Skip to main content

Team Deutschland verpasst die Sensation

von Alexander Gammel / NHL.com

Team Sturm ging mit einem Sieg gegen einen klaren Favoriten in das Spiel. 5-1 stand es am Ende gegen die Slowakei. Doch nun wartete ein anderes Kaliber auf die Bundesadler. Team Kanada, ein Gegner der kaum zu schlagen schien. Seit dem 5-1 Sieg 1996 konnte Deutschland Kanada nicht mehr bei einer WM schlagen. Doch davon ließen sich die Herren in Schwarz-Rot-Gold am Donnerstag nicht einschüchtern.

Von der ersten Minute an stellten sie alles auf Angriff. Es gab kein Verstecken, keine Einschüchterung, kein zurückstecken. Deutschland beherrschte die ersten zwei Minuten und kam bereits zu zwei guten Chancen, doch Talbot hielt seinen Kasten für Team Canada sauber.

Doch nach 3:54 schlug Taylor Hall zu. Er fuhr über die linke Seite ins deutsche Drittel und zog vom Bullykreis aus ab, an einem guten Tag hält Timo Pielmeier so einen Schuss.

Nach dem ersten Drittel sah es gut aus für den Außenseiter Deutschland, eine relativ ausgeglichene Statistik, ein Spiel mindestens auf Augenhöhe, wenn nicht sogar mit Vorteilen auf deutscher Seite, nur das eine Tor machte den Unterschied.

Nach 3:22 dachte man kurz, es könnte wieder eine Darbietung eines der „Großen“ gegen einen der „Kleinen“ sein. Corey Perry hielt vor dem deutschen Tor den Schläger in den Pass, Denis Reul kam eine halbe Sekunde zu spät und der Puck landete unhaltbar abgefäscht im Netz.

Vorausgegangen war ein Tor von Gerrit Fauser, das nach Videobeweis wegen einer Kickbewegung nicht gegeben wurde.

Doch das ließen sich Sturms Männer nicht gefallen. Nach 31:31 endlich das hochverdiente erste Tor für die Nationalmannschaft: die Kombination München-Berlin-Nürnberg trifft. Nach Vorlagen von Marcel Nöbels und dem jungen Dominik Kahun versenkt Patrick Reimer die Scheibe unhaltbar hinter Talbot.

Und da hatten die Deutschen Witterung aufgenommen. Sechs Minuten später traf Sinan Akdag zum Ausgleich. Nachdem Gogulla im gegnerischen Drittel an der Bande den Puck behaupten konnte, spielte er zum Verteidiger, der Talbot keine Chance lies.

Die Sensation lag in der Luft, kann Deutschland zum ersten Mal seit 20 Jahren gegen Kanada gewinnen?

Doch trotz einer unglaublichen Leistung der DEL Cracks machte der Favorit das Rennen. Die NHL Stars zeigten im dritten Drittel ihre Überlegenheit in der Chancenverwertung. Trotz einer Schussstatistik von 22-19, siegte der Favorit 5-2, dank drei Toren im Schlussabschnitt.

Den Anfang machte erneut Taylor Hall mit seinem zweiten Tor des Spiels.

Darauf folgten 3:38 später Boone Jenner und weniger als sieben Minuten danach Cody Ceci. Und schon stand es 5:2. Sturms Truppe warf alles nach vorne um das Spiel nochmal spannend zu machen, doch ohne Erfolg.

Zwar gewann erneut der Favorit Kanada, doch Team Deutschland machte am Donnerstag deutlich: Wir verstecken uns nicht vor den „Großen“, wir ruhen uns nicht für das nächste Spiel aus, wir kämpfen und wir sind hier um zu siegen.

Auch wenn keine Punkte dabei heraussprangen, alle Achtung vor der Truppe von Marco Sturm, sie waren die ersten, die die Kanadier wirklich vor Probleme stellten und darauf kann man stolz sein.

So eine Leistung gegen Weißrussland, Ungarn und die USA und das Viertelfinale wird Realität.

Bereits Mittwoch Abend begegnete Kasachstan den Schweden und unterlag mit 7:3. Kasachstan bleibt weiter in Gefahr abzusteigen und Schweden liegt derzeit auf Platz drei der Gruppe und hat (wie erwartet) beste Chancen ins Viertelfinale einzuziehen.

Zeitgleich trat das ungeschlagene Finnland gegen den Aufsteiger Ungarn an. Wie erwartet war Finnland mit mit 51:13 Torschüssen haushoch überlegen, doch der ungarische Torwart Adam Vay zeigte wohl die Leistung seines Lebens. Trotzdem reichte es nur zu einer relativ knappen 3-0 Niederlage.

Am Donnerstag Nachmittag gab es ebenfalls zwei Begegnungen. Die scheinbar unaufhaltsame Maschine aus Tschechien demontierte Norwegen mit 7-0. Sie bestätigen damit ihren Anspruch auf Platz eins der Gruppe A und verpassten den Hoffnungen der Norweger auf das Viertelfinale einen Dämpfer.

Parallel dazu zeigten die Franzosen eine starke Leistung. Die ersten 30 Minuten des Spiels gegen die USA waren sie mindestens auf Augenhöhe, wenn nicht sogar überlegen. Doch nach 35 Minuten wurden sie müde und brachen ein, kassierten innerhalb von sieben Spielminuten vier Tore und unterlagen dem Favoriten aus Nordamerika.

Ein wirklich böses erwachen gab es im Spiel der Gruppe A Parallel zum deutschen Spiel für Dänemark. Sie spielten bisher ein ordentliches Turnier und traten gegen einen angeschlagenen Gastgeber Russland an, da konnte man sich Punkte erhoffen. Doch die Russen entschieden, es wäre doch endlich mal an der Zeit loszulegen und vernichteten die Nordeuropäer 10-1.

Mehr anzeigen