Skip to main content

Matthews ist erstmals auf dem Eis in Toronto

von Nicholas Cotsonika / NHL.com

TORONTO -- Es waren ganz kleine Schritte. Auston Matthews nahm am Bullypunkt Stellung, die Pfeife trillerte und die Nummer 1 des NHL Draft 2016 zog seine ersten Kreise als Mitglied der Toronto Maple Leafs - genau genommen waren es 13 Schritte bis zum Ende der Eisfläche. Matthews kam nicht zum Schwitzen an diesem Montag. Er streckte eher die Fußspitzen ins kalte Wasser an Tag 1 des Maple Leafs Development Camps auf ihrem Übungsgelände, dem MasterCard Centre for Hockey Excellence.

Er ließ die medizinischen Untersuchungen über sich ergehen und verbrachte bei vier Übungen weniger als 15 Minuten auf dem Eis. Die Coaches konnten Videos aufnehmen, um ihn zu analysieren und für ihn einen Trainingsplan für den Sommer aufstellen zu können. Geradeaus ohne Puck. Im Zick-Zack ohne Puck. Im Zick-Zack mit Puck. Im vollen Lauf von der blauen zur roten Linie. Das war es.

Dann ging es mit dem Bus zum Ernährungstraining nach Niagara Falls, Ontario, wo die Prospects von Dienstag bis Donnerstag trainieren und am Freitag ein Trainingsspiel bestreiten werden. Am Samstag kommt es zu einem weiteren Trainingsspiel.

Aber es war das erste Mal, das erste Mal auf dem Eis, das erste Mal in der Kabine und das erste Mal, dass er ein Maple Leafs Logo auf dem Eis trug. Wenn es der erste Spieler ist, der seit Wendel Clark im Jahre 1985 von Toronto an Nummer 1 gedraftet wurde und wenn die Mannschaft zum ersten Mal seit 1967 wieder einen Stanley Cup gewinnen möchte, dann möchte das kein Medienvertreter verpassen.

Acht Fernsehkameras nahmen das auf - das Verhältnis betrug 2-1 gegenüber den Übungen.

"Das ist schon etwas Bewältigendes, hier zu sein und mitzubekommen, was es bedeutet.", sagte Matthews mit einem Lächeln auf dem Gesicht in Richtung der Kameras im Interviewbereich vor der Kabine der Maple Leafs. Vielleicht wird er das noch viele, viele Male erleben. "Das ist genial. Es ist eine solche große Ehre das Trikot der Maple Leafs anzuziehen. hinauszugehen und seine Runden zu drehen. Das ist verdammt cool."

Die Maple Leafs luden Matthews, wie 40 weitere Talente, ins Camp. Er hatte einen Schläger mit der Aufschrift wie "Hallo mein Name ist …" und dann folgte "AUSTON MATTHEWS." Er trug die Nummer 63 auf seinem Helm, nicht die Nummer 34, die er ansonsten immer hatte. Er nannte es die "Camp Nummer" und sagte, dass Keiner diese Nummer genommen hatte. Am Sonntag teilte er sich ein Zimmer mit Stürmer Dmytro Timashov, dem Fünftrundenpick vom vergangenen Jahr.

Das Ziel dieser Camps ist es, wie bei ähnlichen Camps in der NHL, dass die Nachwuchsspieler sich selbst und die Organisation kennenlernen und dass sie lernen, wie man in der NHL auf dem und Abseits des Eises zum Erfolg kommt. Am Sonntag trafen sie sich zum Teamabendessen und schauten sich ein Video mit den Erfolgen der Maple Leafs in der Vergangenheit an, erfuhren was es bedeutet ein Maple Leaf zu sein. Sie werden geleitet von Experten, die ein Media und Social Media Training durchziehen.

"Wir sind alle hier, um ihnen beizubringen, wie sie zu guten Profis werden", sagte Scott Pellerin, Maple Leafs Director of Player Development.

Es kann eine überwältigende Erfahrung werden.

"Ich erinnere mich an mein erstes Mal", sagte Stürmer Mitch Marner, den die Maple Leafs beim NHL Draft 2015 an vierter Stelle gezogen hatten. "Du bist nervös. Du weißt nicht was du auf dem Eis anstellen sollst. Du hast vor dem Puck Angst. Ich glaube, das macht klar, dass die Jungs, die hier zum ersten Mal sind, wissen was sie alles zeigen müssen und vor allem, dass sie selbst sein sollen."

Matthews ist aber nicht wie die anderen 40 im Camp. Auch wenn er erst 18 Jahre alt ist, war er schon mit NHL-Spielern wie Shane Doan in Scottsdale, Ariz. auf dem Eis gestanden. Er hatte eine Saison lang Profieishockey in der Schweiz gespielt und war ein Kandidat für den wertvollsten Spieler in der Liga. Er hat bei den IIHF Weltmeisterschaften mit und gegen NHL-Spieler gespielt, er führte mit sechs Toren und neun Punkten die Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten an und er wird schon über einen längeren Zeitraum als Center beobachtet.

"Ich versuche ihm so viel wie möglich zu helfen, aber ich glaube, dass er viel schon weiß", sagte Marner. "Er spielte schon im vergangenen Jahr Profieishockey. Er weiß, was es bedeutet auf höchstem Niveau und effektiv zu spielen."

War Matthews am Montag nervös?

"Oh, das weiß ich nicht", sagte er. "Nicht so sehr."

Sollte er nervös gewesen sein, konnte er es gut verstecken. Sowohl auf dem Eis, wie auch gegenüber den Medien war davon nichts zu spüren. Ähnlich war das auch schon beim Besuch des Stanley Cup Finales zusammen mit anderen Talenten oder nachdem ihn die Maple Leafs beim NHL Draft gezogen hatten. Er blieb immer gefasst.

Er bekam einen flüchtigen Einblick, warum er als Nummer 1 Pick der Maple Leafs im "Zentrum des Eishockeyuniversums" steht und warum ihm höflich begegnet wurde. Er sagte nicht viel. Man konnte den Eindruck bekommen, dass er etwas unsicher war, ob er nicht einen Mediensturm hervorrufen könnte.

"Nur so viel wie möglich lernen", sagte er "Alles mit aufnehmen."

Ein erster Schritt zu dieser Zeit.

Mehr anzeigen