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Nach der Wechselfrist ist vor dem neuen Job

Für Spieler jener Mannschaften, die keine großen Saison-Ambitionen mehr hegen, beginnt die Zukunft jetzt

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Das letzte Saisonviertel hat begonnen, die Wechselfrist ging am Montag zu Ende und verschaffte weiter Klarheit darüber, welche Mannschaften zu einem Endspurt ansetzen und welche diese Spielzeit bereits abgehakt haben. Wer nun aber glaubt, dass Abhaken auch Herschenken bedeutet, der dürfte sich in den kommenden Wochen getäuscht sehen und wird noch einige Überraschungen erleben.

Die Top-Teams werden versuchen ihre Neuzugänge bestmöglich zu integrieren, so dass die Mannschaft rechtzeitig zum Beginn der Stanley Cup-Playoffs ihr maximales Leistungsvermögen aufs Eis zaubern kann. Und jene Franchises, die einen Um- oder Neuaufbau wagen, werden die verbleibenden Partien nutzen, ihre meist jungen Zugänge auf Herz und Nieren zu prüfen.

37 Spieler, 17 von ihnen ohne oder mit nur geringer NHL-Erfahrung, wurden am 26. Februar zur Trading Deadline getauscht. 18 Züge bei anstehenden NHL Drafts wechselten am selben Tag den Besitzer. Renommierte Eishockeyprofis wie ein Thomas Vanek (Vancouver Canucks), ein Evander Kane (Buffalo Sabres), ein Patrick Maroon (Edmonton Oilers) oder New York Rangers Teamkapitän Ryan McDonagh wurden von Teams aus dem unteren Tabellendrittel abgegeben, die hierfür den ein oder anderen Nachwuchsspieler erhielten.

 

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Auch wenn die Playoffs für jene Mannschaften, die Stammbelegschaft aus ihrem Kader gestrichen haben, bereits in weite Ferne gerückt sind, gibt es keine Zweifel, dass sich ihre Neuen, bisher noch wenig in Erscheinung getretenen Jungprofis, profilieren wollen.

Ein Beispiel: Die Canucks bekamen unter anderem für Vanek von den Blue Jackets Center Tyler Motte, der sich weder in Columbus (31 Sp., 3 Tore, 2 Assists), noch im Jahr zuvor bei den Chicago Blackhawks (33 Sp., 4 Tore, 3 Assists) durchsetzen konnte und immer zwischen dem jeweiligen AHL-Farmteam und der NHL pendelte. Das Team an der kanadischen Pazifikküste ist für ihn vermutlich die letzte Chance in der NHL Fuß zu fassen. Sollte Motte bei den Canucks zu einem Probeeinsatz kommen, dann ist gewiss, dass er das Bestmögliche aus sich herausholen wird, um Eindruck bei den Trainern zu hinterlassen. Darauf dürfen die Gegner gefasst sein.

Die Spitzenteams der Liga werden im weiteren Saisonverlauf auf tabellarisch abgeschlagene Mannschaften mit engagierten, erfolgshungrigen, jungen Akteure treffen, die sich für die kommende Saison empfehlen möchten. Selbstläufer werden solche Partien nicht. Jene, die ihre Playoff-Ambitionen bereits ad acta legten, haben in der laufenden Spielzeit ohnehin nichts mehr zu verlieren - frei aufspielen heißt deren Devise. Für sie beginnt das Trainingscamp für die kommende Spielzeit bereits im Februar.

Am drastischsten veränderten in den vergangenen acht Tagen die Rangers ihren Kader mit fünf Abgängen und acht Neuzugängen zuzüglich vier Draft Picks. Als die Alteingesessenen am Mittwoch in die Kabine kamen, dürften sie das Gefühl gehabt haben, sich in den Katakomben verirrt zu haben. Ist das wirklich die Gästekabine der Rogers Arena? Wo sind die altbekannten Gesichter geblieben? Wo ist Rick Nash, wo Michael Grabner, wo J.T. Miller?

 

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Im Aufgebot der Rangers werden beim Auftritt in Vancouver acht Spieler stehen, die in weniger als der Hälfte der bisherigen Saisonpartien für sie auf dem Eis standen. Darunter die 22-jährigen Verteidiger Tony DeAngelo und Neal Pionk, der am 9. Februar sein NHL-Debüt gab sowie Center Vladislav Namestnikov, der von den Tampa Bay Lightning im Rahmen des McDonagh-Trades zu den Blueshirts kam. Der 25-jährige russische Stürmer wird zum Ende der Saison zu einem Restricted Free Agent und spielt in den ausstehenden Partien, um einen möglichst hoch dotierten neuen Vertrag. Es ist davon auszugehen, dass er sich nicht hängen lässt, sondern von der besten Seite zeigen wird.

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In den folgenden gut fünf Wochen bis zum Saisonende werden wir andere, aber keineswegs weniger spannende Partien verfolgen können. Es werden Mannschaften mit unterschiedlichen Ansätzen aufeinandertreffen - 'Erfolg möglichst noch in diesem Jahr' gegen 'die Zukunft ist auf unserer Seite' - und welche, die das gleiche Ziel verfolgen.

Welches Vorhaben auch dahintersteckt, geben werden sie alles!

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