Skip to main content

Stars mit Partien gegen direkte Konkurrenten

von Arpon Basu / NHL.com

BROSSARD, Que. - Dallas Stars Kapitän Jamie Benn wurde danach gefragt, wie er das Rennen um den Titel in der Central Division gegen die Chicago Blackhawks und St. Louis Blues sieht und konnte dabei nur lachen.

"Das ist ein Scherz", sagte Benn. "Es gibt nur ein Wort, um es zu beschreiben, es ist ein Scherz."

Abgesehen von der berüchtigten Schimpftirade seines Coachs Lindy Ruff nach einem Spiel von vor einem Jahrzehnt, zeigt Benns Reaktion, wie selten es vorkommt, dass drei der Topmannschaften in der NHL in derselben Division gegeneinander antreten.

Gut, der Scherz wird in dieser Woche bitterer ernst.

Nachdem die Stars am Dienstag, auf die von Verletzungssorgen geplagten Montreal Canadiens im Bell Centre (7:30 p.m. ET; SNE, RDS, FS-SW, NHL.TV) treffen, werden ihre nächsten zwei Gegner am Freitag zuhause die Blackhawks und am Samstag zuhause die Blues sein.

Die Blackhawks und die Blues treten als nächstes am Mittwoch gegeneinander an.

Stand Montagabend haben die Blackhawks und die Stars jeweils 87 Punkte in 67 Spielen. Chicago hat zwei Spiele in der regulären Spielzeit mehr gewonnen, als die Blues mit 85 Punkten.

Die Blues belegen im NHL Gesamtklassement den vierten Platz und sind Dritter in ihrer Division. Das war der Grund warum Benn lachen musste.

"Es sind drei starke Konkurrenten, darunter der Titelverteidiger, der, so scheint es, jedes Jahr einen Weg findet, ihn zu wiederholen", sagte Benn. "Es wird ein ganz enges Rennen bis zum Schluss und von jetzt an zählt jeder Punkt."

Der Ausgang der Spiele zwischen den Stars, Blackhawks und Blues in dieser Woche könnte langfristig gesehen eine Vorentscheidung sein, wer die Division gewinnen wird und wer in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs als Zweit- und Drittplatzierter der Central gegeneinander antritt.

"Es ist schwer zu behaupten, es wäre nicht die härteste Division um zu gewinnen. Wenn du also die Chance hast sie zu gewinnen, dann möchtest du sie auch gewinnen", sagte Stars Center Tyler Seguin. "Du schaust darauf, auf wen du in der ersten Runde treffen könntest und wenn du weiterkommen solltest, dann triffst du auf den Sieger Zweiter gegen Dritter."

Die Stars gehen in diese äußerst wichtige Woche mit Personalproblemen. Sie werden auf ihren Topverteidiger John Klingberg und Stürmer Patrick Sharp verzichten müssen, obwohl noch nicht feststeht, ob einer oder beide rechtzeitig zum Spiel gegen die Blackhawks am Freitag zur Verfügung stehen werden. Klingberg fällt mit einer Verletzung im unteren Körperbereich kurzfristig aus und am 3. März wurde Sharps Pause wegen einer Verletzung im unteren Körperbereich mit 5-7 Tagen angegeben. Dies würde bedeuten, dass er gegen die Blackhawks wieder rechtzeitig bereit stünde.

Von dem Gesundheitszustand dürfte es abhängen, ob die Stars erfahren, wenn sie in zwei aufeinanderfolgenden Abenden auf Chicago und St. Louis treffen, wie konkurrenzfähig sie in ihrer Division sind.

"Ich glaube es ist entscheidend, ob sie wieder gesund werden, ob wir wieder einen Klingberg im Kader, einen Sharp im Kader haben", sagte Ruff. "Du kannst dich messen, doch wir messen uns ohne unsere größten Trumpf in der Abwehr und ohne einen unserer besten Offensivspieler. Das ist ein Maßstab. Wir haben unser Spiel in Abwesenheit dieser beiden gefestigt, was uns auch zu einigen Siegen verholfen hat."

Ein wichtiger Grund warum sich die Stars zuletzt gefestigt haben, war die Verpflichtung von Verteidiger Kris Russell, der am 29. Februar von den Calgary Flames für Verteidiger Jyrki Jokipakka, Nachwuchsstürmer Brett Pollock und einem Zug in der zweiten Runde beim NHL Draft 2016 nach Dallas kam.

Russell kam in den letzten zwei Partien für Dallas auf eine durchschnittliche Eiszeit von über 24 Minuten, blockte drei Schüsse in jedem dieser zwei Spiele, zeigte was er alles kann, wofür er in Calgary berühmt war, und konnte recht schnell seine Mannschaftskameraden in Dallas beeindrucken.

"Ich glaube in Calgary war er noch häufiger gezwungen Schüsse abzublocken als er es sich gewünscht hätte. Er ist definitiv ein super Schussblocker. Er geht so in die Schusslinie, wie es nur wenige können. Das muss man ihm anrechnen", sagte Verteidiger Alex Goligoski, Russels Partner beim 2-1 Sieg über die Ottawa Senators am Sonntag.

"Ein guter Block beeindruckt die Spieler auf der Bank mehr als vieles andere. Es zeigt, dass man ein guter Mannschaftskollege ist. Wenn du dich in die Schussbahn wirfst, hat jeder in der Kabine Achtung davor und es ist eine Motivation für jeden."

Russell bestätigt, dass er sich in Dallas nicht so häufig vor den Puck werfen muss wie in Calgary. In 51 Spielen mit den Flames blockte Russell 3,4 Schüsse pro Spiel - der höchste Wert in der NHL. In drei Spielen bei den Stars blockte Russell sieben Schüsse.

"Das hier ist eine Mannschaft mit mehr Puckbesitz, sie halten den Puck etwas länger, vielleicht ein kleines bisschen", sagte Russell. "Aber gleichzeitig blocken die Gegner mehr Schüsse. Ich versuche mit dem System zu Recht zu kommen. Sie spielen temporeicher und ich versuche auf diese Art ins Spiel zu kommen und dem Team zu einem Sieg zu verhelfen."

Diese Hilfe wird in dieser Woche besonders geschätzt, wenn die Stars versuchen werden zwischen sich und dem Rest der Meute an der Spitze der Central Division einen Abstand zu verschaffen.

Ruff wies nicht auf die Blockerqualitäten hin, als er nach Russel gefragt wurde, sprach aber davon, dass es eher seine Fähigkeit den Puck zu führen war, die das Interesse der Stars an ihm geweckt hatte. Jetzt, mit Russell und vielleicht sogar Klingberg im Aufgebot für das große Wochenende zuhause, können die Stars vielleicht schon Anspruch, auf den am schwersten zu erreichenden Divisionstitel in der NHL, melden.

"Es bleibt weiterhin ein enges Rennen", sagte Ruff. "Wir haben gegen diese Mannschaften schon tolles Eishockey gezeigt, doch jetzt ist es ein Endspurt. St. Louis ist etwas kräftiger als wir, Chicago ist ein ähnliches Team wie wir. Sie stürmen mehr, während St. Louis erfolgreicher ist, wenn sie Tempo aus dem Spiel nehmen. Ich glaube am Ende wird es ein Kopf-an-Kopf Rennen. Derjenige, der die Mehrzahl dieser Spiele gewinnt, macht den Sprung nach vorne und wird am Ende besser platziert sein."

Mehr anzeigen