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NHL All-Star Game 2016 mit Wettbewerbscharakter

von Bernd Roesch / NHL.com

Die NHL hat nach Nashville geladen und sie sind alle in die 'Music City' gekommen. Tausende Eishockeyfans, Sponsoren, Funktionäre, Pressevertreter und selbstverständlich auch, mit wenigen Ausnahmen, die All-Stars auf Kufen. Ein NHL All-Star Wochenende ist immer etwas ganz Besonderes: Die lockere Atmosphäre, die Nähe zu den besten Eishockeyspielern der NHL, die man während einer langen Saison selten so entspannt sieht wie an diesen vier Tagen. Spieler, die es sich nicht nehmen lassen durch den Bridgestone Winter Park zu schlendern und sich dabei nicht scheuen den Kontakt mit ihren Fans zu suchen.

Den Höhepunkt und gleichzeitig den Abschluss der Festivitäten stellt immer das Honda NHL All-Star Game dar, das in diesem Jahr erstmals in einem 3-gegen-3 Turniermodus ausgetragen wurde, und auf das man dementsprechend gespannt war.

Mit Spielern aus den vier Divisionen wurden die Mannschaften zusammengestellt. Deren Kapitäne Jaromir Jagr (Atlantic Division), Alex Ovechkin (Metropolitan), der leider verletzungsbedingt nicht teilnehmen konnte und dessen Posten als Kapitän John Tavares übernahm, Patrick Kane (Central) und John Scott (Pacific), wurden durch eine Fanabstimmung bestimmt.

Über 17.000 Besucher fanden sich am Sonntagabend in der Bridgestone Arena der Nashville Predators ein, um das All-Star Turnier zu verfolgen, bei dem dem Sieger eine Prämie von US$ 1 Million winkte. Während die Spieler beim Einlauf einzeln vorgestellt wurden, sorgte Country-Sänger Lee Brice für die musikalische Untermalung. Im Anschluss daran wurde die kanadische sowie die us-amerikanische Nationalhymne angestimmt. Dann ging es auch schon los.

Metropolitan - Atlantic 3-4 (2-2/1-2)

Das erste der drei Spiele über 20 Minuten bestritten die Auswahlen der Metropolitan und der Atlantic Division. Schon früh stellte sich heraus, dass in einer Partie, bei der auf Körpereinsatz verzichtet wird, vor allem die Torhüter gefragt sein würden. Nach 61 Sekunden musste sich Atlantics Roberto Luongo erstmals von Kris Letang geschlagen geben. Braden Holtby auf der Gegenseite wurde knapp drei Minuten später von Ottawas Verteidiger Erik Karlsson bezwungen. Es ging weiter hin und her, und nach Treffern von Evgeny Kuznetsov und Jaromir Jagr mit einem Unentschieden in die Pause.

Nach 25 Sekunden in der zweiten Halbzeit ging die Metropolitan durch einen Rückhandschuss von Evgeni Malkin erneut in Front, doch es sollte ihr einziger Treffer gegen Ben Bishop, der nun im Kasten stand, bleiben und somit reichten der Mannschaft aus der Atlantic Division die beiden noch folgenden Tore von Aaron Ekblad, dem dritten Panther im Aufgebot, und P.K. Subban zum Einzug in das Finale.

Pacific - Central 9-6 (3-3/6-3)

Keinen Deut weniger unterhaltsam gestaltete sich das zweite Halbfinale, bei dem die zwei Teams aus den Divisionen der Western Conference aufeinandertrafen. Jonathan Quick und John Gibson teilten sich die Aufgaben im Tor der Pacific und Pekka Rinne sowie Devan Dubnyk versuchten für die Central den Kasten sauber zu halten. Vorhaben, die nach den Toren zum 1-1 von James Neal und Ex-Coyote John Scott, dessen Treffer mit stehenden Ovationen gefeiert wurde, keine 60 Sekunden Bestand hatten. Bis zur Pause ging die Pacific noch zweimal durch Joe Pavelski und Johnny Gaudreau in Front, doch Neal und Patrick Kane hatten eine Antwort für die Central zum Gleichstand parat.

Nach 90 Sekunden in der zweiten Hälfte hatte der Schweizer Roman Josi die Führung auf dem Schläger, scheiterte jedoch an Gibson, und im Gegenzug gelang Daniel Sedin das 4-3. Dann nahm das Spiel zugunsten der Pacific-Auswahl ihren Lauf: Erneut Scott und Sedin sowie Taylor Hall bauten innerhalb von 61 Sekunden den Vorsprung auf vier Tore aus. In der Folgeminute konnten zwar Dustin Byfuglien und Tyler Seguin den Rückstand noch einmal verkürzen, die Pacific ließ sich den Sieg aber nicht mehr nehmen und antwortete durch Tore von Hall und von Drew Doughty ins mittlerweile verwaiste Tor der Central, für die Josi den Schlusspunkt setzen konnte.

Atlantic - Pacific 0-1 (0-0/0-1)

Wer nach den zwei Halbfinalpartien glaubte, im Finale würde es ähnlich torreich weitergehen, sah sich getäuscht. Zwar erarbeiteten sich beide Mannschaften in den ersten Minuten zahlreiche Torchancen, doch Roberto Luongo und Jonathan Quick erwiesen sich als wahre Teufelskerle und ließen sich durch Wahnsinnsparaden nicht bezwingen. Die Atlantic Division hatte in den ersten fünf Minuten etwas mehr Spielanteile, in der zweiten Hälfte des ersten Durchgangs erspielte sich das Team aus der Pacific Division mehr Hochkaräter heraus. Luongo wehrte insgesamt zwölf, Quick zehn Torschüsse ab und somit ging es mit einem torlosen Unentschieden in die kurze Pause.

In der zweiten Halbzeit dauerte es erneut gut drei Minuten bis Corey Perry von den Anaheim Ducks mit einem unhaltbaren Schuss den Bann brach und den mittlerweile für die Atlantic im Tor stehenden Ben Bishop bezwingen konnte. Der Schlussmann der Lightning war es aber auch der sein Team durch vier aufeinanderfolgende klasse Paraden im Spiel hielt. Ein weiterer Treffer von Perry in der 17. Spielminute wurde nach Videobeweis nicht anerkannt. 90 Sekunden vor Spielende verließ Bishop erstmals das Eis zugunsten eines weiteren Feldspielers. Das Team der Atlantic setzte sich im Angriffsdrittel fest, war jedoch nicht in der Lage Pacifics Torwart John Gibson zu bezwingen.

Die Mannschaft aus der Pacific Division geht damit als erster Champion eines NHL All-Star Turniers in die Geschichte ein. Als bester Spieler des Honda NHL All-Star Games wurde ihr zweifacher Torschütze und Kapitän John Scott ausgezeichnet.

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