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Lightning und Panthers: Nicht nur geographisch nah

von Bernd Roesch / NHL.com

Während in der Metropolitan Division schon seit geraumer Zeit feststeht, dass die Washington Capitals diese als Tabellenerster abschließen werden, ihr Vorsprung beträgt komfortable 16 Punkte gegenüber den New York Rangers, die auch schon zwei Spiele mehr absolviert haben, als die Mannen aus der US-Hauptstadt, gestaltet sich das Duell um die Tabellenführung der Atlantic Division äußerst spannend. Wer hätte vor Saisonbeginn gedacht, dass sich ausgerechnet die zwei am südlichsten angesiedelten Teams dieser Division, einen packenden Endspurt um den ersten Tabellenplatz liefern werden, und nicht ein Traditionsteam aus dem eishockeyverrückten Nordosten dieses Kontinents dabei ein Wörtchen mitreden wird?

Mit den Tampa Bay Lightning, immerhin Stanley Cup Finalist vom Vorjahr, war auch in dieser Saison zu rechnen, doch die Florida Panthers dürfte so gut wie niemand auf dem Schirm gehabt haben.

Am Wochenende trafen diese beiden, im sonnigen Florida beheimateten Franchises aufeinander und lieferten sich ein packendes Duell, das schon Playoffcharakter vorwies und Geschmack auf die Zeit nach dem Ende der regulären Spielzeit machte. Die Kontrahenten schenkten sich von der ersten Spielminute keinen Millimeter auf dem Eis und gingen auch mit einer gewissen Härte zu Werke, die in insgesamt 22 Strafminuten mündete. Drei Powerplaytreffer, zwei für die Hausherren aus Tampa und einer für die Panthers, resultierten daraus. Am Ende fiel zwar das Ergebnis mit 5-2 Toren relativ deutlich für die Panthers aus, es täuscht aber darüber hinweg, dass sich die Kontrahenten ein Duell auf Augenhöhe geliefert hatten.

Der größte Unterschied zwischen den beiden Mannschaften war auf der Torhüterposition auszumachen. Während Floridas Roberto Luongo (2,34 GAA; 92,2%) mit seiner Erfahrung 33 Torschüsse abwehren konnte, machte der 21 Jahre junge Schlussmann der Lightning, Andrei Vasilevskiy (2,72 GAA; 91,2%), nicht immer einen sattelfesten Eindruck. Er musste von 26 Schüssen, die auf sein Tor kamen, 22 passieren lassen. Mit einem Ben Bishop (2,05 GAA; 92,7%) im Kasten hätte diese Partie vielleicht einen anderen Verlauf genommen und die Lightning wären nun die Gejagten und nicht die Jäger.

Die Panthers und Lightning sind sich nicht nur geographisch nah.

Bei jeweils noch sieben ausstehenden Spielen haben die Panthers ein Polster von zwei Zählern auf ihre Nachbarn aus Tampa, die jedoch bei Punktgleichstand, aufgrund von mehr Siegen in der regulären Spielzeit plus Overtimesiege (40), den Platz an der Sonne vor den Panthers (35) einnehmen würden.

Sowohl bei den geschossenen Toren, wie auch bei den Gegentreffern sind die beiden Teams ligaweit Tabellennachbarn. Die Panthers belegen mit 209 Toren den neunten und die Lightning mit 208 Toren den zehnten Platz. Kassiert haben die Panthers 181 Treffer und sind damit fünftbestes Team in der NHL, die Lightning rangieren mit 179 Gegentoren einen Platz davor auf vier.

Auch bei den Torschüssen liegen die Kontrahenten fast gleichauf. Tampa schießt im Schnitt 29,4 Mal auf das gegnerische Gehäuse (Platz 20) und die Panthers 28,5 Mal (Platz 25). Und wie sieht es bei den gewonnenen Faceoffs aus? Ist zumindest hier ein Unterschied auszumachen? Nur marginal: Beide Mannschaften liegen unter 50 Prozent. Zwischen den Panthers (49,9%, Platz 18) und den Lightning (49,5%, Platz 20) haben sich nur die New York Islanders (49,6%) geschoben. Auch wenn ihr Aufeinandertreffen am Samstag anderes vermuten lässt, wie oben erwähnt fielen drei Überzahltreffer, ist das Powerplay der beiden Teams aus dem Sunshine State verbesserungswürdig. Die Lightning belegen mit 16,7 Prozent Erfolgsquote den 24. Rang in der NHL und die Panthers mit 17,2 Prozent Platz 21.

Die größte Abweichung ist im Penalty Killing festzustellen. Während die Lightning 83,8 Prozent ihrer Unterzahlsituationen schadlos überstehen und damit unter den Top 10 der Liga auf Platz 6 liegen, haben die Panthers (80,8%, Platz 18) hier noch Verbesserungsbedarf.

Lässt eventuell das Restprogramm Rückschlüsse zu, wer von beiden am Ende die Nase vorne haben könnte? Die verbleibenden sieben Partien könnten kaum ähnlicher sein. Zunächst treten sie noch dreimal zuhause an, jeweils gegen die Toronto Maple Leafs, die Montreal Canadiens und die New Jersey Devils. Daraufhin folgen sowohl für die Panthers, als auch für die Lightning drei Auswärtspartien, wobei die Panthers mit ihrer Reise durch den Osten Kanadas, bei der sie in Montreal, Toronto und Ottawa Station machen, das vermeintlich leichtere Programm haben, als die Lightning, die in New York auf die Islanders und Rangers sowie in New Jersey auf die Devils treffen.

Am letzten Spieltag, den 9. April haben die Panthers noch eine Hausaufgabe gegen die Carolina Hurricanes zu erledigen und Lightning geben ihre Visitenkarte in der frankokanadischen Metropole Montreal ab.

Bei so vielen Gemeinsamkeiten bleibt der Ausgang unbekannt!

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