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San Jose Sharks: Schüsse blocken hilft

von Shawn Roarke / NHL.com

SAN JOSE - Am Mittwoch hatten die San Jose Sharks in den ersten 41:40 Minuten von Spiel 4 viel zu viel Spaß, um über Albträume nachzudenken.

Sie rockten das SAP Center und brachten ihre Fans mit drei Bilderbuch Überzahltoren durch ihre drei besten Spieler zum Entzücken.

Die Los Angeles Kings, die die Sharks so viele Jahre gequält hatten, taumelten, spielten wie Stanley Cup Playoff Neulinge und nicht wie ein Team, das den Cup in drei Jahren (2012-2014) drei Mal gewinnen konnte.

Es schien, als ob die Party den ganzen Abend anhalten würde, besonders nachdem Patrick Marleau, als 1:40 Minuten im dritten Drittel gespielt waren, das 3-0 markierte.

Aber die guten Zeiten hatten sich verblüffend schnell gewandelt. Kurz nachdem Marleau die Führung ausgebaut hatte, erzielten die Kings innerhalb von 3:55 Minuten zwei Tore und zwangen die Sharks, ihren Überlebensinstinkt zu nutzen.

Die Flüssigkeit und das Selbstvertrauen aus den ersten 40 Minuten schien verloren. Verzweiflung dominierte das Spiel der Sharks, die ein ums andere Mal den Puck aus der Gefahrenzone chippten, um eine Angriffswelle der Kings nach der anderen abzuwehren.

Die Ruhe war weg, es herrschte Chaos.

"Die Kings geben nicht auf", formulierte San Jose Center Logan Couture, nachdem die Sharks ihre 3-2 Führung in Spiel 4 über die Zeit gebracht und die Best-of-7 Serie auf 3-1 ausgebaut hatten. "Das muss man ihnen anerkennen. Unabhängig vom Spielstand machen sie Druck. Sie haben die Meisterschaften nicht ohne Grund geholt."

Die Kings drückten die Sharks in einer Weise, wie sie es das letzte Mal getan haben, als sie in den Playoffs auf San Jose trafen. Damals, 2014, drehten sie einen 3-0 Serienrückstand.

Die Kings gingen ans Äußerste. Sie brachten die Sharks dahin, wo sie vor zwei Jahren standen. Die letzten 63 Sekunden waren so dramatisch wie die ersten drei Spiele der Serie.

"Es kam mir vor wie die letzte Minute eines Basketballspiels", erklärte Rechtsaußen Joel Ward, der vergangen Sommer dem Kader der Sharks zugefügt wurde.

Ward stand 18,3 Sekunden vor dem Ende beim finalen Faceoff auf dem Eis. Eben noch hörte er sich bei Auszeit der Kings von seinen Coaches die Mögliche Angriffstaktik der Kings an, ließ sich erklären, wo sich der Extraangreifer womöglich positionieren wird.

In den folgenden Sekunden sollte der ganze Druck der Kings auf die Sharks einprasseln.

Konnten die Sharks diesem Stand halten? Oder würden die Kings doch noch ein Tor und damit die Overtime erzwingen? Die schwimmenden Sharks in die Kabine schicken, um darüber nachzudenken, was die letzten 15 Minuten passiert sei?

Couture, der auch den Albtraum von 2014 erlebte, würde alles in seiner Macht stehende tun, um das Drehbuch dieses Mal umzuschreiben.

Nach der Auszeit wurde er zum Bully gegen Kings Mittelstürmer Vincent Lecavalier geschickt. Zu diesem Zeitpunkt hatte er lediglich eines von vier Anspielen gewinnen, das Trainerteam schenkte ihm dennoch Vertrauen für das Bully auf der Linken, Coutures favorisierten, Seite.

In diesem Moment hat man nur einen Gedanken im Kopf.

"Mein Job war es, die Scheibe einzuklemmen oder zu gewinnen. Du darfst dieses Bully nicht verlieren," sagte Couture, als er beschrieb, wie die Kings ihr nach gewonnenem Anspiel ihr einstudiertes Spiel aufziehen würden. "Danach war es nur noch ein Gedränge, um in die Schussbahnen zu kommen."

Couture hat das Bully nicht sofort verloren. Er schaffte es den Puck für eine wertvolle Sekunde einzuklemmen, während seine Teamkollegen versuchten so viele Kings wie möglich zu blockieren.

Aber schließlich kam das Spielgerät doch zu Drew Doughty an der Linie. Er knallte seinen Schlagschuss, doch Couture warf sich hin und blockte den Schuss in Richtung Ecke.

Couture stand auf und schaute zur Uhr -- noch vier Sekunden -- doch dann zuckte er zusammen, als die Scheibe ein weiteres Mal ihren Weg an die blaue Linie fand, dieses Mal zu Kings Abwehrspieler Jake Muzzin, der erneut einen Schlagschuss zündete. Dieser wurde in allerletzter Sekunde vom Defensivspieler Marc Edouard Vlasic geblockt.

Couture hüpfte leicht, riss seine Arme in die Luft und lächelte. Er feierte einen geblockten Schuss wie ein Tor. Schlussendlich war es gleichsam bedeutend.

"Wenn du die Jungs fragst, wer die Schüsse geblockt hat, fühlt sich das ebenso gut an", formulierte Couture. "Jeder muss das machen."

Jeder hat getan, was zu tun war und die Sharks haben ihre Albträume am Mittwoch niedergerungen. Sie wissen, dass sie noch einen weiteren Sieg brauchen, um die Dämonen zu verjagen.

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