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NAS-SJS vor Spiel 7: Eine Frage des Wollens

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Nashville Predators stehen vor dem größten Erfolg ihrer Franchisegeschichte, die vor 18 Jahren mit ihrer Gründung im Jahre 1998 begann. Noch nie ist das Team aus der Music City über Spiel 6 einer zweiten Stanley Cup Playoffrunde hinausgekommen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag findet im SAP Center der San Jose Sharks das siebte Aufeinandertreffen der Best-of-7 Serie statt. Können die Predators diese Chance nutzen, um zum ersten Mal in ein Conference Finale einzuziehen?

Dem Team von Peter Laviolette dürfte die Pause von zwei Tagen ganz recht gekommen sein. Der 4-3 Overtimerfolg in der heimischen Bridgestone Arena am Montag war ihr 13. Auftritt innerhalb von 25 Tagen gewesen. Zum ersten Mal seit Playoffbeginn ist den Predators eine Ruhepause von zwei Tagen vergönnt.

Nashvilles Schweizer Verteidiger Roman Josi, der im Schnitt 28:13 Minuten pro Spiel auf dem Eis stand und damit über die meiste Eiszeit aller Predators verfügt, hat nichts gegen die Pause: "Ich glaube jeder kann diesen zusätzlichen freien Tag gebrauchen, denn wir haben ganz schön viel Eishockey gespielt." Schlussmann Pekka Rinne beschreibt die gemachte Erfahrung als eine Mischung aus Schmerz und Freude und erwähnt, dass man versuchen müsse, seine Maschine am Laufen zu halten.

In der ersten Playoffrunde gegen die Anaheim Ducks haben die Predators zum ersten Mal seit Bestehen ihrer Franchise ein Spiel 7 in den Playoffs bestritten - und für sich entschieden. Auch während der Saison hat Nashville schon mehrmals bewiesen, dass sie über einen Kader verfügen, der es mit jeder anderen Mannschaft in der Liga aufnehmen kann.

Am Montag standen sie nach einem Patzer von Rinne, der knapp zehn Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 3-4 geführt hatte, schon kurz vor dem Aus, konnten das Spiel aber noch zu ihren Gunsten drehen. Mit Viktor Arvidsson war es ein Rookie, der durch seinen Overtimetreffer die Predators in Spiel 7 schoss. Es war das erste Playofftor des 23-jährigen schwedischen Linksaußen, und dann auch noch so ein wichtiges. Die Größe einer Mannschaft erkennt man eben auch dadurch, dass jene Spieler, die bisher nicht so stark im Fokus standen, über sich hinauswachsen.

Der ebenfalls erst 23 Jahre alte Ryan Johansen sieht der kommenden Aufgabe optimistisch entgegen: "Gerade in diesen Spielen haben wir gezeigt, dass wir im Kader Jungs haben, die einem Spiel ihren Stempel aufdrücken können, sei es im Verteidigungsdrittel, sei es unser Torwart, im Angriff oder beim Blocken von Schüssen. Es macht ungemein Spaß. Wir haben zwar bisher noch nichts erreicht, doch wir spüren, dass wir etwas ganz Besonderes schaffen können."

Im Weg stehen den Predators zunächst noch die Sharks, die über mehr Tiefe im Kader verfügen, so dass ihr Trainer Pete DeBoer, die vierte Reihe häufiger aufs Eis schicken kann als Laviolette. Es kommt hinzu, dass die Kalifornier in den Playoffs zwei Spiele weniger in den Knochen haben. Beides sind nicht zu unterschätzende Gründe, warum die Sharks über etwas mehr Kraftreserven verfügen könnten, als ihre Gäste.



Gerade in dieser Serie hat der Heimvorteil eine gewichtige Rolle gespielt. Alle sechs bisherigen Partien wurden von der Heimmannschaft gewonnen und die alles entscheidende Begegnung findet nun wieder im Shark Tank statt. Man darf sich sicher sein, dass die Anhänger der Sharks lautstark ihr Team nach vorne peitschen werden. DeBoer glaubt, dass seine Mannschaft hiervon profitieren kann: Wir haben das ganze Jahr über darum gekämpft, dass wir in einer solchen Situation [Spiel 7] Heimrecht haben und jetzt möchten wir dieses auch nutzen."

Nashville ist gut beraten die gegen sie gerichtete Atmosphäre auszublenden und sich davon nicht beeindrucken zu lassen. Auch ihre jungen, noch über wenig Playofferfahrung verfügenden Spieler müssen in dem zu erwartenden Hexenkessel Nervenstärke beweisen.

Auf die Defensivreihen der Predators, angeführt von Josi und Shea Weber, wird eine Menge Arbeit zukommen. Sharks Verteidiger Brent Burns führt mit vier Toren und elf Assists die Scorerwertung in den Playoffs an. Center Joe Pavelski belegt mit acht Treffern den zweiten Platz in der ligaweiten Torjägerliste, gefolgt von Teamkollege Logan Couture, der bisher sechsmal ins Schwarze getroffen hat.

Es wird wahrlich keine leichte Aufgabe für die Predators sein in Spiel 7 zu bestehen, doch letztendlich ist es bei diesen zwei gleichstarken Mannschaften auch eine Frage des Wollens und Durchhaltevermögens.

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