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Tampa will zum Weiterkommen Serie durchbrechen

von Stefan Herget / NHL.com

Am Mittwoch auf Donnerstag Nacht kommt es um 1.30 Uhr MESZ (Mittwoch 19.30 Uhr Ortszeit) im Tampa zum großen Showdown im siebten Spiel zwischen den Tampa Bay Lightning und den Detroit Red Wings. Dann wird der letzte Teilnehmer an den Conference Halbfinalspielen ermittelt. Der Sieger des Duells trifft auf die Montreal Canadiens, die sich das ganze Geschehen beruhigt von außen ansehen können.

Aufgabe der Lightning wird es dann sein, den erkämpften Heimvorteil durch den erreichten zweiten Platz in der Atlantic Division zu nutzen. Keine einfache, denn im bisherigen Verlauf der Serie hat noch kein Team zwei Mal hintereinander gewinnen können und von den bisherigen drei Heimspielen gingen zwei (Spiel 1 und 5) verloren.

Grund dafür war vor dem 5-2 Erfolg in Spiel 6 vor allem die fehlende Durchschlagskraft der Offensive, die während der regulären Saison mit 262 Treffern und damit im Durchschnitt 3,16 Toren pro Spiel die stärkste der Liga war. So haben es die Mannen von Detroit Trainer Mike Babcock bisher exzellent verstanden, Lightnings Toptorjäger Steven Stamkos weitgehend vom eigenen Gehäuse fern zu halten und ihn auf lediglich drei Vorlagen zu reduzieren.

Das Gleiche gilt für den Führungsspieler Ryan Callahan, der erst zwei Assists verbuchen konnte. In Spiel 3 und 5 konnte Red Wings Schlussmann Petr Mrazek sogar mit 22 bzw. 28 Saves zwei Shutouts gegen die starken Sturmreihen der Kontrahenten feiern.

"Es ist nie spaßig, wenn man eine schwierige Zeit der Flaute erlebt, besonders für uns, die wir die beste Offensive in diesem Jahr hatten", erläutert Stamkos. "Manchmal muss man auch die Leistung des Gegners anerkennen. Sie spielen wirklich gut, aber wir müssen einen Weg finden, sie mit Varianten zu überraschen und einige Optionen in der offensiven Zone aufzeigen."

Doch zum Glück für Bolts Trainer Jon Cooper springen andere in die Bresche. So ist es lediglich Tyler Johnson zu verdanken, dass Tampa Bay nicht schon jetzt in der Sommerpause ist. In allen drei siegreichen Partien erzielte der 24-jährige US-Amerikaner jeweils zwei Tore und zeichnet sich daher für 40 Prozent der Lightning Treffer verantwortlich.

"Sie sehen es. Es ist impulsant, was er gerade macht. Es spricht für sich selbst", sagt Callahan über Johnson. Dieser hatte in unnachahmlicher Weise und unbändigen Willen das wichtige 1-0 erzielt, als er mit einem großartigen Antritt die Defensive der Red Wings stehen und Mrazek keine Abwehrchance ließ.

"Es hat uns heute irgendwie geholfen, da draußen mehr Platz und Geschwindigkeit zu erhalten", erzählte Johnson nach der Partie. "Wir haben unsere Beine bewegt, was es ihnen schwieriger gemacht hat. Das hat sehr viel mit Verzweiflung zu tun."

Verzweifelt wirkten die Red Wings zwar nicht, aber sie mussten eingestehen, dass die Lightning meist einen Tick schneller waren, als zuvor. Etwas Frust über den Spielverlauf zeigte sich durchaus bei zwei harten Checks. Justin Abdelkader zerlegte Cedric Paquette im ersten Drittel und Nicklas Kronwall schnappte sich Nikita Kucherov kurz vor Ende des Mittelabschnittes.

Auch wenn die beiden Checks als regelkonform eingestuft wurden, die Schiedsrichter hatten zumindest alle Hände voll zu tun, die Partie in geregelten Bahnen zu halten, denn mehrmals gerieten Akteure beider Lager aneinander. Die Folge waren alleine neun kleine Strafen wegen übertriebener Härte.

Die Luft wird also knistern, wenn am Mittwoch beide Mannschaften das Eis der Amalie Arena betreten. Alles ist bereit für den großen Showdown. Die Fans beider Lager und des Eishockeysports allgemein sind es auch. Im Vorfeld kann viel geredet oder geschrieben werden. Doch im Endeffekt heißt es nur: Siegen oder Fliegen.

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