russische U20 erreichte zwölf Mal seit 1993 das Endspiel und verließ viermal als Sieger das Eis - zuletzt 2012 in Buffalo gegen Kanada.

Russlands Headcoach Valeri Bragin vertraute heute im Tor auf Ilya Samsonov, der gegen die USA im Halbfinale eine herausragende Vorstellung abgeliefert hatte, bei den Finnen stand Kaapo Kahkonen von Beginn an im Kasten. Kahkonen spielte nach knapp vier Minuten in der heutigen Partie eine unglückliche Rolle, als er sich wegen Spielverzögerung eine 2-Minuten Strafe einhandelte.

Die Chance beim daraus resultierenden Überzahlspiel zu punkten ließen sich die Gäste nicht entgehen. Russlands erfolgreichster Torschütze bei diesem Turnier, Vladislav Kamenev, netzte bereits in der 5. Spielminute zum 1-0 ein. Keine vier Minuten danach musste mit Niko Mikkola erneut ein Finne auf der Strafbank Platz nehmen, doch diesmal konnten sie dem Angriffswirbel der Sbornaja standhalten.

Auch nach dem Powerplay blieben die russischen Junioren das gefährlichere Team und prüften mehrere Male den finnischen Schlussmann. Ihre siebenminütige Drangperiode, während der die Hausherren zu keinem einzigen Torschuss kamen, wurde erst durch eine Strafe gegen Artur Lauta beendet.

Doch selbst in Überzahl blieben die Finnen chancenlos und so blieb es bis zur ersten Drittelpause bei dem knappen Vorsprung.

Wie verwandelt kam Finnland aus der Kabine, ihr Trainer Jukka Jalonen hatte anscheinend die richtigen Worte gefunden. Sein Team machte nun deutlich mehr Druck und verleitete den Gegner immer wieder zu dummen Strafzeiten.

Auch das Überzahlspiel der Finnen lief besser.

In den ersten zehn Minuten des Mittelabschnitts erarbeiteten sie sich ein Torschussverhältnis von 7-2, ein Treffer wollte ihnen jedoch nicht gelingen, so dass die russische Auswahl dank Georgiev auch zu Beginn des Schlussdrittels weiterhin in Führung lag.

Die Partie nahm in den letzten 20 Spielminuten richtig an Fahrt auf:

Gerade einmal 24 Sekunden waren absolviert als Patrik Laine der vielumjubelte Ausgleich gelang. Die Freude über sein siebtes Turniertor währte aber nicht lange: 77 Sekunden danach musste sich Kahkonen durch Andrei Svetlakov geschlagen geben und die Gäste lagen wieder mit einem Tor vorne bis in der 51. Spielminute Sebastian Aho zum 2-2 Remis einnetzte.

Die erste Riesenchance mit einem Mann mehr auf dem Eis erstmals in dieser Partie in Front zu gehen, ließen die Gastgeber noch verstreichen, doch als kurz darauf sich Dmitri Sergeyev wegen Beinstellens zwei Minuten einhandelte, sorgte Mikko Rantanen eine Sekunde bevor die Strafe abgelaufen war für das erlösende 3-2 in der 58. Spielminute.

Den russischen Junioren lief nun die Zeit davon, Georgiev räumte in der verbleibenden Zeit noch zweimal seinen Kasten zugunsten eines weiteren Feldspielers. Sechs(!) Sekunden bevor die reguläre Spielzeit abgelaufen war hatte diese Maßnahme Erfolg: Andrei Svetlakov schaffte das nicht mehr für möglich gehaltene 3-3 mit einem Schuss aus der Ferne, so dass die Entscheidung in der Verlängerung fallen musste. Nach 93 Sekunden in der Overtime ließ Kasperi Kapanen die Suomi feiern.

Der von den Toronto Maple Leafs gedraftete Stürmer schoss sein Team ins Glück: Der neue U20 Weltmeister 2016 heißt Finnland.

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