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Penguins wiegen ihre Optionen im Tor für Spiel 6 ab

von Dan Rosen / NHL.com

PITTSBURGH -- Marc-Andre Fleury saß auf seinem Platz in der Kabine nachdem er seinen Medienverpflichtungen nachgekommen war. Die Schoner hatte er noch an den Beinen, den Kopf hielt er gesenkt, die Augen starrten auf den Boden, die Finger seiner rechten Hand zupften an den Haaren am Kinn.

Hätte jemand in diesem Moment ein Bild gemacht, könnte er diesem Portrait den Namen "Denkender Mann" geben. Da es sich aber an diesem Abend um Fleury handelte, wäre ein passenderer Titel "Enttäuschter Mann".

Fleury, Pittsburgh Penguins' aufregender und liebenswerter Torwart Nummer 1, durfte von Beginn an in Spiel 5 des Eastern Conference Finales ran, was er sich so gewünscht hatte. Es endete schmerzlich, mit Bedauerung und damit, dass Pittsburghs Torwartdebatte noch nicht vorüber ist.

Fleury hätte sie am Sonntag beenden können, doch er war bei der 3-4 Overtimeniederlage gegen die Tampa Bay Lightning nicht beweglich und nicht gut genug. Die Penguins stehen nun kurz vor dem Ausscheiden, liegen vor Spiel 6, das am Dienstag (8 p.m. ET; NBCSN, CBC, TVA Sports) in der Amalie Arena ausgetragen wird, in der Best-of-7 Serie mit 2-3 im Hintertreffen.

"Es war schön wieder ein volles Spiel bestreiten zu können, doch ich hätte mir einen anderen Ausgang gewünscht", sagte Fleury nach seiner 21-Save Performance. "Es ist sehr enttäuschend."

Es war Fleury's erster Start seit dem 31. März. Zum ersten Mal in den Stanley Cup Playoffs ließ Coach Mike Sullivan den 21-jährigen Rookie Torwart Matt Murray ein ganzes Spiel lang auf der Bank sitzen. Er startete 13 Spiele in Folge nachdem er in Spiel 3 der ersten Runde gegen die New York Rangers genesen zurückgekommen war.

Nun sieht es danach aus, als wäre es die falsche Entscheidung gewesen.

"Ich habe mich im Spiel nicht so gut gefühlt", sagte Fleury.

Man hat es gesehen.

Nun, nachdem er Fleury ein ganzes Spiel lang beobachten konnte, gab sich Sullivan, der sich sicher gewesen war die richtige Entscheidung getroffen zu haben, vor den Pressevertretern wortkarg und es stellte sich die Frage, was er in Spiel 6 machen solle.

Hat er ausreichend Vertrauen in Fleury, um ihn erneut zu bringen? Traut sich Fleury das selbst zu? Kann er wieder Murray bringen, nachdem er ihn auf die Bank gesetzt hatte?

Sullivan muss sich im Nachhinein die Frage stellen, ob es richtig war Fleury in Spiel 5 zu bringen. Obwohl es Murray bei seinen letzten sechs Auftritten auf eine Fangquote von 89,2 Prozent gebracht hatte, hatten die Penguins noch eine gute Ausgangsposition, die Serie stand 2-2 und sie hatten ein Heimspiel.

Sullivan wird es nicht zugeben. Das würde als ein Zeichen von Schwäche angesehen, zu einer Zeit. in der den Spielern seine Stärke zeigen muss. Doch als er nach Fleury's Leistung gefragt wurde und ob er sich sicher sei, dass er auch in Spiel 6 beginnen werde, wartete Sullivan und blieb schwammig.

"Ich werde direkt nach dem Spiel seine Leistung nicht bewerten", sagte Sullivan. "Es ist unübersehbar entmutigend, dass wir dieses Spiel gerade verloren haben. Ich muss das erst etwas verdauen, bevor ich meine Schlüsse daraus ziehe."

Da gibt es einiges zu verdauen. Es war nicht alles schlecht, doch an das Schlechte wird man sich erinnern, den darauf kam es an.

Den finalen Dolchstoß setzte Lightning Center Tyler Johnson, der den Schuss von Verteidiger Jason Garrison, nach 53 Sekunden in der Overtime ins Tor abgefälscht hatte. Fleury traf bei diesem Treffer definitiv keine Schuld, jedoch bei den drei zuvor.

Fleury konnte die 2-0 Führung im zweiten Drittel nicht halten und erlaubte es den Lightning mit zwei Toren innerhalb von 70 Sekunden auszugleichen.

Alex Killorn's Schuss vom linken Bullykreis, nahe der Bande, landete über der rechten Schulter von Fleury nach 13:15 Minuten im zweiten Drittel im Netz und es stand 2-1. Fleury war auf die Knie gegangen und wurde hoch bezwungen.

"Ich habe viel trainiert. Ich hätte besser sein sollen, speziell beim ersten Gegentor", sagte Fleury. "Du weißt, das war blöd."

Lightning Stürmer Nikita Kucherov glich nach 14:25 Minuten mit einem Onetimer vom Slot zum 2-2 aus. Fleury war gegen Vladislav Namestnikov zu weit aus dem Tor gegangen. Dieser bediente Kucherov und der hatte mit seinem Onetimer wenig Mühe. Fleury bekam keinerlei Unterstützung von Verteidiger Kris Letang.

Fleury gelang es auch nicht die 3-2 Führung im dritten Drittel zu verteidigen. Er wirkte unsicher bei einigen Saves und benötigte die Unterstützung des Pfostens. Er schaute oft hinter sich und konnte einige Male den Puck nicht festhalten.

Zum Abschluss kassierte er nach 16:44 Minuten ein Tor von Kucherov durch einen Bauerntrick. Fleury kam zu langsam im Torraum rüber, nachdem er am linken Pfosten gegen Johnson noch retten konnte.

Das passierte kurz nachdem Fleury mit der Schulter Ryan Callahan's Schuss an den rechten Pfosten gelenkt hatte und der Puck erst entlang der Torlinie schlitterte, bevor er wieder raussprang.

"Wir hatten bemerkt, dass er Probleme hat", sagte Kucherov. "In dieser Phase des Spiels versuchst du den Puck aufs Tor zu bringen und dir damit Chancen herauszuarbeiten."

Fleury hätte fast noch vor der Verlängerung das Siegtor zugelassen, als er Callahan's Schlagschuss vom rechten Bullykreis nicht stoppen konnte und auf die Hilfe von Verteidiger Olli Maatta angewiesen war, der die Scheibe 1:01 Minuten vor dem Ertönen der Sirene von der Torlinie kratzen konnte.

Er hatte die Pause vor der Overtime um wieder seine Sicherheit zu finden, doch das gelang nicht. Garrison's Schuss traf Johnson, landete im Netz und beendete einen schweren Abend für die liebenswürdige Nummer 1,die noch nicht fit genug war, um ein solches wichtiges Spiel zu bestreiten.

Am Montag, dem Reisetag, kann sich Sullivan nun Gedanken darüber machen, was er tun soll.

Die Murray-Fleury Diskussion ist noch nicht vorbei. Vielleicht am Dienstag, sollte Sullivan die falsche Entscheidung getroffen haben.

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