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Sharks' Burns auf beiden Seiten des Eises stark

von Tom Gulitti / NHL.com

PITTSBURGH - Brent Burns' erster Gedanke war: "Ach Mann!" [im Original 'rats']

Mit der Ausnahme, dass das zweite Wort nicht Ratten war, womit San Jose Sharks Verteidiger seine Hausschlangen füttert. Aber du kannst dir sicherlich denken welches zweite Wort er verwendete.

Ein Schuss von Teamkollege Dainius Zubrus traf Pittsburgh Penguins Verteidiger Ben Lovejoy vor dem Tor und prallte wieder zurück in die neutrale Zone. Penguins schneller Stürmer Carl Hagelin gewann das Laufduell gegen Burns und kam als Erster an den Puck.

"Das war ein unglücklicher Abpraller", beschrieb am Dienstag Burns die Szene, die am Montag bei der 2-3 Niederlage in Spiel 1 des Stanley Cup Finales Ende des ersten Drittels passierte. "Ich habe es einfach nicht gesehen. Ich sah nur, wie er losstartete und dachte mir 'O Gott. Ich weiß nicht warum er das macht.' Dann habe ich es bemerkt."

Hagelin ist einer der schnellsten Spieler in der NHL und mit seinen zwei Schritten Vorsprung gegenüber Burns, konnte man glauben, dass das ein sicheres Breakaway sei. Aber Burns gab nicht auf.

"Das war ein Moment, in dem dir nichts anderes bleibt, als die Füße in die Hände zu nehmen, erahnte ich und begann zu laufen", sagte er.

Irgendwie kam Burns noch nahe genug an Hagelin heran und hob mit seinem Schläger Hagelin‘s Schläger an, als dieser zum Schuss ansetzte. Dann schlug Burns den Puck weg und vereitelte Hagelin's Torchance.

"Es gibt nicht viel die [Hagelin] erwischen", sagte Sharks Coach Peter DeBoer. "Vielleicht hat er Hagelin am Ende eines Shifts erwischt, denn ich bin mir nicht sicher, ob er das wirklich kann. Es zeigt was für ein Athlet Burns ist und wie schnell er wurde."

Burns' verhinderte eine hochkarätige Chance von Hagelin als die Sharks schon mit 0-2 hinten lagen. Sie kamen zurück und glichen den Spielstand im Mittelabschnitt aus, bevor Nick Bonino mit seinem Treffer 2:33 Minuten vor Spielende den Sieg der Penguins in Spiel 1 perfekt machte.

Die Sharks möchten am Mittwoch in Spiel 2 im Consol Energy Center antworten.

Burns assistierte bei Tomas Hertl's Powerplaytor mit dem die Sharks ihr Comeback starteten und bei Patrick Marleau's Ausgleichstreffer. Mit seinen 22 Scorerpunkten (sechs Tore, 16 Assists) in den Stanley Cup Playoffs belegt er in der Ewigkeitsliste der Playoffs den neunten Platz unter den Verteidigern.

Aber er war auch beim Siegtor des Gegners auf dem Eis, als er, beim Versuch den Schuss von Kris Letang zu blocken, seinen Schläger verlor. Dadurch konnte er Letang's Pass von der rechten Rundung zu Bonino vor dem Tor nicht verhindern.

Kein Shark machte Burns dafür einen Vorwurf, doch einige Außenstehende stellten in San Jose Burns' Defensivqualitäten in Frage. Die Sharks wissen was sie an ihm haben, so wie er in dieser Saison spielt.

"Er hat das ganze Jahr über ein exzellentes Defensivverhalten gezeigt", sagte DeBoer. "Ich hatte ihn im vergangenen Jahr bei der Eishockey-WM mit dabei und er war der beste Verteidiger des Turniers - auf beiden Seiten des Eises. das habe ich von ihm auch das ganze Jahr über gesehen. Er hat kein Defensivdefizit. Die einzigen die darüber sprechen sind die Medien. In unserer Kabine und in unserer Gruppe gilt er als herausragend auf beiden Seiten."

Durch seine Vorstellungen während der Saison wurde Burns, zusammen mit Drew Doughty von den Los Angeles Kings und Erik Karlsson von den Ottawa Senators als Kandidat für die Norris Trophy, die dem besten Verteidiger der NHL ausgehändigt wird, nominiert.

"Es ist ein große Ehre, wenn man zusammen mit diesen Jungs Erwähnung findet", sagte Burns. "Es gibt so viele großartige Spieler, die hierfür in Frage kämen."

Burns, der in dieser Saison mit 27 Toren, 48 Assists und 75 Scorerpunkten eine neue Sharks Bestmarke für Verteidiger aufstellen konnte, bekommt immer mehr Aufmerksamkeit wegen seiner Offensivqualität, wegen seines langen Bartes oder wegen seiner exotischen Tiere und weniger wegen seiner Qualitäten im eigenen Drittel. Es ist ihm dienlich, dass er zusammen mit dem zuverlässigen Paul Martin ein Verteidigerpaar bildet, doch Martin sagt, dass man es Burns gutschreiben muss.

"Er hatte immer den Ruf, dass er defensiv nicht gut spielen kann, doch das denke ich nicht", sagte Martin. "In diesem Jahr hat er gezeigt, dass er ein solider, einer der besten 2-Wege-Verteidiger in der Liga ist, wenn nicht sogar der Beste. Er punktet und spielt defensiv auf seine Weise. Ich war beeindruckt. Man hörte immer Sachen darüber, was für ein Typ Spieler er sei, doch er hebt sich von den meisten Topspielern der Liga ab, da er beides kann."

Die Sharks ließen Burns zwei Saisons lang als Stürmer spielen, manchmal in einer Reihe mit Joe Thornton und Joe Pavelski. Er erzielte 22 Tore in 69 Partien als Flügelstürmer in der Saison 2013/14, doch seine Vorliebe galt immer der Verteidigerposition, die er ab 2014/15 wieder inne hatte.

"Ich habe mich immer als besserer Verteidiger, denn als Stürmer gesehen", sagte er. "Wenn du mit Jungs wie [Thornton] und [Pavelski] spielst, dann solltest du nicht Stunk machen. du spielst mit zwei großartigen Spielern und die Chemie zwischen uns passte. Es hat schon Spaß gemacht. Doch ich glaube, dass ich der Mannschaft als Verteidiger mehr dienen kann."

Seine Nominierung als Norris Finalist bestätigt das.

"Wahrscheinlich, vermute ich", sagte Burns. "Darum spiele ich 'D.' Ich genieße es Kerle auszuschalten, gegen sie zu spielen und sie zu frustrieren. Ich bin nicht in die D zurückgekehrt, um mehr Tore zu schießen, sondern weil es mir Spaß macht."

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