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Carolina bemüht sich um Torgefahr und Stabilität

Hurricanes hoffen durch Transfer und Nachwuchstalente auf mehr Tore und setzen auf gesunde Konkurrenz im eigenen Kasten

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Nachdem die Washington Capitals zum Stanley Cup Champion 2017/18 gekrönt wurden, der NHL Draft 2018 und die geschäftige Phase der Free Agency hinter uns liegen, wird NHL.com/de alle 31 Teams zu diesem Zeitpunkt der Offseason bewerten. Von den wichtigsten Ergänzungen bis hin zu den neuen Perspektivspielern und vielem mehr, werden wir den Zustand jeder Organisation analysieren.

Heute: Carolina Hurricanes

Die Carolina Hurricanes hatten sich von der vergangenen Saison wohl mehr erhofft. Mit 83 Punkten (36-35-11) verpassten sie die Stanley Cup Playoffs in der Eastern Conference um 14 Zähler. Dabei lieferte auch die eigentlich so talentierte Offensive nicht die erwartete Leistung ab. Mit 225 Toren rangierte der Angriff der Hurricanes nur auf Platz 23 der gesamten Liga.

Lediglich das finnische Duo Teuvo Teravainen (29 Tore, 36 Assists) und Sebastian Aho (23 Tore, 41 Punkte), sowie Jeff Skinner (24 Tore, 25 Assists) knackten die Marke von 20 Toren. Um die Produktivität vor dem gegnerischen Tor zu erhöhen, wurden die Hurricanes bereits am 23. Juni auf dem Transfermarkt aktiv. Sie gaben Verteidiger Noah Hanifin und Stürmer Elias Lindholm an die Calgary Flames ab und bekamen im Gegenzug Außenstürmer Micheal Ferland und Verteidiger Dougie Hamilton. Während Hanifin 10 Tore und 32 Punkte erzielte und Lindholm deren 16 Tore und 44 Punkte, kam Ferland auf 21 Tore und 41 Punkte, Hamilton auf 17 Tore und 44 Zähler.

 

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Doch die Offensive dürfte nicht nur von diesem Transfer profitieren. Das Franchise hat in der eigenen Organisation ebenfalls vielversprechende Kandidaten zur Verstärkung des Sturms. Der Tscheche Martin Necas wurde im NHL Draft 2017 in der ersten Runde (Nr. 12) von Carolina ausgewählt, kam bisher aber nur auf einen Einsatz in der NHL. Den größten Teil der vergangenen Saison verbrachte er in der tschechischen Extraliga bei Kometa Brno, wo er auf 17 Punkte (neun Tore, acht Assists) in 27 Spielen kam. In den Playoffs machte er neun Punkte (vier Tore, fünf Assists) in 14 Auftritten. Außerdem vertrat er sein Land bei der WM in Dänemark und sammelte dort fünf Punkte (drei Tore, zwei Assists) in sieben Partien. Er könnte nun bereit sein, um den Sprung in den Kader zu schaffen.

"Ich habe ein paar Kilo zugelegt, bin etwas erwachsener geworden", zeigte sich der Center zuversichtlich. "Ich denke ich bin besser als letztes Jahr. Mein Ziel: Ich will es in das Team schaffen."

Noch größere Hoffnungen ruhen auf Andrei Svechnikov, dem Pick Nummer zwei des diesjährigen Drafts. Der 18-jährige Außenstürmer aus Russland stand in der abgelaufenen Saison in Diensten der Barrie Colts in der Ontario Hockey League, für die er in 44 Begegnungen ganze 40 Tore und 32 Assists erzielte, was ihm die Wahl zum Rookie des Jahres in der OHL einbrachte. In den Playoffs legte er weitere elf Punkte (fünf Tore, sechs Assists) in acht Spielen nach. Im Prospects Development Camp stand Svechnikov vom ersten Tag an mit Necas auf dem Eis.

"Die beiden werden wichtige Bausteine für die Zukunft unserer Organisation sein. Warum sollten wir sie dann nicht so früh wie möglich zusammenbringen und sehen wie das funktioniert?", erklärte Cheftrainer Rod Brind'Amour. "Ich freue mich schon auf die beiden und alles was sie uns bringen können."

In der Abwehr verstärkten sich die Hurricanes, neben dem Transfer von Hamilton, mit der Verpflichtung eines Free Agents. Sie holten Calvin de Haan von den New York Islanders. Der Kanadier verpasste vergangene Saison 49 Spiele verletzungsbedingt, kam in den ersten 33 Partien aber immerhin auf zwölf Punkte (ein Tor, elf Assists) und einen Wert von +11. Nun soll er gemeinsam mit Trevor van Riemsdyk, dessen Vertrag verlängert wurde, die junge Abwehr der Hurricanes anführen. In der abgelaufenen Saison kassierte Carolina nur 28,9 Schüsse pro Spiel, der beste Wert in der NHL.

Video: EDM@CGY: Hamilton trifft gegen Talbot

Trotz der wenigen Schüsse auf das eigene Tor, landeten die Hurricanes nach 82 Spielen mit 253 Gegentoren nur auf Platz 22. Um darauf und auf den Abgang von Torwart Cam Ward zu den Chicago Blackhawks zu reagieren, verpflichteten die Hurricanes für den Posten zwischen den Pfosten Free Agent Petr Mrazek. Der 26-jährige Tscheche stand letzte Saison 39 Mal für die Detroit Red Wings und die Philadelphia Flyers auf dem Eis, kam dabei auf 3,03 Gegentore pro Spiel, eine Fangquote von 90,2 Prozent und vier Shutouts. Obwohl es nicht seine beste Saison war, sind sich die Hurricanes sicher, dass er das nötige Potential hat dem Team zu helfen und mit Scott Darling, um den Stammplatz im Tor zu konkurrieren.

"Wir müssen unvoreingenommen an die Sache herangehen", äußerte sich General Manager Don Waddell zur Torhüterfrage. "Der Wettbewerb bringt das Beste im Menschen zum Vorschein. Wir werden niemanden zur Nummer eins machen, bevor er sich nicht auf dem Eis beweist."

 

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Die Marschrichtung der Hurricanes scheint insgesamt relativ klar. Man setzt weiterhin auf junge Spieler mit viel Potential, hat aber aus den Schwächen der letzten Saison gelernt. Mit einem Führungsspieler in der Abwehr und dem Tandem Darling-Mrazek im Kasten soll die Zahl der Gegentore gesenkt werden. Im Angriff sollen Ferland Hamilton und hoffentlich auch Nachwuchstalente für mehr Durchschlagskraft sorgen. Dabei bleibt dem Team durchaus noch Zeit und Geld sich weiter zu verbessern. Laut capfriendly.com bleiben den Verantwortlichen der Hurricanes noch knapp 12,8 Millionen Dollar Freiraum, bevor sie an die Grenze des Salary Caps stoßen.

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