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Penguins dominieren über weite Strecken

von Tom Gulitti / NHL.com

TAMPA -- Eine der Geschichten über den Eastern Conference Finaleinzug richtet sich auf den wohl einfachsten Weg der Final Four, den der Tampa Bay Lightning.

Die Lightning beeindruckten sowohl in der Ersten Runde gegen die Detroit Red Wings, die die Hauptrunde mit 93 Punkten abschlossen als auch in der Zweiten Runde gegen die New York Islanders, die sich mit 100 Punkten eine Wildcard ergatterten, mit Seriensiegen nach fünf Spielen.

Doch so einige fragten sich, wie sie sich gegen härtere Konkurrenz schlagen würden.

Ungeachtet davon, was man von den Red Wings oder den Islanders hält, zeigte sich bereits in den ersten beiden Spielen, dass der Gegner der Lightnings im Eastern Conference Finale, die Pittsburgh Penguins, ein ganz anderes Kaliber sind. Die Penguins dominierten am Mittwoch in der Amalie Arena das zweite Spiel in Folge und ergatterten sich einen 4-2 Sieg in der dritten Partie der Best-of-7 Serie.

Obwohl die Lightning nur einen Schuss davon entfernt waren, Spiel 2 und damit die ersten beiden Aufeinandertreffen in Pittsburgh für sich zu entscheiden, wurden sie bei der 3-2 Niederlage am Montag für weite Strecken an die Wand gespielt. Nach einem guten Start in Spiel 3, hatten sie den Penguins mit ihrer Geschwindigkeit und Tiefe nach den ersten sieben Minuten außer ihrem 21-jährigen Schlussmann Andrei Vasilevskiy, der 24 Saves machte, nur noch wenig entgegenzusetzen.

"Sie sind definitiv ein anderes Team als die Red Wings und die Islanders", musste Lightning Center Tyler Johnson anerkennen. "Sie sind ein schnelles Team. Sie haben viel Skill, haben viele Leute, die gut skaten und in der Offensivzone spielen konnen und ihr Umschaltspiel ist richtig gut. Es ist mit Sicherheit anders."

Mit Abwehrspieler Anton Stralman, der bei seinem erst zweiten Spiel nach einer achtwöchigen Verletzungspause aufgrund eines gebrochenen Wadenbeins, noch etwas eingerostet wirkte und Kapitän Steven Stamkos, der aufgrund eines Blutgerinsels weiter ausfällt, zeigten sich die Lightning in einer anderen Zusammensetzung gegen die Penguins als noch bei ihrem 3-1 Sieg in Spiel 1.

Wie zuvor die New York Rangers und die Presidents Trophy Sieger Washington Capitals, machen nun auch die Lightning die Erfahrung, dass in den Penguins mehr steckt, als Sidney Crosby und Evgeni Malkin. Pittsburghs dritte Reihe um Carl Hagelin, Nick Bonino und Phil Kessel war am Mittwoch für die ersten beiden Treffer verantwortlich.

Crosby, der in Spiel 2 in der Overtime traf, läutete in der Mitte des dritten Abschnitts mit einem 4-auf-3 Tor auf Zuspiel von Malkin, den Sieg ein. 2:22 Minuten später legte Chris Kunitz nach.

"Sie sind ein tiefes Team, und die Jungs haben eine Chemie zusammen gefunden", sagte Lightning Coach John Cooper. "Wenn du in den Playoffs weit kommen willst, dann kannst du dich zwar in einigen Spielen auf ein paar Jungs verlassen, aber du musst deinen ganzen Kader dazu bringen, zu scoren, und sie haben einen Weg gefunden, das hinzukriegen."

Hagelins Nachschusstreffer 10 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels war ein Dolchstoß. Die Lightning hatten sich nach einem offensivstarken Abschnitt der Pens (21-6 Schüsse) fast mit einem 0-0 in die Kabine gerettet. Doch dann geriet Jonathan Drouin, der sich bis dato als Stamkosersatz blendend geschlagen hatte, ein spielentscheidendes Missgeschick: Sein Rückpassversuch in der Penguinszone landete bei Kessel, der einen 2-auf-1 Konter zu Hagelins Tor einleitete.

Drouin beendete das Spiel in der vierten Reihe, nachdem Cooper seine Reihe um Ondrej Palat, Johnson und Nikita Kucherov wiedervereinte und die anderen Formationen durcheinander wirbelte. Johnson und Palat erzielten Tore, aber es war nicht genug, und man konnte an Coopers Reaktion sehen, dass er nicht plant, Palat Johnson und Kucherov auch in Spiel 4 am Freitag (02:00 a.m. MESZ) zusammenzulassen.

"Man kann sich nicht immer auf die gleichen Leute verlassen", sagte Cooper. "Also werden sie vielleicht wieder zusammen sein; manchmal werden sie es, manchmal nicht."

Abgesehen von dieser Formation generierten die Lightning wenig Offensivkraft. Nach den ersten sieben Minuten, wurden sie von den Penguins regelrecht im eigenen Drittel eingeschnürt.

Die Penguins erzielten 78-50 Schussversuche, darunter 56-36 im zweiten und dritten Abschnitt.

"Vor allem im zweiten Abschnitt kamen sie ins Rollen", sagte Stralman. "Es ist hart, Spiele zu gewinnen, wenn du 48 Schüsse abgibst."

Wenn nicht Vasilevskiy, der erneut für den verletzten Ben Bishop einsprang, gewesen wäre , hätte die Niederlage noch höher ausfallen können.

"Es ist sehr enttäuschend, wenn man 48 Schüsse in einem Heimspiel in den Playoffs hinnehmen muss." sagte Cooper. "Das kann ich nicht akzeptieren. Ich fühle mich wegen Vasilevskiy schlecht, er hält uns im Spiel, und wir finden keinen Weg, ihn zu unterstützen."

Spätestens jetzt kennen die Lightning die Qualitäten ihres Gegners. Sie wissen auch, dass sie einen Weg finden müssen, die Fehler für Spiel 4 am Freitag abzustellen, ansonsten könnten sie bereits nach fünf Spielen aus der Serie fliegen.

"Ich weiß, dass wir mit diesen Jungs spielen können", sagte Stralman. "Sie sind ein richtig gutes Team, aber das sind wir auch. Wir müssen einfach besser auf die Spiele achten."

Die Lightning haben bisher viel durch gemacht, und man kann ihnen leicht glauben, wenn sie sagen, dass sie daran glauben, die Serie umzudrehen. Sie fühlen sich, als ob sie hier her gehören. Jetzt gilt es das zu beweisen.

"Ich habe es bereits gesagt: Man kommt nicht aus Zufall unter die letzten vier", so Cooper. "Die haben eine gute Truppe. Sie ziehen auch nur ihre Schlittschuhe zur gleichen Zeit wie wir an. Wir waren schon vorher in solchen SItuationen. Jetzt liegt einfach nur ein bisschen Druck auf uns, um Spiel 4 zu gewinnen."

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