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Serien endeten und begannen

von Bernd Roesch / NHL.com

Na es geht doch! Sechs Spieltage hatte es gedauert bis die Edmonton Oilers ihren ersten doppelten Punktgewinn feiern konnten. Zu Wochenbeginn gelang ihnen ein 3-2 Heimsieg gegen die starken Tampa Bay Lightning, die, nach ihrer saisonübergreifend vierten Niederlage hintereinander in Edmonton, im Rexall Place ein gern gesehener Gast sind.

Am Montag war Ryan Nugent-Hopkins mit seinem ersten Saisontor für den Siegtreffer der Oilers verantwortlich. Auch den weiteren Gegnern der Oilers, den Washington Capitals und den Carolina Hurricanes, erwarteten keine Gastgeschenke: Die Westkanadier konnten mit 3-2 und 6-3 Toren ihre kleine Erfolgsserie fortsetzen. Auch für Leon Draisaitl erwies sich der Sieg gegen die Hurricanes als besonderer Abend. Ihm gelang zur Mitte des Schlussabschnitts der Gamewinner zum 4-3 Zwischenstand. Es war für den deutschen Center das erste Tor in seiner noch jungen NHL-Karriere. Zu seinem ebenfalls ersten Treffer in der NHL kam Lightnings Sturmtalent Jonathan Drouin am Freitag in Winnipeg. Anfang der Woche hatte der 19-Jährige, der von den Lightning beim NHL Draft 2013 an insgesamt dritter Stelle gezogen wurde, sein Debut in der Liga gegeben.

Ihre Erfolgsserien fortsetzen konnten auch die Montreal Canadiens und die Los Angeles Kings, die in den vergangenen sieben Tagen jedoch nur zweimal antreten mussten. Die Frankokanadier sind nach Erfolgen über Detroit (2-1,OT) und die New York Rangers (3-1) seit mittlerweile vier, die Kings mit doppelten Punktgewinnen gegen die Sabres (2-0) und die Blue Jackets (5-2) seit sechs Partien ungeschlagen. Los Angeles bester Akteur der vergangenen sieben Tage war Jeff Carter mit zwei Treffern und vier Vorlagen. Aufgrund dieser Ausbeute war es wenig verwunderlich, dass der Center des amtierenden Stanley Cup Champions als bester Spieler der Woche von der NHL ausgezeichnet wurde.

Zum ersten Mal in dieser Saison gänzlich ohne Zähler geblieben sind die Nashville Predators. In ihrem achten Saisonspiel unterlagen sie am Samstag auf heimischen Eis den Pittsburgh Penguins mit 0-3 Toren. Für Penguins Patric Hornqvist, der die Vorarbeit zum Siegtor von Sidney Crosby leistete, und für Nick Spaling war es eine erfolgreiche Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte. Freuen konnte sich auch Gästetorwart Marc-Andre Fleury, dem mit 25 gehaltenen Schüssen nicht nur sein erster Saison-Shutout gelang, er bekam auch noch einen Assist bei Evgeni Malkins Powerplaytreffer gutgeschrieben.

Der Tag der Torleute war der vergangene Donnerstag, an dem mit Darcy Kuemper (Minnesota), Jonathan Quick (Los Angeles) und Jonas Hiller (Calgary) gleich drei Schlussleute ihren Kasten sauber halten konnten. Für Kuemper war der 2-0 Heimerfolg über Arizona bereits der dritte Shutout in seinem vierten Saisoneinsatz. Quick bescherte den Kings, mit 29 Paraden beim 2-0 im Staples Center gegen Buffalo, den fünften Sieg in Folge. Das erste Zu-Null Spiel im Trikot der Flames absolvierte Hiller beim 5-0 Kantersieg über die Hurricanes, wobei der Schweizer Torsteher nur 16 Mal rettend eingreifen musste. Die Westkanadier holten fünf Zähler in ihren vergangenen drei Partien und, nebenbei bemerkt, war Dennis Wideman in jeder mit einem Tor beteiligt.

Eine imponierende Serie stellten die beiden Stars Jamie Benn und Tyler Seguin auf. Beim 3-2 Shootout-Sieg ihrer Dallas Stars in New Jersey konnten sie bereits zum fünften Mal in Folge punkten und bei der darauffolgenden 5-7 Toreschlacht im Nassau Coliseum der Islanders trafen sie erneut. Benn (5T, 5A) und Seguin (6T, 7A) sind zusammen mit Jason Spezza (2T und 8A in 5 Spielen) die Garanten für den Höhenflug der Texaner, die weiterhin den Anschluss an die Tabellenspitze der Central Division halten.

Einen aus österreichischer Sicht besonders erfreulichen Arbeitstag hatte Michael Raffl am Samstagabend. Der 25-jährige Villacher war mit zwei Toren und einer Vorlage an drei der vier Treffer seiner Philadelphia Flyers gegen die Detroit Red Wings beteiligt (Endstand 4-2) und stellte damit seine persönliche Bestmarke nach Punkten vom 15. Dezember 2013, als ihm drei Assists gelungen waren, ein. Saisonübergreifend sind die Flyers mittlerweile zuhause seit neun Partien gegen die Red Wings ungeschlagen.

Zwei Tage zuvor im CONSOL Energy Center von Pittsburgh war Pierre-Edouard Bellemare beim überraschenden 5-3 Triumph gegen die Penguins sein erster NHL-Treffer gelungen. Warum ist das erwähnenswert? Vor dem 29-jährigen Franzosen war in der Geschichte der Flyers nur Jiri Dopita (32) noch älter, als ihm am 15. November 2001 sein erstes Tor für die Flyers gelang.

Gleich zwei Serien endeten für die Anaheim Ducks und die San Jose Sharks bei ihrem, vor allem im Schlussabschnitt überaus emotional geführten, Aufeinandertreffen am späten Sonntagnachmittag im Honda Center von Anaheim. Nach beeindruckenden sieben Siegen in Folge mussten sich die Ducks ihren Gästen mit 1-4 geschlagen geben. San Jose beendete damit seinen Abwärtstrend nach zuvor vier Niederlagen hintereinander. Für Ducks Stürmer Ryan Kesler war es ein schwacher Trost, dass ihm beim Ehrentreffer von Matt Beleskey sein 400. NHL-Assist gelungen war.

Der emotional am meisten bewegende Moment hatte leider nichts mit dem Eishockeysport an sich zu tun: Am vergangenen Mittwoch, dem Tage des Attentats in Ottawa, zeigten die Fans in den Stadien von Pittsburgh, Edmonton sowie Anaheim ihre Solidarität durch eine Schweigeminute und/oder intonierten anschließend gemeinsam die kanadische Nationalhymne 'O Canada'.

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