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Top-Saisonstart für die Canadiens

von Bernd Roesch / NHL.com

Zum Saisonauftakt müssen die Montreal Canadiens viermal in der Fremde antreten, ehe sie sich am erstmals ihren Fans im heimischen Bell Centre präsentieren dürfen. Ein guter Saisonstart ist für sie enorm wichtig, um nicht schon vorzeitig Unruhe im Umfeld aufkommen zu lassen. Den Frankokanadiern dürften unruhige Zeiten nach drei Siegen in den ersten drei Auswärtspartien kurzfristig nicht widerfahren.

In allen drei Spielen führten die Habs die Regie über das Spielgeschehen. Auch wenn gegen den Erzrivalen aus Toronto am vergangenen Mittwoch die Entscheidung zu ihren Gunsten erst in der Schlussphase fiel, hatte man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass etwas schief gehen könnte. In dieser Begegnung war Schlussmann Carey Price mit 36 Paraden der gewohnt sichere Rückhalt. Bereits nach gut drei Spielminuten waren die Canadiens im Air Canada Centre in Front gegangen und verwalteten geschickt ihren Vorsprung.

Auch von dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer der Hausherren, aus einem Powerplay heraus kurz nach der Drittelpause, wirkten Montreals Spieler nicht geschockt. Im Gegenteil: Jetzt lieferten sie sich einen offenen Schlagabtausch mit ihren Gastgebern. Noch acht Minuten standen auf der Uhr als Alex Galchenyuk mit der erneuten Führung die Zeichen auf Sieg setzte.

Diesen machte schließlich Max Pacioretty mit einem Empty Netter zum 3-1 Endstand perfekt. Obwohl Tomas Plekanec in dieser Partie noch kein Scorerpunkt gelang, war er einer der Aktivposten. Sechsmal, so oft wie kein anderer Canadien, schoss der tschechische Center auf das gegnerische Gehäuse und bei zwei Treffern seines Teams stand er mit auf dem Eis.

Sich einer vermeintlich noch schwereren Aufgabe sahen sich die Canadiens drei Tage später im TD Garden der Boston Bruins ausgesetzt. Der Rekord-Champion ließ aber erst gar keine Zweifel darüber aufkommen wer hier das Sagen hat: sie überrumpelten förmlich ihren Gastgeber. Gleich das erste Überzahlspiel nutzte David Desharnais zur frühen Führung nach 85 Sekunden. Bis zur ersten Pause hätten die Gäste gut und gerne ihren Vorsprung noch weiter ausbauen können.

Gelingen sollte es ihnen dann im Mittelabschnitt, Dank eines Doppelschlags von Lars Eller, der zusammen mit Galchenyuk und Alexander Semin eine Sturmreihe bildete. Unter die Kategorie Schönheitsfehler konnte das Anschlusstor der Bruins verbucht werden.

Auch nach dem zweiten Seitenwechsel hatten die Canadiens die besseren Chancen, mussten jedoch bis zur Schlussminute warten ehe Plekanec mit seinem Schuss ins verwaiste Tor den Sack zumachte. So fiel Bostons anschließender zweiter Treffer zum 4-2 Endstand nicht mehr weiter ins Gewicht. Plekanec krönte mit seinem ersten Saisontor, seinem 500. NHL-Scorerpunkt, eine solide Vorstellung.

Mit 20:07 Minuten Eiszeit, kein anderer Stürmer der Habs bekam mehr, war der 32-Jährige eine der großen Stützen bei diesem doppelten Punktgewinn.

Nur 24 Stunden nach ihrem zweiten Saisonsieg ging die Reise der Canadiens in die kanadische Hauptstadt, wo sie die bis dato ungeschlagenen Ottawa Senators erwarteten. Zur Überraschung vieler entschied sich Habs Coach Michel Therrien für Rookie Mike Condon im Tor anstatt von Price. Der 25-jährige Schlussmann, der vor zwei Jahren noch in der ECHL bei den Wheeling Nailers seine Schlittschuhe schnürte, gab damit sein NHL-Debut.

Man konnte den Eindruck gewinnen, dass seine Vorderleute ihm das Leben besonders leicht machen wollten. Montreals Ausnahmeverteidiger P.K. Subban verneinte das nach der Partie: "Wir haben überhaupt nichts verändert. Wir haben uns mit ihm im Kasten sicher gefühlt. Er hatte schon früher gezeigt, dass er bereit und heiß ist." Zur Hilfe kam Condon, dass Plekanec bereits im Eröffnungsdrittel zweimal ins Schwarze getroffen hatte. Der tschechische Stürmer gab anschließend zu, dass sein erster Treffer, bei dem er aus ganz spitzem Winkel von der rechten Seite einfach mal in Richtung Tor schoss, glücklich zustande kam:

"Ich wollte ihn [Matthew O'Connor] überraschen und was soll ich sagen, es hat funktioniert."

Beim zweiten Tor, die Senators hatten gerade ihre Aufstellung im Angriffsdrittel gefunden, schnappte sich Plekanec an der eigenen blauen Linie die Scheibe, lief Senators Verteidiger Erik Karlsson auf und davon und behielt bei 1 gegen 1 die Nerven gegen Ottawas Schlussmann.

Somit hatte Plekanec innerhalb von knapp neun Minuten den Grundstein für den 3-1 Auswärtstriumph der Canadiens gelegt.

Tomas Plekanec ist weder aus der tschechischen Nationalmannschaft, für die er regelmäßig an Weltmeisterschaften teilnahm, noch aus dem Kader der Canadiens, dem er seit der Saison 2003/04 fest angehört, nicht mehr wegzudenken.

Ich traue 'Mr. Zuverlässig' sogar zu, dass er seine Bestmarke aus der Spielzeit 2009/10 mit 25 Toren und 45 Assists in 82 Partien in diesem Jahr noch toppen kann.

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