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Senators als kanadische Playoffhoffnung

von Bernd Roesch / NHL.com

NHL-Playoffs ohne eine Mannschaft aus Kanada sind nur schwer vorstellbar, aber in diesem Jahr durchaus wahrscheinlich.

In der Western Conference zieren die kanadischen Teams aus Vancouver, Calgary, Edmonton und Winnipeg das Tabellenende der zwei Divisionen, im Osten liegen die Toronto Maple Leafs und Montreal Canadiens mit 18 bzw. sieben Punkten Rückstand auf die zweite Wildcard fast schon aussichtslos hinten.

Die beiden Traditionsteams sind die einzigen zwei Mannschaften in der Eastern Conference, die aus ihren letzten zehn Partien eine negative Bilanz vorweisen - was gerade in dieser heißen Saisonphase, bei der es auf jeden Punktgewinn ankommt, kein gutes Omen ist.

Grund wieder Hoffnung zu schöpfen haben dagegen die Ottawa Senators, die es nach ihrer Niederlagenserie von drei Partien erneut geschafft haben in die Spur zu kommen. Zwar liegen auch sie vier Zähler hinter der zweiten Wildcard und haben auch schon mindestens ein Spiel mehr absolviert als ihre stärksten Konkurrenten, doch eine Serie von doppelten Punktgewinnen brachte sie wieder zurück ins Geschäft.

Durch den 4-1 Auswärtstriumph bei den Edmonton Oilers in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch konnten die Senators zum ersten Mal in dieser Saison vier Siege in Folge feiern.

Für die Fans der Senators dürfte es ein gewisses Déjà-vu-Erlebnis sein: Lagen ihre Senators nicht auch schon im vergangenen Frühjahr deutlich außerhalb der Playoffs, um sich dann, durch eine furiose Aufholjagd, doch noch einen Platz am letzten Spieltag zu sichern?

Zuversichtlich stimmen konnte sie der 3-2 Heimsieg nach Penaltyschießen gegen die Red Wings. Zweimal waren die Senators in dieser Partie zurückgelegen und ausgerechnet ihr Neuzugang, Verteidiger Dion Phaneuf, rettete sie knapp vier Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit in die Verlängerung.

Der erfahrene Phaneuf, der vor 14 Tagen aus Toronto nach Ottawa kam, denkt noch nicht an eine Playoffqualifikation:

"Es ist nur ein gewonnenes Spiel, ein Sieg zu rechten Zeit mehr nicht. Das klingt vielleicht etwas abgedroschen, doch es ist wahr. Als Profisportler schaut man nicht auf das Ganze. Du musst an deine nächste Aufgabe und dein nächstes Spiel denken. Darauf bereitest du dich vor. Du setzt dir kleine Ziele und wirst dann immer besser."

Die Senators spielen zurzeit nicht besonders brillant, sondern besonders effektiv. Ihr Trainer Dave Cameron ist der Meinung, dass es aufs schön spielen auch nicht ankommt:

"Wichtig ist es so zu spielen, dass du dir deine Chance auf den Sieg erhältst. Fehler sind nicht erlaubt, wenn du Punkte aufholen musst und auch frühzeitiges Aufgeben nach einem Rückstand ist nicht gestattet."

Cameron gefällt es wie seine Jungs diese ausgegebene Marschroute auf dem Eis umsetzen:

"Sie haben in den letzten Spielen einen tollen Job verrichtet und dennoch Streben wir danach noch besser zu werden."

Eine deutliche Leistungssteigerung war besonders bei Zack Smith zu sehen. Der 27-jährige Center, der zuletzt häufig als Flügelstürmer eingesetzt wurde, konnte sich in den vergangenen drei Partien jeweils als Torschütze auszeichnen und assistierte zusätzlich beim 3-1 Führungstor von Alex Chiasson im Rexall Place von Edmonton.

Mit seinen bisher 15 Treffern in 60 Spielen stellte er eine persönliche Saisonbestleistung auf. Smith ist dennoch selbstkritisch:

"Ich sollte eigentlich noch viel häufiger schießen, doch es kommt eben auch auf die Qualität der Torchancen an."

Mit einer Schusseffizienz von 19,5 Prozent liegt Smith unter allen Spielern, die in der laufenden Saison zehn oder mehr Tore erzielt haben, auf Platz 4 hinter Anthony Duclair (20,8%), Jaromir Jagr (19,8%) und Connor McDavid (19,6%).

Auch die Defensive der Senators hat sich stabilisiert:

Schlussmann Craig Anderson ließ in den vergangenen vier Partien im Schnitt nur 1,44 Gegentore zu und konnte mit einer Rettungsquote von 95,5 Prozent überzeugen: "Natürlich passieren uns Fehler, man muss aber damit umgehen können und immer weiter machen."

Mit dieser Einstellung könnte den Senators in den kommenden Wochen bis zum Ende der regulären Saison ein ähnlicher Coup gelingen wie im vergangenen Jahr, und das Mutterland des Eishockeys wäre zumindest mit einem Team vertreten, wenn es darum geht den Stanley Cup Champion 2016 zu ermitteln.

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