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Sind die Talente von Winnipeg schon bereit?

von Patrick Williams / NHL.com

NHL.com bietet im August detaillierte Analysen aller 30 Teams. Heute die größten Gründe für Optimismus und die größten Fragezeichen bei den Winnipeg Jets:

Hier sind vier Gründe dafür, optimistisch in die Saison zu starten:

1. Ankunft von Patrik Laine

Über Jahre vermissten die Jets einen wirklichen Knipser, eine Offensivwaffe, die die Gegner in Angst und Schrecken versetzt. Zwar ließ der erfahrene Rechtsaußen Blake Wheeler bereits aufblitzen, dass er diese Rolle erfüllen könnte, doch wird eher eher für die schweren Zeiten auf dem Eis und eine Führungsrolle eingeplant.

Laine, der Nummer 2 Zug beim NHL Draft 2016, könnte diese Position übernehmen. Er überzeugte bereits im Mai auf sehr hohem Niveau bei der IIHF Weltmeisterschaft und bewies, dass er selbst mit Spielern mit NHL-Format mithalten und diese sogar dominieren kann.

"Laines Ankunft versetzt dich in freudige Erwartung darüber, dass du bald einen potenziellen Top-Spieler in deinen Reihen hast", lies Cheveldayoff über die Jets Website verlauten. "Die Freude darüber, Patrik in das Team zu integrieren, ist riesig."

2. Connor Hellebuyck heizt den Wettkampf zwischen den Pfosten an

Cheveldayoff und Coack Paul Maurice hielten lange Zeit an Goalie Ondrej Pavelec fest, auch, obwohl er über lange Phasen wackelte.

Doch mit Hellebuyck wird der Kampf um den Platz im Kasten angeheizt. Zum ersten Mal seitdem Pavelec den Job innehat (2009), steht ihm ein Konkurrenzkampf bevor.

Pavelece wird den Herausforderer Hellebuck im Trainingscamp womöglich noch abwehren können, aber der kleinste Aussetzer könnte ihn in der Saison auf die Bank verweisen. Zuletzt fand sich Pavelec in einem ernsthaften Kampf um die Startposition wieder, als ihm Michael Hutchinson während der Saison 2014-15 eine bedrohliche Konkurrenz war. Von Hutchinson angespornt lieferte Pavelec seine bis dato beste Arbeit ab und führte Winnipeg zur einzigen Stanley Cup Playoffteilnahme seit 2007.

3. Mark Scheifele als Top-Reihe Center

Seitdem die Jets Scheifele beim Draft 2011 mit dem siebten Pick zogen, haben sich Kritiker gefragt, ob er die Fähigkeiten besitzt, gegen die Top Center der Western Conference anzutreten.

Dank fanatischer Hingabe im Training und in der Ernährung, konnte Scheifele beträchtlich an Masse zulegen und wuchs in seinen Körper. Damit erfüllt er nun die physischen Voraussetzungen für diese Rolle. In der abgelaufenen Spielzeit erzielte er 29 Tore (Karrierebestwert) und wurde in die Top-Reihe-Rolle geworfen, nachdem Bryan Little eine Wirbelsäulenverletzung erlitt, die ihn ab Februar außer gefecht setzte.

Scheifeles Wachstum erlaubt den Jets, den verlässlichen Little als Nr. 2 Center einzusetzen und damit eine seit Jahren vakante Position zu besetzen. In naher Zukunft könnte Scheifele die Jets, die zurzeit eine Verjüngungskur durchmachen, sogar als potenzieller Kapitän anführen.

4. Verbessert in den Specialteams

Für lange Zeit verhinderten insbesondere die Specialteams eine Postseasonteilnahme der Jets.

Laine und sein tödlicher One-Timer sollten sofort einige Problemchen des Powerplays, welches mit einer Erfolgsquote von 14,8 zuletzt NHL-weit an 30. Stelle rangierte, lösen.

Die Verpflichtung des Free Agent Centers Shawn Matthias stellt eine wichtige Verstärkung für das ligaweit 25. Powerplay (78,4 Prozent) dar.

Diese drei Kernfragen beschäftigen die Jets:

1. Sind die Talente schon bereit?

Die Bemühungen beim Draft und bei der Entwicklung sind die zentralen Bausteine in Cheveldayoffs Planung. Dadurch konnte er etliche potenzielle Toptalente nah an einen Ligaeinsatz heranbringen.

"Wir haben uns in der tiefe Verstärkt und einen Konkurrenzkampf bei den hinteren sechs Stürmern entfacht. Wir werden einige Spieler, die bereits in der vergangenen Spielzeit im Kader standen, im Camp unter druck setzen", sagte Maurice auf der Jets Website. "Es wird eine richtige Herausforderung und wir wollen die Spieler unter diesen Druck setzen. Von einigen dieser Jungs erwarten wir im Camp Wachstum."

Aber der letzte Schritt, um ein NHL-Stammspiler zu werden, ist ein großer. Auch die "auf Abruf" Center Alexander Burmistrov und Andrew Copp müssen den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung nehmen.

Die Jets haben sehr in die Jugend investiert, darunter Laine, Hellebuyck, die Stürmer Kyle Connor und Nic Petan und den Verteidiger Josh Morissey. Sie zählen darauf, dass diese Talente den finalen Schritt machen. Verfehlen diese Spieler eben diesen Schritt, haben die Jets jedoch nur noch wenig Spielraum.

2. Wird das Torwartspiel ins Stocken geraten?

Das Torwartspiel ist eine beständige Quelle von Angst in Winnipeg.

Sollte Hellebuyck die Form von seinem NHL-Debüt -- die fast drei Monate lang anhielt -- bestätigen oder sogar übertreffen, könnten die Jets eine neue Nummer 1 haben.

Sollte Hellebuck dies jedoch nicht gelingen und benötigt er sogar noch etwas mehr Zeit in der American Hockey League, sind die Jets gezwungen, wieder zum Pavelec-Hutchinson-Tandem zurückzukehren -- ein sehr wackliges Gefährt. Hutchinson musste sich bisher, trotz Pavelcs inkonstantem Spiel, noch nie in einer Funktion jenseits der Backuprolle beweisen.

3. Wie wird Jacob Troubas Status die Blaue Linie beeinflussen?

Winnipegs Top-Vier Abwehrspieler sind absolut Ligatauglich.

Veteran Dustin Byfuglien hat eine furchteinflößende Ausstrahlung, Tobias Enstrom ist ein begnadeter Scheibenführer, Tyler Myers hat sich bereits als Stammspieler bewiesen und Jacob Trouba entwickelt sich weiter.

Dennoch gibt es zwei potenzielle Haken für die Jets.

Trouba bleibt ein restricted Free Agent. Also bleibt noch etwas Zeit, um ihn zu den günstigsten Konditionen weiter zu binden. Die Jets brauchen gewiss keine Ablenkung, die ein Vertragskampf mit einem ihrer wichtigsten Zukunftsbausteine hervorrufen würde.

Außerdem kann Trouba auf der linken Seite spielen, wo die Jets sehr dünn besetzt sind. Sein Verlust würde die Blaue Linie deutlich schwächen.

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