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Tom Kühnhackl über seine Zeit nach dem Cupgewinn

von Stefan Herget / NHL.com

Am 13. Juni holte Tom Kuhnhackl mit seinen Pittsburgh Penguins den Stanley Cup durch einen 3-1 Sieg gegen die San Jose Sharks in Spiel 6 des Stanley Cup Finales 2016. Ein besonderer Moment für den 24-jährigen Landshuter, der natürlich im Schatten seines berühmten Vater Erich steht, aber nun seinen eigenen Weg zum Eishockey Olymp gehen kann.

Noch im Januar schien der ultimative Triumph weit weg, denn Kühnhackl musste sich wie schon die vielen Jahre zuvor im Farmteam in der AHL durchschlagen, ehe ihn der Ruf aus der NHL ereilte und er seine Chance nutzen konnte.

Dementsprechend blass stand Kühnhackl auf dem Eis des SAP Centers von San Jose und konnte kaum realisieren, was in den Minuten zuvor Wirklichkeit geworden war. Er hatte als dritter Deutscher nach Uwe Krupp (1996, 2002) und Dennis Seidenberg (2011) die begehrteste Trophäe des Eishockeysports gewonnen. Wofür andere Jahre benötigen oder es in manchmal 20 Jahren Laufbahn nicht ein Mal schaffen, hatte er gerade fünf Monate gebraucht. Wirklich ein Traum!

Nach den ganzen Feierlichkeiten inklusive der beeindruckenden Parade in der Downtown von Pittsburgh mit hunderttausend feiernden Fans, flog Kühnhackl am 23. Juni zurück nach Deutschland und bezog erst einmal sein altes Zimmer im Elternhaus in Landshut.

"Dann habe ich erst einmal gar nichts mit Eishockey zu tun gehabt", sagte uns Kühnhackl gestern im Interview. Seine amerikanische Freundin landete eine Woche später ebenfalls in Deutschland. "Ich bin mit ihr eine Woche nach Prag gefahren, um einfach mal abzuschalten und was anderes zu sehen", ergänzte er.

In der Stadt der hundert Türme war vorrangig Erholung angesagt, aber natürlich standen auch die unzähligen Sehenswürdigkeiten der tschechischen Metropole auf dem Programm.

Vor ungefähr einer Woche habe er schließlich wieder erste Laufeinheiten absolviert und mit dem Krafttraining angefangen. Seit Mittwoch dieser Woche befindet sich Kühnhackl über ein verlängertes Wochenende beim Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft in Füssen.

Er wurde von Bundestrainer Marco Sturm nominiert und freut sich darauf, auch bei der Olympia-Qualifikation vom 1. bis 4. September in Lettland sein Land erstmals im Herrenbereich vertreten zu können. "Es ist eine Ehre hier dabei sein zu können", sagte er auf der Pressekonferenz zum Auftakt.

Die Qualifikation für Olympia 2018 in Südkorea ist das große Ziel. Dafür muss in der Gruppe gegen den Gastgeber, Österreich und Japan der Gruppensieg her. Da die Teilnahme der NHL an den Spielen noch offen ist, steht eine Beteiligung von Kühnhackl selbst im Fall des erfolgreichen Turnierabschlusses noch in den Sternen.

In der nächsten Woche wird Kühnhackl dann seine Vorbereitung intensivieren. "Ich gehe ca. drei Mal in der Woche ins Fitnessstudio", erzählte er. "Zudem halte ich mich auch mit Laufen fit. Ich denke, das unterscheidet sich nicht groß von dem, was die Eishockeyspieler sonst so machen."

Sein Training wird Kühnhackl im August zumindest für einen Tag unterbrechen. Nämlich dann, wenn er voraussichtlich am 16. August einen prominenten Gast bei sich begrüßen darf. Lord Stanley’s Cup höchstpersönlich wird dann seiner Heimatstadt Landshut die Aufwartung machen.

Der Tradition zur Folge erhält jeder Gewinner den Pokal für einen Tag zur Verfügung. Es ist ihm ein Anliegen, dass es ein Event für die gesamte Stadt wird. "Vor mir aus stelle ich den Cup auch irgendwo hin, damit jeder Fotos machen kann. Kein Problem", sagte Kühnhackl der Lanshuter Zeitung in einem Interview vor zwei Wochen.

Die Fans in der traditionellen Eishockeyhochburg Landshut können sich also auf ein besonderes Fest freuen.

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