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So verlief die Vorrunde bei der IIHF U20-WM

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Vorrunde der IIHF-Junioren Weltmeisterschaft ist Geschichte. Nach 20 Partien stehen sowohl die Viertelfinalteilnehmer, als auch die zwei Teams, die sich in der Relegation gegen den Abstieg aus der Top-Division wehren müssen, fest. Am gestrigen Spieltag ging es noch einmal richtig spannend zu. Team Canada gewann das Prestigeduell gegen die USA mit 5-3 und sicherte sich damit, ungeschlagen in vier Spielen, wenig überraschend den ersten Platz in der Gruppe A vor ihren südlichen Nachbarn.

Die DEB-Auswahl bekam nach ihren drei Niederlagen gegen Kanada (0-4), die USA (0-6) und gegen die Slowakei (2-5) am Silvesterabend noch eine letzte Chance die Relegationsspiele zu vermeiden. Ihr Gegner war der Titelverteidiger aus Finnland, der bis zu diesem Zeitpunkt nur ein mageres Pünktchen aus dem Auftaktmatch, das sie nach Penaltyschießen mit 1-2 gegen die US-Amerikaner verloren, auf dem Konto hatte.

Bundestrainer Pat Cortina wollte vor dem 'Endspiel' gegen die Suomi die Lehren aus der Niederlage gegen die Slowaken ziehen: "Ich war nicht unzufrieden damit, wie wir begonnen hatten, doch dann leisteten wir uns im ersten Drittel drei individuelle Fehler, die allesamt bestraft wurden. Bevor wir wussten wie uns geschah, lagen wir auch schon mit 0-3 im Hintertreffen. Dann wird es natürlich gegen eine Mannschaft wie die Slowakei ganz schwer. Gegen Finnland müssen wir kompakt in der Defensive stehen und ein solides, einfaches Eishockey spielen."

Cortina musste auf den kranken Verteidiger Fabio Wagner verzichten. Im Tor schenkte er Kevin Reich von den Green Bay Gamblers das Vertrauen. Bereits in der dritten Minute gelang den anstürmenden Finnen durch einen verdeckten Schuss von Julius Honka das 1-0. Reich war es zu verdanken, unter anderem wehrte er im Mittelabschnitt einen Penalty von Mikko Rantanen ab, dass die deutsche Auswahl im Spiel blieb. Doch nur neun Minuten später klingelte es hinter dem deutschen Schlussmann im Kasten und die Partie war zu ihren Ungunsten gelaufen.

Vor allem auf ihre Leistung im Schlussabschnitt können die deutschen Junioren bauen, wenn es für sie in der Relegation um den Verbleib in der Top-Division geht.

Der dortige Gegner wird die Schweiz sein, die überraschend Tabellenletzter in der engen Gruppe B wurde. Das Turnier hatte für die Eidgenossen, mit einem klaren 5-2 Triumph über Tschechien, so gut begonnen. Auch die darauffolgende herbe 0-7 Klatsche gegen Russland wäre kein Beinbruch gewesen, hätte man nicht gegen die Dänen nach Penaltyschießen mit 3-4 den Kürzeren gezogen. Dabei hatten die Schweizer über weite Strecken das Spiel dominiert. Bereits Mitte des ersten Drittels konnten sie durch einen Doppelschlag von Kris Schmidli und Kevin Fiala binnen 66 Sekunden mit 2-0 in Führung gehen. Der Anschlusstreffer von Oliver Bjorkstrand (Portland Winterhawks) vor der ersten Drittelpause wäre noch zu verkraften gewesen, doch im Mittelabschnitt ließ das Unterzahlspiel der Schweizer zu wünschen übrig. Mit zwei Powerplaytreffern glichen die Nordländer den Spielstand aus. Zwischenzeitlich hatte Timo Meier, dessen Schuss vom Schlittschuh des dänischen Torwarts Georg Sorensen ins eigene Tor abgelenkt wurde, erneut die Schweizer Auswahl in Front gebracht. Am Ende lautete das Torschussverhältnis 45-23 zugunsten des Teams von John Fust. Der Zusatzpunkt ging jedoch an das dänische Team, das sich durch seinen aufopferungsvollen Kampfgeist zum Publikumsliebling der kanadischen Fans im Air Canada Center entwickelt hat.

Am letzten Spieltag musste die SIH-Auswahl gegen den hohen Favoriten aus Schweden antreten. Zunächst lieferten sie sich eine Partie auf Augenhöhe, gingen sogar nach 3 1/2 Minuten durch einen Weitschuss von Yannick Rathgeb in Führung. Die Freude darüber war nur von kurzer Dauer. 83 Sekunden später nutzte Adrian Kempe die erste Überzahlsituation, die sich den Skandinaviern bot, zum Ausgleich. Ein lupenreiner Hattrick von Oskar Lindblom sowie ein weiterer Powerplaytreffer von Jens Looke im Mitteldrittel brachten die Schweizer schließlich auf die Verliererstraße. Nach einem torlosen letzten Spielabschnitt endete die Partie 1-5. Die Schweizer U20 musste nun darauf hoffen, dass im Abendmatch Tschechien nicht gegen Russland gewinnt. Diesen Gefallen taten sie ihnen aber nicht. Das Spiel endete 4-1. Die Tschechen sicherten sich dadurch den zweiten Platz hinter den punktverlustfreien Schweden vor Russland.

Die Relegationsspiele bestreiten die Schweiz und Deutschland. Die Eidgenossen gelten in dieser 'Best-of-three' Serie, angesichts ihres spielerischen Potenzials als Favorit, dürften aber auf eine hochmotivierte deutsche Auswahl treffen.

Der beste Scorer des Turniers ist aktuell der Kanadier Sam Reinhart, Erstrundendraftpick (Nr.2) der Buffalo Sabres in 2014, mit drei Toren und fünf Assists. Erfolgreichster Torschütze ist Dylan Larkin, Erstrundendraftpick (Nr.15) der Detroit Red Wings in 2014, mit fünf Treffern vor dem Schweden Oskar Lindblom und dem Dänen Oliver Bjorkstrand, die jeweils viermal ins Schwarze trafen.

Die Begegnungen der Viertelfinale am 2. Januar lauten:

USA - Russland

Schweden - Finnland

Tschechien - Slowakei

Kanada - Dänemark

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