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Sharks bemängeln zu wenig Führungen im Finale

von Amalie Benjamin / NHL.com

SAN JOSE – Ein Junge wanderte über den Balkon, ein graues San Jose Sharks Trikot über seinen Schultern. Seine Augen feucht. Sein Gesicht voller Frustration. Genau wie viele der Sharks, nach dem langen Warten auf diesen Moment und der großen Enttäuschung.

Nach 25 Jahren des Wartens – weit länger als der Junge alt ist – kamen die Sharks endlich ins Stanley Cup Finale. Und jetzt, vier Spiele später, lagen sie im Finale noch nicht in Führung,waren noch nie in Kontrolle, haben noch nicht so gespielt wie sie sie wollten, außer kurzen Phasen gegen Ende der Spiele.

Sie fahren mit einem 3-1 Rückstand nach Pittsburgh, nach ihrer 3-1 Niederlage im SAP Center am Montag, wo sie die Chance auf den Ausgleich der Serie vergaben.

Jetzt ist nichts garantiert. Trotzdem glauben die Sharks weiter daran.

„Aufgeben gibt es bei uns nicht“, erklärte Trainer Peter DeBoer. „Wir waren das beste Auswärtsteam der Liga. Wir werden da hin gehen und versuchen Spiel sechs zu erzwingen. Es ist nicht vorbei, bis einer vier Spiele gewinnt.“

„Wir haben nie zuerst getroffen, sind die ganze Serie lang hinterher gelaufen. Das bringt einen aus dem Rhythmus. Das behindert Teile unseres Spiels. Bisher waren wir in den Playoffs in der anderen Rolle, sind in Führung gegangen und haben die Anderen gezwungen ihr Spiel umzustellen. Das ist das größte Problem, das wir angreifen müssen. Wir müssen einen Weg finden früher ins Spiel zu kommen.“

Wenn sie das nicht schaffen, finden sie sich in einer exklusiven Runde wieder – und früh in den Sommerferien.

Erst zwei Mal hat ein Team in einer Best-of-7 Serie nicht ein Mal geführt. 1952 waren die Montreal Canadiens gegen die Detroit Red Wings nie in Führung und 1960 waren die Toronto Maple Leafs gegen die Canadiens nie in Führung, beide Serien waren nach vier Spielen zu Ende.

Natürlich würden die Sharks das gerne anders machen.

Der Plan für Spiel fünf?

„Als erster treffen“, sagte Logan Couture. „Dann sehen wir weiter.“

Und obwohl alles auf das Gegenteil hinweist – der Mangel an Führungen, die Schnelligkeit der Penguins, die Tatsache, dass sie am Rande des Ausscheidens stehen – sagte Couture, dass das Team, genau wie der Trainer, daran glaubt die Serie fortzusetzen.

„Wir kämpfen bis zum Ende“, sagte er. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das Spiel gewinnen können.“

Obwohl sie in Spiel vier wieder früh zurück lagen, gaben die Sharks im dritten Drittel wieder nicht auf. Sie machten am Ende Druck, kamen nach 8:07 im dritten Drittel auf ein Tor heran, als Melker Karlsson auf einem Knie traf. Doch das eine Tor war bei Weitem nicht genug, nicht nachdem die Penguins im ersten Drittel trafen (Ian Cole, 7:36) und nochmal im zweiten (Evgeni Malkin, 2:37 Powerplay), vor der Entscheidung durch Eric Fehr nach 17:58 im dritten.

„Während der Saison konnten wir meistens in Führung gehen“, sagte Sharks Kapitän Joe Pavelski. „Das haben wir jetzt noch nicht geschafft. Wenn wir noch eine Chance haben wollen, müssen wir das ändern. Wenn wir das schaffen, das hilft.“

Ja, dass könnte es.

Trotzdem waren die Sharks am Ende immer nah dran. Die ersten drei Spiele wurden alle durch ein Tor entschieden. Im vierten Spiel war bis drei Minuten vor Spielende nur ein Tor unterschied.

Sie hätten alle drei Spiele gewinnen können, obwohl sie teilweise in Grund und Boden gespielt wurden.

Sie hätten den Penguins ihr Spiel aufzwingen können. Das haben sie aber noch nicht geschafft. Deshalb sind sie am Rande der Niederlage und könnten bei ihrer ersten Finalteilnahme nach fünf Spielen ausscheiden.

„Wir müssen eine Antwort finden“, sagte DeBoer über den Mangel an Führungen. „Ich weiß nicht, was das Problem ist. Es war kein Problem bis zu dieser Serie. Aber in diesen drei Spielen hat es nicht geklappt.“

Das stimmt. Das gilt es jetzt zu korrigieren, um zu ihrem Spiel der ersten drei Runden zurückzufinden, ihr altes Spiel wieder zu finden.

„Das müssen wir“, erklärte Couture. „Wenn wir verlieren wars das. Wenn du es nicht schaffst zum Spiel bereit zu sein, hast du in der Liga nichts verloren.“

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