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Lightning mit einem Riesensprung

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Bestenliste ist das wöchentliche Teamranking von NHL.com/de. Es spiegelt nicht immer den aktuellen Tabellenstand wieder und ist eher auf eine langfristige Sicht angelegt. Statistiken und Teambilanzen beinhalten die Spiele von Donnerstag auf Freitag.


Gleich drei Mannschaften eroberten sich durch ihre Vorstellungen in den letzten Wochen einen Platz unter den Top 10 dieser Bestenliste.

Dass die San Jose Sharks, die in der Vorwoche nicht einmal gelistet waren, in diesem Ranking auftauchen, ist vielleicht für viele eine Überraschung.

Die Mannschaft scheint sich aber gefunden zu haben und erwies sich in ihren vergangenen Auftritten als äußerst unangenehmer Gegner.

Einen Riesensprung nach vorne auf Platz 6 machten die Tampa Bay Lightning, die auch von Topmannschaften nicht aus der Erfolgsspur gebracht werden konnten.

Die New York Islanders hatten in den vergangen sieben Tagen nur eine Chance sich zu beweisen, liegen aber, durch ihre konstanten Leistungen über die Saison hinweg, nach Punkten pro Spiel in der Tabelle der Eastern Conference sogar auf Rang 3.

1. Washington Capitals (35-8-3, Platz 1)

Einen Ausrutscher leistete sich das momentan punktbeste Team der Liga. Ausgerechnet bei den Sabres, dem Tabellenvorletzten der Atlantic Division, handelten sich die Capitals eine 1-4 Pleite ein. Für Washingtons Schlussmann Brian Holtby war es die erste Niederlage in der regulären Spielzeit seit 22 Partien gewesen.

Ein Spitzenteam zeichnet aus, dass sie sich von Niederlagen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Zu spüren bekamen das Washingtons nächste Gegner, die Rangers und die Blue Jackets, die sich der vollen Offensivpower der Capitals zur Wehr setzen mussten - mit wenig Erfolg. 5-2 und 6-3 endeten die Partien zugunsten der Capitals, bei denen Justin Williams dreimal und Nicklas Bachstrom sowie Alex Ovechkin jeweils zweimal ins Schwarze trafen.

Vor dem All-Star Game Wochenende warten auf die Hauptstädter noch drei Heimspiele gegen Anaheim, Pittsburgh und Philadelphia.

2. Chicago Blackhawks (32-14-4, Platz 2)

Irgendwann musste es geschehen, dass Chicago wieder einmal ein Spiel verliert. In der vergangenen Nacht war es dann soweit – die Blackhawks unterlagen in der Amalie Arena von Tampa den Lightning mit 1-2 Toren, obwohl sie bereits in der ersten Spielminute in Front gegangen waren. In den Partien zuvor hatten die Blackhawks mit doppelten Punktgewinnen über die Maple Leafs (4-1), die Canadiens (5-2) sowie die Predators (4-1) ihre Erfolgsserie auf zwölf Siege ausbauen und einen neuen Franchiserekord aufstellen können. Patrick Kane war mit fünf Toren und vier Vorlagen auch in der vergangenen Woche wieder einmal Chicagos punktbester Mann.

Klasse Auftritte absolvierte auch der 24-jährige russische Flügelstürmer Artemi Panarin, der es auf einen Treffer und fünf Assists gebracht hatte.

Die kommenden Aufgaben der Blackhawks heißen Florida, St. Louis und Carolina.

3. St. Louis Blues (28-15-7, Platz 4)

Mit drei Siegen aus drei Spielen festigten die Blues ihren dritten Tabellenplatz in der Central Division und machten gegenüber den vor ihnen platzierten Dallas Stars Boden gut. Als Punktelieferanten der Blues mussten in den vergangenen sieben Tagen die Teams aus Montreal (4-3 OT), Pittsburgh (5-2) und Detroit (2-1) herhalten. St. Louis konnte vor allem durch seine Effektivität im Abschluss überzeugen. In allen drei Partien hatten ihre Gegner deutlich mehr Torschüsse und Blues Schlussmann Brian Elliot wurde mit 117 Schüssen die insgesamt auf seinem Kasten kamen, zum vielbeschäftigten Mann auf dem Eis.

Punktbester Akteur der Blues war in der letzten Woche Paul Stastny mit zwei Toren und drei Assists.

Die Blues setzen nun ihre in Detroit gestartete Auswärtstour bei den Avalanche und den Blackhawks fort.

4. Los Angeles Kings (29-14-3, Platz 3)

Die Kings hatten ein volles Programm von vier Spielen in sieben Tagen zu bestreiten - mit wechselndem Erfolg. Gegen Ottawa (3-5) und Minnesota (0-3) mussten sie sich zuhause jeweils geschlagen geben, doch gegen die Stars und beim Nachbarn aus Anaheim konnten sie knapp mit 3-2 Toren gewinnen. Eine Ursache für ihre Heimniederlage gegen die defensivstarken Wild war vor allem die mangelnde Chancenverwertung. Gegen die Senators verschenkten die Kalifornier in den letzten zwölf Spielminuten eine 3-1 Führung.

Der in dieser Woche mit einem neuen Vertrag ausgestattete Center Anze Kopitar war mit einem Tor und vier Assists an über 50 Prozent der Tore seines Teams beteiligt.

In der kommenden Woche besuchen die Kings Arizona und San Jose bevor sie die Avalanche empfangen.

5. Dallas Stars (30-13-5, Platz 5)

Die Stars sind nicht mehr die Übermacht in der Western Conference, wie noch zu Saisonbeginn. Ihren ersten Platz in der Central Division mussten sie an die Blackhawks abgeben, nachdem sie sich auf ihrer Kalifornien-Tour Niederlagen gegen Anaheim (2-4), San Jose (3-4 OT) und Los Angeles (2-3) einhandelten.

Im Heimspiel gegen die Oilers konnten die Texaner mit einem 3-2 Sieg ihre vier Spiele währende Niederlagenserie beenden und damit für einen versöhnlichen Wochenabschluss sorgen. Jamie Benn brachte es wie Jason Spezza auf zwei Tore und zwei Vorlagen in den vergangenen vier Partien. Center Tyler Seguin konnte nur gegen die Sharks punkten (1T, 1A).

In den Heimpartien gegen Colorado und Calgary wollen die Stars versuchen, sich noch vor der All-Star Game Pause, die Tabellenführung zurückzuholen.

6. Tampa Bay Lightning (26-17-4, Verfolger)

Die Lightning sind wieder oben mit dabei. Seit Jahresanfang verlor das Team von Jon Cooper nur eine von neun Partien.

Tampa Bay ist, nach vier Heimsiegen in der vergangenen Woche, seit mittlerweile sieben Partien ungeschlagen. Zuerst bissen sich die Penguins, die Panthers und die Oilers die Zähne an den Bolts aus, dann kam es für Tampa zu einer Wiederauflage des Stanley Cup Finales 2015. Die Blackhawks gaben sich vergangene Nacht die Ehre in Tampa und mussten sich den Hausherren mit 1-2 Toren geschlagen geben.

An beiden Treffern der Lightning war Verteidiger Victor Hedman an der Vorarbeit mitbeteiligt. Als Tampas torgefährlichster Stürmer erwies sich in der letzten Woche Vladislav Namestnikov mit vier Toren sowie einer Vorlage.

Am Samstag geht es für die Lightning nach Sunrise zu den Panthers, vier Tage später gastieren die Maple Leafs in der Amalie Arena.

7. New York Rangers (25-16-5, Platz 6)

Seit Ende November konnten die Rangers keine zwei Spiele in Folge mehr gewinnen und diese wenig schmeichelhafte Serie setzten sie auch in den letzten sieben Tagen fort.

Erst gewannen sie am Wochenende 3-2 nach Penaltyschießen in Philadelphia, um 24 Stunden später bei den Capitals mit 2-5 den Kürzeren zu ziehen. Einen versöhnlichen Wochenabschluss gab es für die Rangers durch einen 3-2 Overtimesieg über Vancouver.

Hiermit eroberte sich die Traditionsfranchise wieder den zweiten Platz in der Metropolitan Division zurück. Bei beiden Siegen der Rangers wurde ihr norwegischer Rechtsaußen Mats Zuccarello als bester Spieler der Partie ausgezeichnet.

Die Blueshirts treten kommende Woche zweimal auswärts gegen Carolina und Ottawa an, ehe sie Buffalo im MSG empfangen.

8. Detroit Red Wings (23-15-8, Platz 8)

Nach ihrem Siegeszug zum Jahresbeginn, mit vier doppelten Punktgewinnen in Folge, sind die Red Wings etwas aus dem Tritt gekommen. In den vergangenen sieben Tagen setzte es für sie zwei Heimniederlagen gegen die Flyers und die Blues, wobei man Detroit zugestehen muss, dass ihnen das Glück nicht gerade hold war.

Beim 1-2 gegen Philadelphia erwiesen sich Claude Giroux und Jakub Voracek mit ihrem verwandelten Versuchen im Penaltyschießen als Spielverderber und in der Partie gegen die Blues ließ sich deren Schlussmann Brian Elliott erst in der Schlussphase von Henrik Zetterberg zum 1-2 Endstand bezwingen.

Gegen ihre nächsten Gegner, die Sabres, die Ducks und die Islanders möchte Detroit nun endlich wieder doppelt punkten.

9. New York Islanders (24-15-6, Verfolger)

Auf eine relativ geruhsame Woche können die Islanders zurückblicken. Sie hatten in den vergangenen sieben Tagen nur eine Partie zu bestreiten. Die Canucks gaben sich am vergangenen Sonntag die Ehre in Brooklyn und entführten mit 2-1 Toren nach Penaltyschießen einen Punkt.

Aufgrund der Spielanteile und einem Torschussverhältnis von 48-26 war es ein sehr glücklicher Sieg der Westkanadier. Lange Zeit hatte es sogar danach ausgesehen, als würde Gästeschlussmann Ryan Miller den Islanders diesen Abend völlig vermiesen, doch in der Schlussminute der regulären Spielzeit sorgte Ryan Strome doch noch für den hochverdienten Punktgewinn.

In den kommenden vier Tagen müssen die Islanders gleich dreimal antreten. Es geht für sie gegen die Senators, die Flyers und die Red Wings.

10. San Jose Sharks (24-18-3, nicht gelistet)

Von 0 auf 100, rein in die Top 10, spielten sich die Sharks, die seit dem 9. Januar sieben Spiele hintereinander punkten konnten.

In den letzten sieben Tagen fuhren die Nordkalifornier fünf von sechs möglichen Zählern ein - nur gegen die Senators mussten sich die Sharks nach Penaltyschießen mit 3-4 SO geschlagen geben. Auch in den drei weiteren Partien, gegen Edmonton (2-1 SO), Dallas (4-3 OT) und Arizona (3-1), ging es sehr knapp zu, doch in den entscheidenden Momenten waren die Sharks hellwach und verließen letztendlich als verdiente Sieger das Eis. Ihre Matchwinner waren Joonas Donskoi, als Penaltyschütze gegen die Oilers, Tomas Hertl, der in der Verlängerung im Spiel gegen die Stars traf und Schlussmann Martin Jones, als herausragender Rückhalt beim Gastauftritt in Arizona.

In ihren nächsten drei Begegnungen, die Wild, die Kings und die Avalanche sind zu Gast im SAP Center von San Jose, können die Sharks beweisen, ob sie sich diesen Platz in der Bestenliste verdient haben.

Die Verfolger: Minnesota Wild, Boston Bruins, Montreal Canadiens, Florida Panthers, Colorado Avalanche

Von Vorwoche nicht mehr gelistet: Arizona Coyotes

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