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U20 WM: Die Schweiz sieht sich gut gerüstet

von Stefan Herget / NHL.com

Vom 26. Dezember bis 5. Januar findet wieder die U20-Junioren Eishockey-Weltmeisterschaft, dieses Mal in der finnischen Hauptstadt Helsinki, statt. Nachdem der deutsche Nachwuchs vergangenes Jahr in der Relegation gegen die Schweiz den Kürzeren zog und vor kurzem zusammen mit Österreich in der Division I vergeblich um den Wiederaufstieg gekämpft hat, sind die Eidgenossen das verbliebene Team aus dem deutschsprachigen Raum in der Eliteklasse.

Für die besten Talente aus den qualifizierten Nationen ist es eine perfekte Möglichkeit unter der Anwesenheit zahlreicher Scouts Punkte zu sammeln für den NHL Draft 2016.

Der Schweizer Trainer John Fust kann nach dem enttäuschenden Abschneiden im vergangenen Jahr auf immerhin zehn Spieler zurückgreifen, die schon damals dabei waren und deswegen über eine gewisse Erfahrung verfügen.

Diese sind die Torhüter Gauthier Descloux und Ludovic Waeber, die Verteidiger Edson Harlacher, Simon Kindschi und Jonas Siegenthaler, sowie die Stürmer Denis Malgin, Timo Meier, Noah Rod, Kris Schmidli und Pius Suter.

Acht Spieler sind regelmäßig in der Nationalliga A tätig und vier kommen von ihren Teams aus Nordamerika nach Europa.

Leider nicht dabei sein kann der 19-jährige Flügelstürmer Kevin Fiala, der bei den Nashville Predators unter Vertrag steht, aber derzeit im Farmteam bei den Milwaukee Admirals in der AHL aufläuft und nach schwachem Saisonstart immer besser spielt.

Er erhielt von seinem Team keine Freigabe. Er war rückblickend auf 2015 mit vier Toren der beste Schweizer.

17 Spieler des vorläufigen Kaders sind im älteren Jahrgang 1996 geboren, während die anderen neun jünger sind, unter ihnen der erst 16-jährige Stürmer Nico Hischier vom SC Bern, der auf eine Teilnahme hoffen darf. Der endgültige Kader wird kurz vor Turnierbeginn bekannt gegeben.

Die Vorrundengruppe ist mit den Topnationen Kanada und USA, sowie den Skandinaviern Schweden und Dänemark qualitativ sehr hochwertig besetzt. Der erste Gegner wird am 26.12. Schweden (16:00) sein, ehe am 27.12. Dänemark (20:00) und dann am 29.12.

Kanada (20:00), sowie zum Abschluss am 30.12. die USA (20:00) warten.

Das ewig junge Duell zwischen den beiden Favoriten Kanada und den USA steigt bereits am Eröffnungstag 26.12. um 20 Uhr.

Der Schweizer Team Manager Bruno Suri stand NHL.com/de in einem Telefoninterview zu den wichtigsten Fragen im Vorfeld Rede und Antwort:

Wie sehen die Ziele in diesem Jahr aus?

"Unser Ziel ist ganz klar das Viertelfinale, auch wenn wir den Blick nach hinten nicht verlieren. Wir haben ein sehr gutes und ausgeglichenes Team und hoffen, dass wir die eine oder andere Überraschung in den Gruppenspielen schaffen und so unser Ziel erreichen, dann müssen wir von Spiel zu Spiel schauen."

Wurden irgendwelche Lehren aus dem Abschneiden im vergangenen Jahr gezogen?

"Ja, es zeigt uns einfach, dass es international sehr eng zugeht und wir können jeden Gegner an einem guten Tag schlagen, aber auch gegen nominell schwächere Gegner verlieren. Das ist klar. Wir müssen einfach unsere Talente bündeln und ein gutes Team formen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg und dann haben wir auch gute Chancen eine Überraschung zu schaffen."

Mit Nico Hischier haben Sie einen 16-jährigen Spieler im Kader. Kann er den Altersunterschied wett machen?

"Das werden wir klären. Wir haben ihn international schon beobachtet. Er hat sehr gute Anlagen. In Bern durfte er auch schon in der Nationalliga A auflaufen. Wir hatten früher schon Spieler gehabt, wie Phil Baltisberger, der drei oder vier Mal an der U20 WM teilgenommen hatte. Es gibt immer vereinzelte Spieler, die etwas bringen und das Team weiterbringen, aber etwas jünger sind und Hischier ist so einer. Ich denke schon, dass er den Altersunterschied gut überbrücken kann."

Wer sind die Leistungsträger in der Mannschaft?

"Wichtig ist für uns wie alle Jahre, dass wir gute Torhüter haben und dann sind in erster Linie alle gefordert, die schon in der Nationalliga A oder in den Juniorenligen in Nordamerika spielen. Wir haben sehr viel Talent im Kader."

Wie sehen Sie den Spielplan, nachdem es am zweiten Tag schon gegen Dänemark geht und erst danach USA und Kanada warten?

"Das kann ich Ihnen nach dem Spiel gegen Dänemark sagen (lacht). Wir haben am 26. schon ein schweres Spiel, die Dänen fangen erst am 27. gegen uns an. Das ist ein Plus für die Dänen in Punkto Kraft und Kondition, wir sind vielleicht schon besser im Rhythmus. Es ist schwer zu sagen, wo der Vorteil liegt. Wir machen uns nicht so viele Gedanken um den Spielplan, was gut und was weniger gut ist. Wir müssen ihn nehmen, wie er ist und uns einfach bestmöglich vorbereiten. Aber das zweite Spiel gegen Dänemark wird sicher das Schlüsselspiel. Das wissen die sicher auch."

Das erste von zwei Testspielen am Montag endete mit einem 4-3 Sieg gegen Gastgeber Finnland.

Das Aufgebot der Schweizer U20 WM-Vorbereitung:

Torhüter (3): Gauthier Descloux (Genève-Servette HC), Joren Van Pottelberghe (Linköpings Hockey Club/Schweden), Ludovic Waeber (HC Fribourg Gottéron).

Verteidiger (8): Tim Dubois (SC Bern), Marco Forrer (EV Zug), Andrea Glauser (HC Fribourg Gottéron), Edson Harlacher (Kloten Flyers), Fabian Heldner (HC Davos), Roger Karrer (GCK Lions), Simon Kindschi (HC Davos), Jonas Siegenthaler (ZSC Lions).

Stürmer (15): Dominik Diem (GCK Lions), Chris Egli (HC Davos), Nico Hischier (SC Bern), Auguste Impose (Quebec Remparts/QMJHL), Tino Kessler (HC Davos), Johnny Kneubühler (Lausanne HC), Denis Malgin (ZSC Lions), Timo Meier (Halifax Mooseheads/QMJHL), Dario Meyer (Edmonton Oil Kings / WHL), Julien Privet (SC Bern), Damien Riat (Servette-Genève HC), Noah Rod (Servette-Genève HC), Kris Schmidli (GCK Lions), Pius Suter (ZSC Lions), Calvin Thürkauf (Kelowna Rockets / WHL)

Der endgültige Kader wird am 23.12. nach dem zweiten Testspiel gegen die Slowakei bekannt gegeben.

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