Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Toronto Maple Leafs und den Ottawa Senators

Die Ottawa Senators mussten lange auf ihren Saisonauftakt 2026/27 warten. Dafür fiel die Rückkehr in den Spielbetrieb am Samstag für sie umso erfreulicher aus. Ottawa setzte sich im prestigeträchtigen Duell bei den Toronto Maple Leafs in der Scotiabank Arena nach hartem Kampf am Ende mit 3:2 durch. Einen großen Anteil daran hatte Torhüter Linus Ullmark. Doch der Schwede wollte nach dem Erfolg keineswegs nur über seine eigenen Paraden sprechen. Vielmehr hob er die Spieler vor sich hervor, die sich immer wieder in die Schüsse der Gastgeber warfen (insgesamt 20 geblockte Schüsse, 29 Hits).

„Es war eine wirklich gute Mannschaftsleistung“, sagte Ullmark nach der Partie. Ottawa erwischte einen starken Start, musste im zweiten Drittel allerdings eine längere Druckphase der Maple Leafs überstehen. Im Schlussabschnitt fanden die Senators zurück zu ihrem Spiel und sicherten sich schließlich die ersten beiden Punkte der Saison.

Besonders zufrieden war Ullmark mit dem Penalty Killing. „Unser Unterzahlspiel war heute enorm wichtig“, betonte der Torhüter. Gerade in den entscheidenden Phasen habe Ottawa als Mannschaft verteidigt. Dazu gehörten auch jene Aktionen, die in keiner Torhüterstatistik auftauchen: geblockte Schüsse, gewonnene Zweikämpfe und Spieler, die sich ohne Rücksicht auf Verluste vor den Puck werfen.

Stützle geht mit gutem Beispiel voran

Einer dieser Spieler war Tim Stützle. Der deutsche Nationalspieler steuerte zwar keinen eigenen Treffer bei, hatte aber erheblichen Anteil am Erfolg. Neben seinem Assist zum 2:2 von Michael Amadio wurden ihm drei Checks und zwei geblockte Schüsse gutgeschrieben.

Gerade einen dieser Blocks hob Ullmark ausdrücklich hervor. „Die Jungs vor mir haben sich wirklich aufgeopfert“, sagte der Schwede. Auch Stützle habe sich in die Schüsse geworfen und damit verhindert, dass die Maple Leafs in der Schlussphase noch einmal zum Erfolg kamen.

Dass ausgerechnet Ottawas offensiver Schlüsselspieler solche Defensivarbeit übernimmt, dürfte Ullmark besonders gefallen haben. „Das sind die kleinen Dinge, die am Ende den Unterschied machen“, erklärte der Torhüter sinngemäß. In einer Partie, in der Toronto im zweiten Drittel mit 14:4 bei den Torschüssen vorne lag, waren diese Opferbereitschaft und der Zusammenhalt besonders wichtig.

OTT@TOR: Stützle blockt den Versuch von Raddysh und rettet so das 2:2 im dritten Spielabschnitt

Ullmark selbst musste mehrfach eingreifen. Insgesamt kam er auf 27 Paraden. Eine seiner spektakulärsten Aktionen zeigte er gegen William Nylander, als er mit der rechten Schoner-Spitze noch an den Puck kam.

Ganz zufrieden war Ullmark mit seiner eigenen Frühform allerdings noch nicht. „Ich arbeite noch daran, richtig in die Spielverfassung zu kommen“, scherzte er und bemerkte, dass sich seine Hüfte zu Saisonbeginn noch nicht ganz so beweglich anfühle, wie sie sollte.

Bei seiner Rettung gegen Nylander spielte nach eigener Einschätzung auch eine gehörige Portion Glück mit. „Das waren zu 90 Prozent Glück“, gab Ullmark offen zu. „Aber man darf niemals aufgeben. Manchmal ist genau das die kleine Kante, die man braucht.“

Ein langer Anlauf bis zum ersten Spiel

Dass Ottawa erst am Samstag in die Saison eingreifen durfte, war für die Mannschaft nicht ganz einfach. Während die Konkurrenz bereits seit Dienstag um Punkte kämpfte, mussten die Senators warten.

„Es war schon ein bisschen langweilig und frustrierend, die letzte Mannschaft zu sein, die startet“, räumte Ullmark ein. Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die komplizierte Planung einer NHL-Saison. Arenen werden schließlich nicht nur für Eishockey genutzt, sondern auch für Konzerte, Basketball und zahlreiche andere Veranstaltungen.

Statt sich über die ungewöhnliche Situation zu beklagen, versuchte Ottawa, die zusätzliche Zeit sinnvoll zu nutzen. „Wir haben versucht, weiter an unserem Spiel zu arbeiten“, erklärte Ullmark. Im Nachhinein könnte sich die lange Wartezeit sogar als Vorteil erweisen.

Allerdings zeigte sich zu Beginn durchaus Rost. Trainer Travis Green hatte damit gerechnet. „Nach dieser zusätzlichen Woche erwartest du ein bisschen, dass die Jungs noch nicht ganz im Rhythmus sind“, sagte Green. Gerade in den ersten zehn Minuten seien Passspiel und Tempo noch nicht optimal gewesen.

Ullmark hielt sein Team in dieser Phase im Spiel. Auch deshalb konnte Ottawa später zulegen. „Linus war überragend, besonders als wir müde verteidigen mussten“, lobte Green seinen Torhüter. Nach dem schwachen zweiten Drittel mit nur vier eigenen Torschüssen drehten die Senators im dritten Abschnitt auf und schossen 16-mal auf das Tor von Sergei Bobrovsky.

Chabot, Halliday und ein starkes Schlussdrittel

Den Grundstein für den Sieg hatte Ottawa bereits im ersten Drittel gelegt. Thomas Chabot erzielte in seinem ersten Spiel als neuer Kapitän das 1:0 (19.). Nach einem Schuss von Shane Pinto und einer Ablage von Claude Giroux verwertete der Verteidiger den Abpraller.

„Es war großartig, das werde ich nicht leugnen“, sagte Chabot. „Ich war nie jemand, der daraus eine große persönliche Sache macht. Aber das erste Tor des Spiels zu erzielen, war schon ziemlich cool.“ Besonders schön war der Moment für ihn, weil auch seine Eltern auf der Tribüne saßen.

Toronto drehte die Partie im zweiten Drittel zunächst durch Auston Matthews und Kirill Marchenko. Doch Ottawa ließ sich nicht abschütteln. Amadio glich nach Vorlage von Stützle zum 2:2 (33.) aus.

Im Schlussdrittel übernahm Ottawa dann wieder das Kommando. Stephen Halliday erzielte nach 9:46 Minuten das entscheidende 3:2. Für den in der Nähe von Toronto aufgewachsenen Angreifer war der Treffer ein besonderer Moment. „Es macht immer Spaß, ein NHL-Spiel zu spielen, wenn die eigene Familie dabei ist“, sagte Halliday. „Ich bin einfach froh, dass ich der Mannschaft heute helfen konnte.“

OTT@TOR: Halliday nutzt den Rebound

Green sah anschließend genau die Reaktion, die er sich gewünscht hatte. „Ich fand unser drittes Drittel großartig“, erklärte der Trainer. „Wir haben genau so gespielt, wie wir spielen wollen, und ihnen nichts geschenkt.“

Ottawa glaubt an seine Tiefe

Der Erfolg in Toronto könnte für die Senators mehr sein als nur ein gelungener Saisonstart. Ullmark zeigte sich jedenfalls überzeugt von der Qualität der Mannschaft – und insbesondere von der Defensive.

„Wenn wir gesund sind, haben wir eine sehr gute und tief besetzte Abwehr“, meinte der Torhüter. Die Gruppe sei inzwischen erfahren genug, um zu wissen, was der jeweils andere mache. Auch jüngere Spieler könnten Verantwortung übernehmen.

Allerdings muss Ottawa bereits mit Verletzungsproblemen umgehen. Abwehrspieler Jake Sanderson verließ die Partie im ersten Drittel vorzeitig und kehrte nicht zurück. „Ich bin ein bisschen besorgt“, sagte Green. „Wir werden in den nächsten Tagen mehr wissen.“ Sanderson habe selbst rechtzeitig gemerkt, dass etwas nicht stimme, und sich deshalb aus dem Spiel genommen.

Auch Artem Zub fehlt den Senators derzeit. Ullmark sieht darin jedoch keinen Grund zur Panik. Verletzungen seien über eine lange NHL-Saison ohnehin kaum zu vermeiden. Entscheidend sei deshalb die Tiefe des Kaders.

Und genau die sieht Ullmark in Ottawa gegeben. Neue Spieler hätten sich gut eingefügt, die erfahrenen Kräfte würden ihnen helfen. Vor allem aber gefalle ihm die Einstellung der gesamten Gruppe. Green bestätigte diesen Eindruck: „Das Wichtigste an dieser Mannschaft ist, wie sehr die Jungs gewinnen wollen.“

Eine Eigenschaft, die offenbar auch für die Bereitschaft gilt, sich für den Mitspieler vor einen Schuss zu werfen. Oder, wie Ullmarks Abend in Toronto gezeigt hat: Manchmal ist die wichtigste Parade diejenige, die der Torhüter gar nicht selbst machen muss.

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