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Noah Rod wird immer besser

von Bernd Roesch / NHL.com

Die National Hockey League ist das A & O. In der Liga spielen die Besten der Besten eines Sports, der stolz darauf ist herausragende Einzelleistungen mit einem gemeinsamen Erfolg verbinden zu können: Dem Streben nach der am schwierigsten in einem Profisport zu erringenden Trophäe - Lord Stanley’s Cup. Obwohl die NHL das ultimative Ziel für alle Eishockeyspieler ist, können nicht alle in ihr spielen. In der Eishockeywelt gibt es mehrere Profi-Ligen, die viele hochkarätige Talente vorzuweisen haben. In diesen Ligen gibt es Spieler aus der ganzen Welt, die sich ihren Weg zu Eishockey-Ehren ebnen. NHL.com/de nimmt Dich in der Rubrik "Internationales Eis" durch exklusive Berichte über Spieler, Trends und Neuigkeiten mit auf die Reise.


Beim HC Servette-Genf läuft es richtig gut. Seit Mitte Dezember konnte das Team in der Schweizer Ersten Liga sechs Siege in Folge einfahren und belegt nun den dritten Tabellenplatz in der Nationalliga A. Nur ein Zähler beträgt ihr Rückstand auf den zweitplatzierten HC Davos, der sogar schon ein Spiel mehr absolviert hat als die Mannschaft aus der französischen Schweiz. Nur die ZSC Lions scheinen momentan schon enteilt: Der Vorsprung des Tabellenführers beträgt acht Punkte.

Vor Saisonbeginn hatten nur wenige damit gerechnet, dass die von Chris McSorley betreute und gemanagte Mannschaft ein Wörtchen um die Spitzenplätze mitreden könnte. Geneve-Servettes Trainer, Manager und Mitbesitzer in Personalunion schafft es immer wieder das Maximale aus seinem Kader herauszuholen. 2001/02, im ersten Jahr seines Engagements in Genf, führte er den damaligen Zweitligisten in die erste Liga. Ein einfaches, aber durchorganisiertes Eishockey spielen zu lassen sowie sein Können junge Spieler in sein System einzubauen, war damals und ist noch heute McSorleys Erfolgsrezept.

Eines dieser Talente ist der aus einer Eishockeyfamilie stammende Noah Rod, dessen Vater Jean-Luc von 1986 bis 1990 für den HC Fribourg-Gottéron in der NLA seine Schlittschuhe schnürte. Auf 26 Tore hatte es Jean-Luc Rod in insgesamt 118 Partien gebracht, in seiner besten Saison waren es zehn Treffer in 36 Partien. Nun ist sein Sohn drauf und dran diesen Wert zu toppen. Der 20-Jährige entwickelt sich unter der Fittiche von McSorely prächtig. In seinen ersten zwei Jahren bei den Genfern waren ihm nur zwei Tore in 66 Partien gelungen, in der laufenden Saison sind es nun schon sieben Tore in 29 Partien.

Dabei sah sich der in La Chaux-de-Fonds, unweit der französischen Grenze geborene Stürmer noch nie als Torjäger par excellence. Er gilt als hart arbeitender Flügelstürmer, der sich nicht zu schade ist dorthin zugehen wo es weh tut und auch keinen Zweikampf scheut.

Vor einer Woche endete die U20-Junioren Eishockeyweltmeisterschaft, bei der es die Schweizer Auswahl schaffte den Abstieg aus der Top-Division zu verhindern und Noah Rod schloss das Turnier als bester Torschütze der Eidgenossen ab. Vier Treffer gingen auf das Konto von Noah, der damit sogar ein Tor mehr erzielen konnte als sein Teamkapitän Timo Meier, der im Sommer 2015 von den Sharks in der ersten Runde an insgesamt achter Position gezogen wurde.

Bereits vor knapp zwei Jahren waren die San Jose Sharks auf Rod aufmerksam geworden und sich dazu entschieden ihn bereits in der zweiten Runde beim NHL Draft 2014 an 53. Stelle zu ziehen. Für Rod, der damit gerechnet hatte erst weiter hinten ausgewählt zu werden, war das damals eine Riesenüberraschung. Noch im gleichen Sommer wurde er ins Development Camp der Sharks eingeladen. Er genoss diesen Aufenthalt, während dem er mit Mirco Müller, der ein Jahr zuvor von den Sharks gedraftet wurde, Kontakt hatte. Anders als Müller und Meier entschied sich Rod für einen Verbleib in der Schweiz. Er unterschrieb 2014 einen 4-Jahresvertrag beim Genève-Servette HC, obwohl er sogar zum Saisonvorbereitungs-Trainingscamp der Sharks eine Einladung bekommen hatte.

Rods Entscheidung, sich in der Schweiz spielerisch weiterzuentwickeln, bevor er den ganz großen Sprung nach Übersee wagt, scheint die richtige gewesen zu sein. Die Mühen, die harte Arbeit und die Zeit, die er in seine sportliche Entwicklung im Seniorenbereich gesteckt hat, tragen nun erste Früchte. Er bekommt bei den Genfern immer mehr Spielzeit, wirkt immer abgeklärter, lernt Verantwortung zu übernehmen und trifft häufiger ins Schwarze als erwartet. In den diesjährigen Playoffs, wer zweifelt schon daran, dass die McSorelys Team nicht erreichen wird, hat Rod die Chance weitere Male auf sich aufmerksam zu machen.

Vielleicht dauert es dann gar nicht mehr so lange, dass im Norden Kaliforniens, im SAP Center von San Jose, drei junge Eishockeycracks aus der Alpenrepublik gemeinsam für die Sharks aufs Eis laufen werden. Welch eine schöne Vorstellung!

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