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Spieler von Team NA dem WCOH gewachsen

von Nicholas Cotsonika / NHL.com

Stell dir vor Team Nordamerika würde beim World Cup of Hockey 2016 wie die Vereinigten Staaten 1980 in Lake Placid als Gruppe junger Spieler über sich hinauswachsen und alles gewinnen.

Stell dir vor Todd McLellan würde, wie Herb Brooks in dem Film "Miracle", als Trainer versuchen aus Spielern mit unterschiedlichem Werdegang eine Einheit zu bilden. Spieler, die nicht aus konkurrierenden Bundesstaaten und Colleges kommen, sondern aus rivalisierenden Ländern und von verschiedenen NHL Teams stammen.

"Für wen spielst Du?" fragt McLellan.

Die Spieler antworten darauf für "Kanada!" und "USA!", für "Edmonton!" und "Buffalo!"

Und dann checkt es der heutige Mike Eruzione und schreit "Nordamerika!".

Wenn es nur so einfach wäre.

Es wird keinen Brooks geben, wenn sich die besten Spieler der NHL aus Kanada und den Vereinigten Staaten im September zum Trainingscamp von Team Nordamerika in Quebec City treffen.

Es wird keine vertrauensbildende, Gemeinschaft stiftende Maßnahmen oder ähnliches geben.

"Ich glaube so etwas muss dir im Blut liegen", sagte Team Nordamerika Co-General Manager Stan Bowman. "Wir haben keine Sachen geplant, die die Spieler enger zusammenbringen sollen. Ich hoffe doch, dass der Siegeswille dieser Jungs Ansporn genug ist."

"Sie sind alle Spieler von Extraklasse und es ist ein Wettkampf. Ich glaube schon, dass wir Außenseiter sind. Wir sind die große Unbekannte. Wir können Schaden anrichten, doch wir haben in unserer Gruppe auch ganz starke Mannschaften."

"Dementsprechend ist es eine große Herausforderung für uns ins Halbfinale zu kommen, doch das ist unser Ziel."

Keiner weiß, was von Team Nordamerika zu erwarten ist, auch nicht die Leute, die involviert sind, denn so etwas Ähnliches gab es noch nicht bei einem großen Turnier.

Ähnlich sieht es bei Team Europa aus, das aus europäischen Spielern, die nicht aus Tschechien, Finnland, Schweden und Russland stammen, zusammengesetzt ist. Team Europa besteht ebenfalls aus Spielern mit unterschiedlichem Werdegang, auch wenn sie schon älter sein dürfen und einige NHL-Veteranen darunter sind.

Team Nordamerika setzt sich aus jungen Amerikanern und Kanadiern zusammen, die sich normalerweise bei internationalen Wettkämpfen bezwingen möchten und nicht gemeinsam an einem Strang ziehen. McLellan hat zwei Wochen Zeit und drei Vorbereitungsspiele, um seine Spieler auf die gemeinsame Spur zu bringen, bevor sie am 18. September ihre erste von drei Vorrundenpartien bestreiten müssen.

Die schlechte Nachricht: Sie müssen einen der ersten zwei Plätze in der Gruppe B mit Team Finnland, Team Russland und Team Schweden belegen, um in das Halbfinale einzuziehen. Um den World Cup zu gewinnen, müssen sie dann das Halbfinalspiel gegen Team Canada, Team Tschechien, Team Europa oder Team USA erfolgreich bestreiten und dann auch noch das im Best-of-3 Modus ausgetragene Finale gewinnen.

Die gute Nachricht: Ein kurzes Turnier im September ist für sie ein Vorteil, denn es spielt auch der Zufall mit, vor allem wenn es im Halbfinale in einem Spiel um Alles oder Nichts geht. Und junge Beine brauchen nicht so lange, um in Fahrt zu kommen.

"Ich glaube schon, dass das ein Vorteil für die Jungs sein kann", sagte Team Canada Coach Mike Babcock. "Sie sind noch sehr beweglich und sie brauchen nicht so lange bis sie fit sind. Jeder, der schon eine Zeitlang in der Liga gespielt hat, haltet für gewöhnlich ein Trainingscamp ab, das einen Monat dauert."

Sie verspüren weniger Druck als zum Beispiel Team Canada, das zuletzt zweimal olympisches Gold gewann und auf heimischen Eis versuchen wird, seinen Ruf als Topnation im Eishockey gerecht zu werden. Sie sollten eben so viel Unterstützung im Air Canada Center von Toronto bekommen, da viele Kanadier im Kader stehen und der US-amerikanische Center Auston Matthews, der Nummer 1 Pick beim NHL Draft 2016, zu den Toronto Maple Leafs gehört.

"Sie verspüren keine Angst", sagte Bowman. "Jung und dumm wäre der falsche Ausdruck, doch sie werden aufkreuzen und mit Siegeswillen rangehen. Sie werden vielleicht nicht viel analysieren und das ist richtig. Wir möchten das zu unserem Vorteil nutzen."

McLellan und seine Assistenten Jon Cooper, Peter DeBoer, Dave Tippett und Jay Woodcroft werden nicht zu viel coachen. Sie hätten nicht einmal die Zeit dazu. Die meiste Zeit werden sie die Kids an der langen Leine lassen.

"Wir sind sicherlich nicht das technisch beste Team, aber wir haben eine ganze Menge Energie, Tempo und Talent", sagte Bowman. "Vielleicht ist das eine dumme Strategie. Klar werden die Trainer versuchen ihnen verschiedene Spielzüge einzubläuen, doch mehr als die anderen Mannschaften werden wir auf Talent und jugendliche Unbekümmertheit setzen."

Wunder? Sollten sie den World Cup gewinnen, wäre es nur ein kleines Wunder. Sie sind vielleicht jung, aber sie haben Matthews Connor McDavid und Jack Eichel.

"Sie haben noch nie zusammengespielt", sagte Bowman. "Sie sind allesamt Franchisespieler und du kannst keine drei Franchisespieler haben, das geht heutzutage nicht mehr."

"In 20 Jahren werden sie Starspieler sein. Es wird uns viel Freude bereiten zuzusehen, wie sie nun bei diesem kurzen Turnier zusammen auf dem Eis stehen werden und wie sich das ausgeht."

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