Zur Stärkung der europäischen NHL-Akteure, die nicht aus Schweden, Finnland, Russland oder Tschechien stammen, hat nach Kruegers Ansicht der World Cup of Hockey 2016 beigetragen. Das Urteil kommt aus berufenem Munde. Der Deutsche führte das Team Europa als Coach zusammen mit Maurice als Co-Trainer bis ins Finale, wo sich die mit Vertretern aus acht Ländern bestückte Auswahl erst nach leidenschaftlichem Kampf Team Kanada in der Best-of-3-Serie mit 0:2 geschlagen musste.
"Es war ein spezielles Turnier, bei dem sich innerhalb unseres Teams ein besonderer Spirit entwickelt hat. Die ganze Gruppe steht heute noch miteinander in Kontakt. Wenn sich Spieler bei einem NHL-Match treffen, gehen sie danach meist noch zusammen weg. Einigen Leuten aus der Mannschaft hat der World Cup einen kräftigen Schub gegeben. Man muss nur Pierre-Edouard Bellemare anschauen, der in der vergangenen Saison mit den Vegas Golden Knights beinahe den Stanley Cup gewonnen hätte", sagte Krueger.
Für andere sei es ein bedeutendes Ereignis gegen Ende der Karriere gewesen. "Ich denke da an Mark Streit oder Christian Ehrhoff. Zdeno Chara hat damals gesagt, dass er sicher nie wieder in einem Endspiel eines internationalen Wettbewerbs stehen wird. Für mich persönlich war der World Cup eine traumhaft schöne Aufgabe, die ich jederzeit wieder übernehmen würde. Ein kurzer Anruf genügt."
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In Europa selbst sieht Krueger noch eine Menge Möglichkeiten für die NHL, um als Marke weiter zu wachsen und wirtschaftliche Erfolge zu erzielen. Events wie die Global Series stuft er als wichtigen Baustein dafür ein. Keinen Sinn mache es dagegen, eine Europa-Division zu platzieren. "Dafür sind die nationalen Ligen zu wichtig. Warum sollten Ankerklubs wie die Eisbären Berlin oder der SC Bern ihr Geschäftsmodell ändern und zu einer NHL-Franchise werden? Ich glaube nicht, dass die Vereine in der Lage wären, die komplizierten Rahmenbedingungen auf Dauer zu stemmen, zumal ohne die lukrativen Derbys", meint Krueger. "Die NHL sollte neben regelmäßigen Gastspielen ihrer Teams lieber verstärkt auf Social-Media-Plattformen setzen, um ihre Popularität zu steigern. Auf diesem Weg kann man viele Fans und Sponsoren hinzugewinnen und sich weitere Einnahmequellen erschließen."