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Spieler im Fokus: Andrighettos neue Chance

von Stefan Herget / NHL.com

Punkte, die können die Montreal Canadiens angesichts des derzeit nur 11. Platzes in der Eastern Conference gut gebrauchen. Vier Punkte fehlen auf den letzten Playoffplatz, den die New York Islanders inne haben, aber die Canadiens haben auch vier Spiele mehr als ihr direkter Konkurrent absolviert.

Umso wichtiger war es, dass Sven Andrighetto als neunter Schütze des Penaltyschießens am Sonntag in Montreal beim Spiel gegen die Carolina Hurricanes die Nerven behielt und Gästetorhüter Cam Ward als Einziger überwinden konnte. Gekonnt lief er einige Kurven drehend an und fackelte mit einem trockenen Schuss auf der Fanghandseite nicht lange.

Bereits zum zweiten Mal nach der Partie gegen die New Jersey Devils Ende November konnte Andrighetto ein Penaltyschießen durch seinen Treffer entscheiden. Das war zu dem Zeitpunkt, als Montreal das letzte Mal zwei Siege in Folge verbuchen konnte. Seitdem strauchelte die Mannschaft und sackte Woche um Woche in der Tabelle ab.

Für den 22-jährigen Schweizer wiederum ist es persönlich unheimlich wichtig, dass er sich in solchen Momenten zeigen und präsentieren kann, das auf ihn Verlass ist.

„Es war gut, dass ich der Mannschaft helfen konnte, das Spiel zu gewinnen“, sagte Andrighetto im Anschluss der Partie gegenüber der Schweizer Zeitung BLICK. „Es ist schön, das entscheidende Tor zu schießen. Das war cool.“

Die Hurricanes scheinen ein Lieblingsgegner von Andrighetto zu sein. Bereits beim Aufeinandertreffen am 5. Dezember konnte der geborene Züricher einen Torerfolg feiern. Seit seinem Debüt am 22. November war es allerdings trotz zwei Toren in den ersten drei Spielen ein Wechselbad der Gefühle.

20 Saisonspiele hat er für Montreal mittlerweile auf dem Konto, doch es ging schon drei Mal zwischen der NHL und dem Farmteam St. John's IceCaps Hin und Her. Keine einfache Situation für die Nummer 42 der Canadiens, sich insbesondere auf die unterschiedlichen Gegebenheiten einzustellen.

Aktuell ist er seit vergangenen Mittwoch wieder im Team, auch wenn ihm das einen Nachteil beschert hat. „Ich hatte leider keine All-Star Pause“, erzählte er. „Ich war ja in St. John‘s und die haben während dem NHL All-Star Break gespielt. Als der fertig war, hatte die AHL All-Star Break und da bin ich nach Montreal zurück.“

Der mit 1,77 Meter Größe eher kleine Flügelstürmer wird es verkraften. Insgesamt schlägt er sich nämlich ganz gut in der besten Eishockeyliga der Welt. Vier Tore, eine Vorlage und eine gute Plus 5 stehen für ihn zu Buche. Und im Vergleich zu seinen zwölf Einsätzen (2 Tore / 1 Assist) in der abgelaufenen Saison ist bereits eine Steigerung zu verzeichnen.

Trainer Michel Therrien ist beeindruckt, wie sich Andrighetto seit seiner Berufung am 31. Januar in den drei Spielen danach präsentiert hat. „Mir hat es wirklich gefallen, wie er am Samstag [gegen die Edmonton Oilers] gespielt hat“, sagte er der Canadiens Website. „Ich denke er war schnell. Er war auch dynamisch. Das ist das, was er jedes Spiel zeigen muss.“

„Ein junger Spieler muss in der Lage sein, das abzurufen. Er weiß, wie er seine Stärken ausspielen kann. Er ist wirklich schnell. Er hat diese Möglichkeit zu zeigen, was er kann. Es liegt an ihm, diese zu nutzen.“

Andrighetto ersetzt derzeit die verletzten schnellen Flügelspieler Paul Byron und Daniel Carr. „Es kommen noch einige Spiele, wo er offensiv kreativ sein kann“, ergänzt Therrien. „Er ist schnell am Puck und er trifft gute Entscheidungen. Er war offensiv sehr erfolgreich in der QMJHL und AHL. Jetzt muss er das auf NHL Niveau bringen.“

In der AHL konnte Andrighetto trotz des mehrmaligen Wechsels bisher zehn Tore und 23 Punkte in 26 Spielen dieser Saison verbuchen. „Es ist ein Prozess für mich“, erzählt er. „Ich bin ein junger Mann. Die beste Sache daran ist positiv zu bleiben. Ich habe noch so viel zu lernen, um in dieser Liga zu spielen und dort zu bleiben.“

Doch abgesehen von seiner Leistung bzw. Situation, wie schätzt er die Zukunft von Montreal ein? „Schwer zu sagen“, drückte Andrighetto sich vorsichtig aus. „Die Niederlagen waren nicht leicht, aber jetzt haben wir zwei Mal in Folge gewonnen, was gut für die Moral ist.“

Der Weg der Kanadier wird ein steiniger werden, wollen sie die Playoffs noch erreichen. Am Mittoch kommen die Tampa Bay Lightning, dann folgt eine Auswärtsreise zu den Buffalo Sabres, Arizona Coyotes und der Colorado Avalanche. Andrighetto hofft dann weiter an Bord zu sein.

Eine richtige Erklärung, warum die Canadiens in diese missliche Lage gekommen sind, hat Andrighetto auch nicht und richtet lieber den Blick nach vorne. „Das kann man nicht richtig erklären“, sagte er. „Es ist schwierig, aber wir spielen wieder besser zusammen und darauf müssen wir aufbauen und nach vorne schauen. Wir müssen es Spiel für Spiel nehmen.“

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