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Sharks-Stars liefern und verhindern das Aus

von Amalie Benjamin / NHL.com

PITTSBURGH --Die Superstars der San Jose Sharks hatten sich bislang in der Finalserie gegen die Pittsburgh Penguins rar gemacht. Weder Joe Thornton, noch Logan Couture, Joe Pavelski oder Brent Burns wussten richtig zu überzeugen. Dabei waren gerade sie es, die ihr Team beeindruckend durch die ersten drei Playoff-Runden geführt hatten, mit Erfolgen über die Los Angeles Kings, die Nashville Predators und die St. Louis Blues.

Null Tore und gerade einmal sechs Assists aus den ersten vier Partien gegen die Penguins lautete die überschaubare Bilanz des Trios vor Spiel 5 am Donnerstag (Ortszeit) im Consol Energy Center in Pittsburgh. So war es wenig verwunderlich, dass die Sharks vor dieser Begegnung mit 1-3 in der Serie hinten lagen.

Das Aus vor Augen trafen Burns und Couture nun wieder. Die großen Namen der Sharks zeigten sich am Donnerstag fokussiert und entschlossen auf dem Eis. Sie feierten ein starkes persönliches Comeback und verhalfen ihrem Team somit zu einem weiteren Spiel vor heimischer Kulisse in Kalifornien. Sharks-Coach Peter DeBoer zeigte sich erleichtert: „Wir haben diese starke Darbietung von einigen Leuten dringend gebraucht.“

Burns erzielte das wichtige 1-0. Couture steuerte neben seinem Treffer noch zwei Vorlagen bei - unter anderem einen Zuckerpass auf Melker Karlsson, den dieser zum vorentscheidenden 3-2 verwertete. Joe Pavelski machte mit seinem Empty-Net-Goal kurz vor dem Ende den Deckel drauf.

„Der Führungstreffer war wichtig“, sagte Sharks-Verteidiger Paul Martin. Für ihn ist Burns klar eine der Schlüsselfiguren. „Wenn es bei ihm läuft, macht das einen Unterschied und ist gut für die gesamte Mannschaft.“

Das Tor von Burns fiel nach 1:04 Minuten im ersten Drittel. Zu diesem Zeitpunkt waren die Straßen und Plätze um die Arena voll mit Fans der Penguins. Sie wollten feiern und bekamen stattdessen den ersten Schock versetzt. Die Führung war eine Kopie des Overtime-Treffers von Joonas Donskoi in Spiel 3. Burns kurvte um das Tor der Penguins herum und schlenzte den Puck vom Bullykreis an Matt Murray vorbei ins Netz.

Couture setzte eineinhalb Minuten später noch einen drauf. Er lenkte einen Schuss von Justin Brown in die Maschen ab. Es war Coutures neuntes Tor in den Playoffs und sein zweiter Punkt an diesem Abend - aber nicht seine schönste Aktion.

Die folgte wenig später mit einem Rückhandpass auf Karlsson, den dieser zur erneuten Führung für die Sharks verwertete. Nach der wilden und torreichen Anfangsphase im ersten Drittel gab es lange nichts Zählbares mehr zu bejubeln. Das letzte Tor fiel erst 1:20 vor dem Ende, als Pens-Goalie Murray zugunsten eines weiteren Feldspielers auf der Bank saß.

Couture führt mit nun 29 Punkten die Scorerwertung der Playoffs an. Er ist der vierte Spieler in der NHL seit der Saison 1967-68, der drei Punkte in einem Drittel für ein Team erzielt, das vor dem Aus steht.

Die Begründung für Coutures Erfolg lieferte Verteidiger Marc-Edouard Vlasic. „Er hat keinen Bart. So wie ich. Wir fliegen unter dem Radar“, sagte er augenzwinkernd. „Logan ist ein guter Allrounder. Du kannst ihn überall hinstellen und gegen die Besten einsetzen. Er schießt Tore, liefert Vorlagen, blockt Schüsse. Er macht einfach alles fürs Team.“

Die Sharks-Superstars haben am Donnerstag die Leistung gebracht, die man von ihnen schon zu Beginn der Finalserie erwartet hatte – fein säuberlich dokumentiert auf dem Spielberichtsbogen. Von ihnen und ihren Mitstreitern schien nach dem Sieg eine Last abgefallen zu sein. Dennoch stehen sie vor Spiel 6 weiter mit dem Rücken zur Wand. Verlieren ist auch am Sonntag im heimischen SAP Center verboten, wenn sie die Chance auf den Gewinn des Stanley Cups wahren wollen.

Auf jeden Fall gehen die Sharks mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen in die nächste Begegnung, wie Vlasic versicherte. Sein Teamkollege Couture pflichtet ihm bei. „Wir wussten, dass wir bisher in der Serie zu wenig Tore gemacht haben. Das war einer der Gründe für das 1-3 nach vier Begegnungen. Wir wollten aber nicht, dass die Saison am Donnerstag schon zu Ende geht. Deswegen haben wir noch einmal alles gegeben“, sagte er im Rückblick auf den Auswärtserfolg in Pittsburgh.

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