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Neue Zeiten in Toronto mit neuen Vorgaben

von Stefan Herget / NHL.com

Die Toronto Maple Leafs sind schon lange das Sorgenkind ihrer Fans. Nur einmal in den vergangenen zehn Jahren konnten sie eine Qualifikation für die Playoffs erreichen, nämlich 2013 in der durch den Lockout verkürzten Saison. Etablierte Trainer wie Paul Maurice, Ron Wilson und Randy Carlyle versuchten schon ihr Glück, das Traditionsteam auf Vordermann zu bringen, scheiterten aber ebenso wie die General Manager Brian Burke oder Dave Nonis.

Trotz der Misere strömen die Fans ins Air Canada Centre und Karten für die Maple Leafs Spiele gehören immer noch zu der am heiß begehrtesten Ware in der Stadt. Ein Phänomen, das ihresgleichen sucht.

Nun soll endlich alles besser werden. Der ehemalige Spieler Brendan Shanahan, bekannt geworden durch seine Tätigkeit in der Disziplinarkommission der NHL, hat seit vergangenem Jahr als Präsident die Zügel in der Hand. Das Ziel ist klar. Toronto soll endlich wieder Erfolge feiern und wenn möglich die längste Stanley Cup Durststrecke aller Mannschaften von nun 48 Jahren beenden.

Wenn Anfang Oktober für die Maple Leafs die neue Saison mit dem schon traditionellen Eröffnungsspiel gegen die Montreal Canadiens beginnt, dann steht mit Mike Babcock ein neuer Mann hinter der Bande. Erneut wurde ein renommierter Coach verpflichtet und der sieht seine Rolle sehr simpel.

„Was ich machen werde, ist jeden Tag aufstehen und so hart zu arbeiten, wie ich es kann und dann gehe ich nach Hause, liebe meine Frau und meine Familie, komme zurück und mache es den nächsten Tag genauso“, sagte Babcock gegenüber der Presse am Montag. „Es ist ganz einfach für mich. Es ist ein Prozess. Wir werden nicht davon abweichen. Wir wissen, wo wir hinwollen. Ich habe Shanny eine lange Zeit kennengelernt und ich bin wirklich überzeugt, dass er der Mann mit dem Plan ist, der er ihn umsetzen wird und dabei werde ich ihm helfen.”

Eines zeichnete sich bereits die vergangenen Wochen ab. Es ist ein längerfristiges Konzept, das umgesetzt werden soll, denn das Management legte sehr starken Wert auf die Sicherung junger Talente. Wie Shanahan bereits selbst zu Protokoll gab, möchte er eine Mannschaft aufbauen, die für einen längeren Zeitraum gut sein wird. In diese Richtung zielte auch der Trade von Stürmer Phil Kessel, in dessen Zug sie den 18-jährigen Kasperi Kapanen, der 2014 von den Pittsburgh Penguins in der ersten Runde gedraftet wurde, holten.

Dieser sieht keinen Druck, Bestandteil dieses Deals und damit ein großer Hoffnungsträger in Toronto zu sein. „Phil Kessel ist Phil Kessel und Kasperi Kapanen ist Kasperi Kapanen“, sagte er der Presse beim Entwicklungscamp. „Ich werde so gut sein, wie ich kann und dann sehen wir, was danach kommt. Ich glaube wir sind zwei verschiedene Spieler und man kann uns nicht wirklich vergleichen.“

Kapanen verbrachte die meiste Zeit in der Saison 2014-15 in seinem Heimatland Finnland, ehe er im Farmteam der Penguins in der AHL bei Wilkes-Barre/Scranton spielte. Dort verbuchte er drei Punkte in vier Spielen der regulären Saison und fünf Punkte in fünf Playoffspielen.

Für ihn, wie auch die anderen jungen Talente soll Geduld aufgebracht werden. Eine Aufgabe, die bei den Erwartungen unter den Fans und den erlebten Enttäuschungen der vergangenen Jahren schwierig werden dürfte.

„Geduld ist der Schlüssel“, sagte auch Assistenz General Manager Kyle Dubas am Dienstag am Rande des Entwicklungscamps. „Wir werden sie nicht hetzen. Wir müssen das immer wieder betonen. Wir werden sie nicht nach oben bringen bis sie bereit sind, die ganze Zeit oben zu bleiben. Wir wollen, dass sie zu 100 Prozent bereit sind, für die Maple Leafs zu spielen. Wir wollen sie nicht bei den (Toronto) Marlies (in der AHL) starten lassen, dann zu den Leafs holen und zu den Marlies zurückschicken.“

Bereits jetzt ist klar, dass neben Kapanen, die drei Drafts der ersten Runde Frederik Gauthier (Nr. 21, 2013), William Nylander (Nr. 8, 2014) und Mitchell Marner (Nr. 4, 2015) am Trainingscamp im September teilnehmen werden, um sich beweisen zu können.

Der 19-jährige Nylander, der zuletzt ein Nommade war, indem er für Modo in der schwedischen Liga, bei der Junioren-Weltmeisterschaft für sein Heimatland Schweden, sowie für die Marlies spielte, will sich im Sommer verbessern und schneller, kräftiger und robuster werden.

Ob es für die NHL reicht, macht er sich weniger einen Kopf. „Ich versuche nicht zu weit in die Zukunft zu schauen. Ich versuche nur das zu tun, was ich jetzt tun kann und das ist jeden Tag besser zu werden, egal ob ich am Eis oder im Fitness bin.“

Der 18-jährige Marner kommt mit der Empfehlung von 44 Toren und 126 Punkten in der Ontario Hockey League mit den London Knights. Er möchte so schnell wie möglich in die NHL, doch er hat auch Vertrauen zum Management richtig zu handeln.

„Sie wissen, was zu tun ist und wie sie einen Spieler besser machen können“, sagte Marner. „Mike hat einige exzellente Talente in Detroit trainiert, Jungs wie Pavel Datsyuk oder Henrik Zetterberg und was immer er mit mir macht, ich werde glücklich sein, es zu tun.“

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