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McDavid und Draisaitl sind die Lebensversicherung der Oilers

Mit den beiden haben erstmals seit 1996/97 wieder zwei Spieler eines NHL-Teams mindestens 60 Scorerpunkte in 40 Spielen gesammelt

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

McDavids zweites Tor in Überzahl

EDM@VGK: McDavid verwertet Draisaitls Pass im PP

Leon Draisaitl bedient Connor McDavid, der im Powerplay mit einem Direktschuss sein zweites Tor des Spiels liefert

  • 00:35 •

Dave Tippett, Coach der Edmonton Oilers, müsste eigentlich jede Woche irgendwo eine Kerze anzünden und Stoßgebete zum Himmel schicken. Nicht weil er vor einer höheren Macht für irgendwelche Sünden um Vergebung bitten müsste. Der Inhalt der Gebete sollte sich vielmehr um seine beiden Top-Stars drehen. Tippett wird vermutlich jeden Abend ins Bett gehen und hoffen, dass sowohl Connor McDavid als auch Leon Draisaitl am kommenden Tag putzmunter auf dem Eis stehen und sein Team beflügeln.

Der Kanadier und der Deutsche sind dieser Tage die sportliche Lebensversicherung der Oilers. Das Team aus der kanadischen Provinz Alberta tut sich im Dezember 2019 sehr schwer. 4-6-1 lautet die Bilanz nach dem wichtigen 4:3-Heimsieg gegen die Montreal Canadiens am Samstag. Auch dabei haben die beiden Ausnahmekönner wieder einmal gezeigt, welchen Wert sie für die Mannschaft haben.

Für McDavid und Draisaitl standen am Ende jeweils ein Tor und ein Assist zu Buche. Damit haben beide nach je 39 Partien die Marke von 60 Scorerpunkten geknackt. McDavid führt mit 61 Punkten die Scorerliste der Liga an. Draisaitl folgt mit 60 Scorerpunkten knapp dahinter.

Zwei Spieler eines Teams mit mindestens jeweils 60 Scorerpunkten nach 40 Partien - damit sind McDavid und Draisaitl in illustrer Gesellschaft. Zuletzt gab es das in der Spielzeit 1996/97. Mario Lemieux und Jaromir Jagr spielten damals im Trikot der Pittsburgh Penguins die gegnerischen Abwehrreihen schwindelig. Seit der Saison 1989/90 gab es lediglich sechsmal den Fall, dass Teamgefährten nach 40 Spielen jeweils 60 Scorerpunkte oder mehr auf dem Konto hatten.

Lemieux und Jagr hatten das zuvor schon 95/96 zusammen mit Kevin Stevens geschafft. Pat Lafontaine und Alexander Mogilny (Buffalo Sabres, 92/93), Lemieux und Stevens (91/92) sowie Wayne Gretzky, Bernie Nicholls und Luc Robitaille (89/90, Los Angeles Kings) komplettieren diesen kleinen aber feinen Zirkel. 

McDavid reihte sich außerdem noch in die Liste der Spieler ein, die in aufeinanderfolgenden Spielzeiten 60 Scorerpunkte in 40 Spielen gesammelt haben. Er ist die Nummer 20 auf dieser Liste, aber erst der dritte Akteur, der das Trikot der Oilers trug. Vor ihm schafften das in Edmonton nur noch Gretzky und Jari Kurri. Dem Finnen gelang das dreimal in Folge, Gretzky insgesamt zwölfmal - achtmal bei den Oilers und dann viermal im Trikot der Los Angeles Kings. 

Video: MTL@EDM: Draisaitl bringt die Oilers rasch in Führung

Wenn McDavid und Draisaitl im selben Spiel die rote Lampe zum Leuchten bringen, stehen die Chancen für die Oilers gut, am Ende als Sieger vom Eis zu gehen. 6-1-0 lautet da die Bilanz der Mannschaft von Tippett. Und bevorzugt legen sie sich gegenseitig die Tore auf. Wie zum Beispiel beim frühen 1:0 gegen die Canadiens, als McDavid Draisaitl mustergültig bei einer Zwei-gegen-Eins-Situation bediente und der Kölner keine Probleme hatte, seinen 22. Saisontreffer zu erzielen. Das Tor war umso wichtiger, als dass die Oilers am Tag zuvor eine 2:5-Schlappe gegen die Pittsburgh Penguins hatten hinnehmen müssen. Das war auch dem Trainer bewusst: "Es ist besser, eine frühe Führung zu haben als andersrum, wenn man hinterherlaufen muss, besonders diesmal. Es war sehr wichtig für uns, gleich beim nächsten Spiel vorne zu sein. Wenn man einem Rückstand hinterherläuft, verbraucht man viel Energie." Diese habe man sich diesmal sparen können, weil man die Partie immer unter Kontrolle gehabt habe.

Wobei Draisaitl darauf hinwies, dass das dynamische Duo beim Toreschießen etwas Hilfe bekam. Denn auch Josh Archibald und Riley Sheahan trafen. "So gewinnt man Spiele in dieser Liga", meinte Draisaitl. "Die Top-Spieler müssen produzieren. Aber man braucht diese Jungs, die von Zeit zu Zeit einspringen. Das waren ganz wichtige Tore."

Unterstützung aus den anderen Sturmreihen ist das große Thema bei den Oilers. Denn diese geht ihnen bisweilen ab in dieser Saison. Draisaitl und McDavid geben zu oft die Alleinunterhalter. Zack Kassian, der gegen Montreal wieder an der Seite der beiden Ausnahmespieler auflief, hat mit 26 Scorerpunkten auf Platz drei der internen Rangliste schon gehörigen Abstand. Kassian (13 Tore) und James Neal (16) sind die einzigen beiden Spieler im Kader der Oilers außer McDavid und Draisaitl, die zweistellig getroffen haben. Vor allem von Ryan Nugent-Hopkins, 2011 an erster Stelle im Draft von den Oilers gezogen, kommt einfach zu wenig. Sechs Tore und 13 Vorlagen hat er erst auf dem Konto in dieser Spielzeit. 

 

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Da ist es dann nicht verwunderlich, dass die Oilers als einziges der Teams, die derzeit auf einem der ersten drei Plätze in ihrer jeweiligen Division stehen, ein negatives Torverhältnis haben. 115 Treffer haben die Oilers erzielt. Zugleich mussten die Keeper aber schon 120 mal hinter sich greifen.

Am Montag haben die Oilers das letzte Spiel vor Weihnachten. Mit einem Sieg bei den Vancouver Canucks in der Rogers Arena (Di. 4 Uhr MEZ; NHL.tv) könnten sie ihre Dezember-Bilanz weiter aufbessern und etwas beruhigter Weihnachten feiern. Draisaitl und McDavid werden dann wieder alles geben. Über etwas Unterstützung würden sie sich aber bestimmt freuen. 

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