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Sturms nahezu perfektes Debüt

von Bernd Roesch / NHL.com

Die National Hockey League ist das A & O. In der Liga spielen die Besten der Besten eines Sports, der stolz darauf ist herausragende Einzelleistungen mit einem gemeinsamen Erfolg verbinden zu können: Dem Streben nach der am schwierigsten in einem Profisport zu erringenden Trophäe - Lord Stanley’s Cup. Obwohl die NHL das ultimative Ziel für alle Eishockeyspieler ist, können nicht alle in ihr spielen. In der Eishockeywelt gibt es mehrere Profi-Ligen, die viele hochkarätige Talente vorzuweisen haben. In diesen Ligen gibt es Spieler aus der ganzen Welt, die sich ihren Weg zu Eishockey-Ehren ebnen. NHL.com/de nimmt Dich mit auf deren Reise durch exklusive Berichte über Spieler, Trends und Neuigkeiten in der Rubrik "Internationales Eis".


Die deutsche Eishockeynationalmannschaft ist in den vergangenen Jahren unter ihren Möglichkeiten geblieben und in der Weltrangliste des Internationalen Eishockeyverbandes bis auf Platz 13 abgerutscht. Einer ihrer Tiefpunkte der letzten Jahre war die verpasste Qualifikation für das Olympische Eishockeyturnier 2014 in Sotschi.

Auch bei der IIHF-Eishockeyweltmeisterschaft in diesem Frühjahr in Tschechien reichte es für die DEB-Auswahl nur zu Platz 10.

Mit Hochspannung wurde das Debüt des ehemaligen NHL-Profis Marco Sturm als Verantwortlicher hinter der Bande der deutschen Nationalmannschaft erwartet. Am vergangenen Wochenende war es soweit:

Der DEB hatte vom 6. bis 8. November zur 26. Auflage des Deutschland Cups geladen.

Die Slowakei, die Schweiz und eine Auswahl us-amerikanischer Spieler, die in Europa spielen, traten als Gegner der Deutschen im Augsburger Curt-Frenzel Stadion an. Sturm hatte 27 Spieler, mit dem Nürnberger Patrick Reimer als Kapitän, in den Kader berufen - wovon 26 auch zu Einsätzen kamen.

Zum Turnierauftakt musste die deutsche Auswahl gegen ihre südlichen Nachbarn aus der Schweiz antreten.

Die Eidgenossen gingen nicht zimperlich zu Werke und heimsten sich im ersten Drittel eine Vielzahl von Strafzeiten ein. Als sie nach einer guten Viertelstunde gleich mit zwei Mann weniger auf dem Eis standen nutzte Philip Gogulla die nummerische Überlegenheit zur 1-0 Führung der Hausherren.

Ruppig ging es auch im Mittelabschnitt zu, doch diesmal profitierten die Schweizer von einigen Undiszipliniertheiten der Gastgeber. Simon Moser, nur elf Sekunden nachdem eine Strafe gegen Nicolas Krämmer abgelaufen war, und Gregory Hofmann brachten die Schweizer Nati erstmals in Front.

Auch der dritte Treffer des Schweizer Teams von Lino Martschini zum 3-2 Endstand, nachdem Daryl Boyle ausgeglichen hatte, resultierte aus einer Unterzahl der Deutschen. Trotz der Niederlage zog Sturm ein positives Resümee, Fehler wurden angesprochen und in den nächsten Partien sollte es besser werden.

Gegen die Slowakei erwischte die DEB-Auswahl einen Traumstart:

Der 23-jährige Deutsch-Kanadier Brooks Macek und Yasin Ehliz schossen eine 2-0 Führung bis zur 15. Minute heraus. Im Mittelabschnitt erhöhten Benedikt Kohl und Gogulla auf 4-0 und sorgten damit für die Vorentscheidung zugunsten der Deutschen.

Die beiden Gegentreffer der Slowaken im Schlussdrittel dienten nur noch der Ergebniskosmetik. Sturm war nach seinem ersten Sieg als Bundestrainer sehr zufrieden mit seinem Team:

"Das war schon viel besser. Kompliment an die Mannschaft, die bis zum Schluss gekämpft hat."

Noch besser sollte es für die Deutschen am Tag darauf laufen:

Durch die 0-4 Niederlage der Schweiz gegen die Slowakei zuvor, kam es am späten Nachmittag zu einem echten Endspiel zwischen der deutschen Mannschaft und der us-amerikanischen Auswahl. Sturms Truppe, eine Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern, konnte eine ganz starke Leistung abrufen und begeisterte mit ihrem frischen Offensiv-Eishockey die 4624 Besucher. Das DEB-Team legte los wie die Feuerwehr!

Es war noch keine Viertelstunde gespielt und US-Schlussmann Calvin Heeter hatte dreimal, gegen Dominik Kahun, Patrick Hager und Gogulla, das Nachsehen gehabt. Nach der Pause hatten die Gäste zwar etwas mehr Spielanteile, doch nur 106 Sekunden nach ihrem Anschlusstreffer stellte David Wolf den alten 3-Tore Vorsprung wieder her.

Auch vom zweiten Gegentreffer der Amerikaner ließen sich die Deutschen nicht aus dem Konzept bringen. Schließlich war es erneut Wolf, er war vergangene Saison viermal für die Calgary Flames in der NHL aufgelaufen, der mit einem Empty Net Goal in der Schlussminute zum 5-2 Endstand die erfolgreiche Titelverteidigung und Marco Sturms Turnierdebüt perfekt machte.

Der 37-Jährige freute sich über den Triumph, bewertete ihn aber auch nicht über und sprach davon, dass es noch einiges zu verbessern gebe. Sturms erste ganz große Bewährungsprobe wird die IIHF-WM 2016 in Russland werden.

Dem Vertrauen von DEB-Präsident Franz Reindl, der von der Leistungssteigerung der Nationalmannschaft in dieser kurzen Zeit angetan war, kann sich Sturm sicher sein und auch von Seiten der Spieler war am Rande des Turniers, dessen sportliche Aussagekraft man nicht überbewerten sollte, nur Positives zu vernehmen. Grund zur Freude gab es also rundum:

Bei den Funktionären, dem Trainergespann, den Spielern und natürlich bei den Fans, die an diesen drei Tagen ihr Team lautstark unterstützten und feierten.

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