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Quennevilles Rotation nicht vom Erfolg gekrönt

von Stefan Herget / NHL.com

Die große Frage in Spiel 3 der Western Conference Finalserie Anaheim Ducks gegen die Chicago Blackhawks am Donnerstag war, wie beide Mannschaften die Mamutpartie am Dienstag mit fast zwei kompletten Begegnungen aufgrund des entscheidenden Tores von Marcus Kruger nach 117 Minuten in der dritten Verlängerung wegstecken würden. Hinzu kam die knapp vierstündige Reise mit dem Flugzeug von Los Angeles nach Illinois.

Während Ducks Trainer Bruce Boudreau den selben Leuten wie zuletzt das Vertrauen schenkte, entschied sich sein Kollege Joel Quenneville dafür, Center Antoine Vermette und Stürmer Teuvo Teravainen durch Kris Versteeg und Joakim Nordstrom zu ersetzen.

Durch die Veränderung mischte der Coach die beiden letzten Reihen der Blackhawks durch. Ursache dafür waren keine Verletzungen, sondern hatte einzig taktische Überlegungen zur Folge. „Wir wollten nur ein paar frische Beine reinbringen“, sagte Quenneville nach dem Spiel bei der Pressekonferenz. „Wir wussten, dass Versteeg in den letzten Serien keine so lange Pause hatte und wollten ihn wieder bringen. Ein schwieriges Spiel und eine Reise am folgenden Tag, da woltten wir ein paar neue Jungs bringen.“

Nordstrom war seit dem 17. April, dem zweiten Spiel in der ersten Runde gegen die Nashville Predators, nicht aktiv. Versteegs letzter Auftritt war am 25. April im sechsten Spiel dieser Serie, das die Hawks zum Abschluss 4-3 gewannen.

Während Nordstrom, der Rechtsaußen in der vierten Reihe spielte, sich laut eigener Aussage gut zurecht und schnell in die Partie fand, gestand Versteeg, dass es ihm etwas anders erging. „Ich habe einen Monat lang nicht gespielt und komme dann ins Western Conference Finale gegen so ein Team rein, die ersten zwei Wechsel kam ich mir vor, als wenn ich an einer Rennstrecke stehen würde“, bekannte er. „Aber danach fühlte ich mich so, als wenn ich wieder im Rhythmus war.“

Versteeg spielte 13 Minuten und 31 Sekunden und schoss einmal auf das Tor. Er teilte außerdem drei Checks aus. Nordstrom war nur knapp sieben Minuten auf der Fläche, aber war bei beiden Toren der Ducks draußen. Beim 2-1 Siegtreffer durch Simon Despres wollte er den Puck führenden Ryan Getzlaf blocken und ging auf die Knie, ehe dieser perfekt zum Torschützen passte.

Das war aber nicht der Grund, warum Quennevilles Schachzug nicht aufging. Vermette war bisher der beste Akteur im Gewinnen von Bullies und wurde dort schmerzlich vermisst. Andrew Shaw musste wieder Center spielen, obwohl er seit Spiel 3 der ersten Runde auf außen in der vierten Reihe aktiv war.

Shaw und Andrew Desjardins waren es indes, die Center Kruger halfen, die Reihe in eine der besten von Chicago im Gewinnen von Pucks und dessen Behauptung werden ließen. Nordstrom sollte in Shaws Fußstapfen treten und Versteeg spielte als Ersatz von Teravainen Rechtsaußen in der dritten Reihe.

Keine dieser Maßnahmen griff. Weder Nordstrom noch Versteeg konnten sich offensiv in Szene setzen. Shaw gewann gerade einmal fünf von 14 Bullies. Der Trainerstab der Blackhawks wird sich vor der vierten Begegnung am Samstag einige Gedanken machen müssen, wie das Offensivspiel wieder mehr Produktivität gewinnt.

Fatal aus deren Augen ist die Tatsache, dass sie vier Überzahlspiele, drei davon im ersten Drittel, ungenutzt ließen. Hier hätten sie durchaus eine Grundlage für den wichtigen Sieg legen können, was ihnen aber nicht gelang.

„Wir hatten wenig Zeit in deren Zone, um sie müde zu machen“, konstatierte Quenneville. „Wir waren diejenigen, die müde wurden, weil wir dagegen halten mussten. (…) Ich glaube das war entscheidend, dass wir nicht den Lauf bekommen haben, wo wir mehr Druck gegen sie hätten machen können. Wir hatten sie soweit, dass sie Strafzeiten genommen haben, aber wir haben sie nicht dafür bezahlen lassen.“

Lehren, die die Blackhawks schnell ziehen müssen, denn eine weitere Heimniederlage wäre wohl schon der entscheidende Rückschlag in der Serie und damit das Aus für den dritten Stanley Cup Finaleinzug in den vergangenen fünf Jahren.

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