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Lundqvist und Elliott sind enorm wichtig

von Bernd Roesch / NHL.com

Endlich Playoffzeit! Der Höhepunkt einer jeden NHL-Saison, die Stanley Cup Playoffs, haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag begonnen und postwendend hat sich in den ersten drei Partien wieder einmal herausgestellt, welche außergewöhnliche, gewichtige Rolle ein herausragender Torwart in der Preseason spielt.

Beispiel 1 Henrik Lundqvist, New York Rangers:

Der Schlussmann der New York Rangers war vor zwei Jahren ein Garant dafür, dass die Rangers bis in das Stanley Cup Finale einziehen konnten. Ohne Zweifel zählt der 34-jährige Schwede zu den besten seines Fachs. Vor allem in den Playoffs ist er mit seiner Erfahrung ein ganz wichtiger Mann für die Rangers bei ihrem hehren Ziel nach 22 Jahren erstmals wieder den Stanley Cup zu gewinnen.

Vergangene Nacht, in Spiel 1 der ersten Playoffrunde der Eastern Conference, mussten die Rangers im Consol Energy Center gegen die Pittsbugh Penguins antreten. Lundqvist agierte gewohnt souverän und konnte bis kurz vor Drittelende zehn Torschüsse der Hausherren abwehren. Dann kam es zu einem unglücklichen Unfall, der eine große Auswirkung auf das Abschneiden der Rangers in den diesjährigen Playoffs haben könnte: 49 Sekunden standen noch auf der Uhr als Verteidiger Marc Staal mit dem Schläger durch ein Loch in der Maske seinen Torwart im rechten Auge traf. Lundqvist wand sich vor Schmerz und wurde mit Augentropfen behandelt. Er blieb zunächst auf dem Eis, musste aber 17 Sekunden vor der Pause noch einen Gegentreffer hinnehmen - das war der Anfang vom Ende für das Team aus Manhattan, das sich mit 2-5 Toren geschlagen geben musste.

Das Duell der beiden Ersatztorhüter, die sich nun gegenüber standen, ging eindeutig an Pittsburghs Jeff Zatkoff. Der 28-jährige Schlussmann, der überraschenderweise gegenüber Marc-Andre Fleury den Vorzug bekam, obwohl dieser nach seiner Verletzung wieder am Training teilgenommen hatte, absolvierte seine erste NHL-Playoffpartie und konnte dabei 35 Torschüsse abwehren. Auch Lundqvists Backup, der Finne Antti Raanta, hatte den ersten Playoffauftritt seiner NHL-Karriere. Drei Gegentore musste er bei 19 Schüssen, die auf seinen Kasten kamen, hinnehmen.

Die Rangers hatten insgesamt nicht schlecht gespielt, müssen nun aber ihre erste Wunde lecken und müssen darauf hoffen, dass einer ihrer wichtigsten Leistungsträger zu Spiel 2 am kommenden Samstag wieder bereit sein wird. "Hoffentlich wird er wieder fit", wünschte sich auch Rangers Stürmer Eric Staal.

Beispiel 2 Brian Elliott, St. Louis Blues:

Mit den Chicago Blackhawks und den St. Louis Blues treffen in der Western Conference zum Playoffauftakt zwei NHL-Schwergewichtler aus der regulären Saison aufeinander. Während die Blackhawks in den letzten sechs Jahren dreimal den Cup nach Chicago entführen konnten, warten die Blues immer noch auf ihren ersten Titelgewinn in ihrer Franchisegeschichte.

So defensivstark wie die beiden Mannschaften in ihrer ersten Playoffbegegnung auftraten, muss man sie zu den großen Favoriten auf den Stanley Cup Gewinn zählen. Es scheint so, als hätten sie den Spruch, dass die Offensive zwar Spiele, die Defensive aber Titel gewinnt, verinnerlicht. Über 69 Minuten lieferten sich die Kontrahenten in Spiel 1 im Scottrade Center von St. Louis eine Nullnummer, dann schlug David Backes zu und sicherte seinem Team einen Sieg gegen den Titelverteidiger.

Vom 23. Februar bis zum 18. März hatten die Blues auf die Dienste von Elliott, aufgrund seiner Verletzung, verzichten müssen. Jake Allen hatte ihn in dieser Zeit sehr gut vertreten. Elliott kam zurück und bewies mit drei Shutouts, zwei gegen die Vancouver Canucks und einem gegen die San Jose Sharks, dass diese Zwangspause seinem Leistungsvermögen keinen Abbruch geleistet hat. Dennoch war fraglich, ob Blues Trainer Ken Hitchcock im ersten Spiel auf Elliott setzen wird, der am 10. Mai 2013 gegen die Los Angeles Kings zum letzten Mal von Beginn an in einer Playoffpartie im Tor gestanden hatte.

Der 31-Jährige zahlte gestern mit 35 Paraden das ihm geschenkte Vertrauen dem Trainer zurück. Hitchcock war über die Vorstellung seines Torhüters hocherfreut, wies aber auch daraufhin, dass sie auf einem langen Weg ihre beiden Schlussleute brauchen werden und er ein gutes Gefühl dabei habe.

Auch der Siegtorschütze war voll des Lobes über ihren letzten Mann: "Ellis war phänomenal, so wie das ganze Jahr über, wenn er von uns gebraucht wurde. Er hatte wichtige Saves. Er hielt alles, wenn wir unter Druck standen. Er spielte immer mit, so dass es uns leichter fiel uns zu befreien."

Im Laufe der Stanley Cup Playoffs bis zum Stanley Cup Finale 2016 werden wir noch häufiger feststellen können, dass ein guter Rückhalt einer Mannschaft eine solche Sicherheit gibt, dass sie über sich hinauswachsen und Partien, in denen sie spielerisch unterlegen war, für sich entscheiden wird.

Die Männer hinter der Maske sind einfach unverzichtbar und in den Playoffs besonders gefragt. 'Playoff-time' ist halt auch 'Goalie-time'!

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