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Niederlage in Spiel 6 schickt Blues Heim

von Amalie Benjamin / NHL.com

SAN JOSE -- Seine Augen, ein oder zwei Töne heller als St. Louis Blau, rot umrandet, wässrig und trüb, waren das erste, das einem auffiel. Seine Gefühle kamen an die Oberfläche, sie zeichneten sich am Schweiß auf der Haut und an einem Bart, der zwei Wochen länger wachsen sollte, ab.

Der Kummer war spürbar.

Die Zukunft von David Backes, einem Mann, der bald ohne Vertrag von einem Team, das er als Kapitän anführt, ist und der am Freitag kein Spiel zu spielen hat, ist ungewiss. Seine Saison endete zusammen mit der seiner St. Louis Blues nach einer 5-2 Niederlage gegen die San Jose Sharks in Spiel 6 des Western Conference Finales, nachdem sich die Sharks die Serie mit 4-2 krallten.

Er wirkte noch nicht bereit dazu, das zu realisieren.

"Verdammt", sagte Backes. "Zwei weitere Siege und du spielst um den ultimativen Preis."

Die Augen schimmerten verloren, dann wehmütig. Er sah es direkt vor sich, eine Chance, eine Hoffnung, ein Wunsch, alles war nah genug, damit er sich darin voll und ganz fallen lassen konnte. Er benötigte fast 40 Minuten, um aus den hinteren Winkeln des SAP Centers aufzutauchen, in einem leeren Raum zu stehen und seinen in ihm überquellenden Emotionen eine Stimme zu geben.

Bei den ersten beiden Fragen über das Ende dieser Saison und über seine lange und frustrierend Amtszeit in St. Louis, einem Team, das ihn und seine Fans seit seiner Ankunft als Rookie vor einem Jahrzehnt enttäuscht hat, konnte er sie noch zusammenhalten.

Dann brach es aus ihm heraus.

"Er wird mich dafür killen, das ich euch diese Story erzähle, aber ..." Er schnaufte. "Spiel 5, ich fühlte mich nicht gut und Steve Ott brachte mir ..." seine Stimme verdickte sich. "Etwas damit ich mich besser fühle..."

Die Tränen wallten.

"Er wusste, dass er der Junge ist, der aus der Aufstellung fliegt wenn ich spielen kann, das ist ziemlich selbstlos, und solche Jungs haben wir hier."

Eine Träne kullerte ihm aus seinem linken Auge, an seiner Wange entlang.

"Geschichten wie diese", sagte er.

Sie kamen näher als noch vor 15 Jahren, als sie das letzte Mal im Conference Finale standen und der Stanley Cup so real wirkte. Aber es endete erneut ohne Titel und ohne Feierlichkeiten, sechs Siege zu wenig.

Es geht nur so lange, wie ein Eishockeyspieler kann, nur so viele Chancen. Einige sind verwöhnt, andere, wie die in St. Louis in den vergangenen 10 Jahren, nach frühen Ausscheiden, Frustrationen, gebrochenen Schlägern und Knochen, Niederlagen bevor sie bereit waren, sind es nicht. Backes war es auch nicht.

Aber dieses Jahr? Dieses Jahr war es anders. Die Blues entschieden die siebten Spiele in der ersten und in der zweiten Runde. Über zu viele Spiele zu gehen stecken die meisten Teams nicht weg, musste Coach Ken Hitchkock zugestehen. Aber dennoch, dieses Jahr. Sie waren bereit.

Und dann doch nicht, das Ende schlug mit der Wucht eines Güterzuges ein.

Deshalb brachen die Tränen bei Backes aus. Die ersten seit vielleicht 11 Jahren, 12 Jahren, seit dem Ende des Colleges.

David Backes wurde während den Playoffs 32 und erzielte ein spielentscheidendes Tor, die beste Möglichkeit diesen Tag zu feiern. Er muss sich unbesiegbar gefühlt haben.

Das war nun vorbei, als er zwischen den Trümmern einer Eishockeysaison stand, zwischen verschwitzter Ausrüstung, zerknitterten Trikots und Enttäuschung.

"Mann", sagte er. "Das Ende kommt ziemlich plötzlich."

Er war nie so weit. Viele von ihnen waren nie so weit. Sie haben noch nie daran geglaubt, weil sie sich selbst nie erlaubt hatten, daran zu glauben. Sie waren nie gut genug. Für so lange Zeit versagten sie. Nicht dieses Jahr. Sie werden dieses Jahr nicht versagen.

Und dann passierte es, als die besseren, die weniger ramponierten Sharks übernahmen und eine vier-Tore-Führung in Spiel 6 herausschossen. Die Blues fühlten sich trotz zweier Tore im letzten Abschnitt verloren.

"Sie haben ihren Job gemacht", sagte Backes. "Wir nicht. Die gehen weiter und kämpfen um den Cup. Und wir sind hier."

Er drehte sich am Ende weg. Er verließ den Raum. Er war erneut leer. Die Ausrüstung wird bereits eingepackt und nach St. Louis gebracht. Die Spieler auch. Und dann werden sie auseinander gehen, ihr Vermächtnis versiegelt, ihre Zukunft unsicher.

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