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Mit dem Fahrstuhl ins Oberhaus

New York Islanders Prospect Sebastian Aho katapultierte sich von Null auf Hundert

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Wie machen sich die deutschsprachigen Spieler in der American Hockey League? Welche Akteure stehen vor dem Sprung in die NHL? Wer wurde von seiner Organisation nach unten geschickt und wer erhielt den erhofften Anruf eines NHL General Managers? Jeden Sonntag wirft NHL.com/de einen Blick auf die nordamerikanischen Minor Leagues und beantwortet diese und noch viele andere Fragen.

Für einen ging es in den vergangenen Monaten auf nahezu direktem Wege ins Oberhaus: Nachdem Sebastian Aho im Sommer beim NHL Draft 2017 in der fünften Runde (Nummer 139) von den New York Islanders gezogen wurde, stieg er in den Fahrstuhl ein, der ihn auf dem schnellsten Wege in die NHL befördern sollte.

Die Rede ist jedoch nicht von dem Sebastian Aho, der seit zwei Spielzeiten erfolgreich für die Carolina Hurricanes auf Torjagd geht. Dieser ist finnischer Staatsbürger, 20 Jahre alt und sammelte in bislang 126 NHL-Hauptrundenspielen 86 Scorerpunkte (40 Tore, 46 Assists). In aller Munde ist seit einigen Wochen sein Namensvetter. Er ist Schwede, Verteidiger, 21 Jahre jung und der große Emporkömmling der Islanders-Franchise. Selten hat sich ein Fünftrundendraftpick derartig schnell ausgezahlt wie in seinem Fall.

Während seine Kollegen mit gerade einmal 18 Jahren, das noch viel zu große NHL-Trikot übergestreift bekamen, schwamm Aho unter dem Radar der meisten NHL-Funktionäre. Jahrelang traute sich keiner, den mit 1,77cm Körpergröße und lediglich 77 kg Kampfgewicht ausgestatteten Aho in seine Organisation zu nehmen.

So reifte er vier Jahre lang in der schwedischen Topliga SHL. Trotz, oder womöglich auch gerade wegen seiner für einen Defensivspieler ungewöhnlichen Statur, entwickelte Aho einen mobilen und intelligenten Spiel-Stil, der ihn verblüffend zügig in die NHL katapultierte.

Ohne große Vorschusslorbeeren und mit einer, entsprechend des späten Drafts niedrigen Erwartungshaltung seiner Trainer, gestartet, ließ Aho in der laufenden Saison von Beginn an aufblitzen, wo seine Reise hingehen wird.

In 29 American Hockey League Spielen für die Bridgeport Sound Tigers sammelte der 21-Jährige stolze 20 Punkte (neun Tore, elf Assists) und am 5. November schnürte er gegen die Providence Bruins einen Hattrick. Dass er sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der gefährlichsten Abwehrspieler der Liga mausern würde, hätte sich Aho maximal zu erträumen gewagt.

Doch damit war sein Traum noch nicht zu Ende. Als sich im Dezember erst Calvin de Haan und Devon Toews verletzten und sich dann auch noch Johnny Boychuck aufgrund einer Verletzung am unteren Körperbereich vom Spielbetrieb abmeldete, mussten die Verantwortlichen der Islanders handeln. 

Die Karten lagen auf ihrem Tisch und Aho, einer der besten Spieler von Bridgeport, war die vielversprechendste. Folglich holten sie ihn, zum ersten Mal in seiner Karriere, am 28. Dezember in ihr NHL-Team. Für Aho öffnete sich eine ganz große Türe. Er trat ein und wird, wenn alles glatt läuft, nicht mehr zurückkehren.

Am 7. Januar erzielte er im Lokalderby gegen die New Jersey Devils seinen ersten NHL-Treffer. Der Puck erreichte ihn in der 48. Spielminute im High-Slot, von wo aus er kompromisslos per Schlenzer abschloss und damit den 5:4-Sieg nach Verlängerung erst möglich machte.

 Video: NJD@NYI: Aho erzielt erstes NHL-Tor im Powerplay

Auch knapp eine Woche später glänzte Aho erneut. Beim 7:2-Erfolg im ebenfalls prestigeträchtigen Duell gegen die New York Rangers ließ er sich von den fanatischen Massen im Madison Square Garden kaum beeindrucken. Er agierte im zweiten Verteidigungsblock der Islanders, kam auf 18:41 Minuten Eiszeit und erreichte eine beeindruckende +/-Statistik von +3.

Mit etwas Glück muss Aho nicht wieder dauerhaft in jene Liga zurückgehen, die ihn in ihr All-Star-Game gewählt hat. Am 28. Januar findet in Springfield, Massachusetts, das AHL All-Star Classic statt und der junge Schwede wird als einer von zwei Bridgeport-Spielern für die Atlantic Division auflaufen. 
 
Die wichtigsten Ergänzungen der vergangenen Woche:
Jared Boll (RW), von den San Diego Gulls zu den Anaheim Ducks
Erik Gustafsson (D), von den Rockford Ice Hogs zu den Chicago Blackhawks
Dillon Heatherington (D), von den Texas Stars zu den Dallas Stars
Michael Hutchinson (G), von den Manitoba Moose zu den Winnipeg Jets
Connor Ingram (G), von den Syracuse Crunch zu den Tampa Bay Lightning
Brendan Lemieux (LW), von den Manitoba Moose zu den Winnipeg Jets
Vinni Lettieri (C), von den Hartford Wolf Pack zu den New York Rangers
Anders Lindback (G), von den Milwaukee Admirals zu den Nashville Predators
Dominic Turgeon (C), von den Grand Rapids Griffins zu den Detroit Red Wings

Die wichtigsten Streichungen der vergangenen Woche:
Ivan Barbashev (C), von den St. Louis Blues zu den Chicago Wolves
Jonny Brodzinski (RW), von den Los Angeles Kings zu den Ontario Reign
Laurent Brossoit (G), von den Edmonton Oilers zu den Bakersfield Condors
Vince Dunn (D), von den St. Louis Blues zu den Chicago Wolves
Cody Franson (D), von den Chicago Blackhawks zu den Rockford Ice Hogs
Nikolay Goldobin (LW), von den Vancouver Canucks zu den Utica Comets
Ben Harpur (D), von den Ottawa Senators zu den Belleville Senators
John Hayden (RW), von den Chicago Blackhawks zu den Rockford Ice Hogs
Tyler Motte (LW), von den Columbus Blue Jackets zu den Cleveland Monsters
Tucker Poolman (D), von den Winnipeg Jets zu den Manitoba Moose
Juuse Saros (G), von den Nashville Predators zu den Milwaukee Admirals

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