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Kühnhackl und Streit holen Stanley Cup

Der Deutsche und der Schweizer bleiben ohne Einsatz im Finale, sind aber Teil des Meisters

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

PITTSBURGH - Tom Kuhnhackl und Mark Streit durften zwar beim entscheidenden Sieg in Spiel 6 wie in der gesamten Finalserie nicht mitspielen, trotzdem dürfen sich beide nach dem 2-0 Erfolg der Pittsburgh Penguins gegen die Nashville Predators in der Bridgestone Arena am Sonntag Stanley Cup Sieger 2017 nennen.

"Ich habe noch weniger Worte als letztes Jahr", sagte Kühnhackl zu NHL.com/de. "Es ist schwierig ihn einmal zu gewinnen und dann zum zweiten Mal hintereinander mit der Truppe zu gewinnen ist ein unbeschreibliches Gefühl."

Während es für den 25-jährigen Landshuter bereits der zweite Stanley Cup ist und er damit mit Uwe Krupp (1996, 2002) gleichzieht, krönt der 39-jährige Berner seine Karriere, in der er zahlreichen Schweizern mit seinem Vorbild den Weg in die NHL bereitete.

"Es ist eine Riesensache mit dieser Mannschaft den Stanley Cup gewonnen zu haben", sagte Streit zu NHL.com/de mit seiner fünf Monate alten Tochter im Arm. "Ich bin überglücklich. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl für mich."

Streit ist der erste Schweizer Feldspieler, der den Stanley Cup gewinnen konnte, nachdem seine Vorgänger David Aebischer (2001) und Martin Gerber (2006) Torhüter waren. Seit elf Jahren schaffte es kein Eidgenosse mehr auf den Eishockey-Thron der NHL, obwohl die Zahl der Spieler aus dem Alpenstaat in Nordamerika stetig wächst.

"Die Schweiz hat die letzten Jahre eine unglaubliche Entwicklung hingelegt und es war überfällig, dass wir auch im Stanley Cup Finale vertreten waren", sagte Streit.

Video: SC Sieger: Mark Streit

Trotz fehlendem Einsatz in der Finalserie und nur drei Auftritten in den Playoffs insgesamt hat sich damit der Wechsel von Streit zur Trading Deadline am 1. März von den Philadelphia Flyers über die Tampa Bay Lightning zu den Penguins gelohnt.

"Es war sicher keine einfach Zeit für mich zuletzt", sagte Streit. "Die Situation war schwierig aber ich meine Rolle so gut wie möglich ausgefüllt und denke, dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe. Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl."

Ein Wehrmutstropfen ist, dass Streit sich nicht qualifiziert hat, seinen Namen auf dem Stanley Cup zu verewigen. Wegen des fehlenden Einsatzes in der Finalserie und nur 19 Spielen in der regulären Saison für Pittsburgh erfüllt er nicht die Kriterien und das Team müsste eine Ausnahmegenehmigung bei der Liga stellen. Deswegen ist fraglich, ob das Team ihm den Tag mit dem Cup zugesteht. Weiterhin läuft sein Vertrag Ende Juni aus. Noch ist unklar, ob Streit noch ein weiteres Jahr in der NHL spielen wird.

"Meine Karriere war die letzten Jahre nicht immer mit Erfolg gekrönt mit nicht zu vielen Playoffs und ich hatte mit einigen Verletzungen zu kämpfen", sagte Streit. "Ich hatte das Glück, dass ich in Pittsburgh gelandet bin und es ist schon ein wenig eine Krönung für die ganzen Jahre. Ich bin schon sehr stolz darauf."

Doch Gedanken an ein Ende der Karriere wischt Streit nach kurzer Überlegung von sich. "Nein, ich denke nicht. Dafür spiele ich noch zu gerne Eishockey."

Kühnhackl hat noch ein weiteres Jahr Vertrag und wird nach Pittsburgh zurückkehren, sofern er nicht getradet wird oder die Las Vegas Golden Knights ihn im Rahmen des Expansion Draft auswählen.

"Was immer passiert, passiert, das gehört hier in der NHL dazu", sagte Kühnhackl. "ich denke jetzt aber noch nicht daran und genieße einfach den Moment."

Video: PIT@NSH, Sp6: Penguins feiern Stanley Cup Sieg

Eines hat Kühnhackl Krupp und auch Streit definitiv voraus. Durch seine 57 Spiele in der regulären Saison hat er sich erneut dafür qualifiziert, dass sein Name auf dem Stanley Cup eingraviert werden wird und sehr wahrscheinlich auch den Tag mit dem Cup bekommt. Krupps Name fehlt für das Jahr 2002 auf dem Pokal, weil er auch nicht die erforderliche Anzahl von Spielen hatte.

"Ich wusste das nicht, dass ich als erster Deutscher zum zweiten Mal darauf stehen werde, aber das macht die Sache natürlich umso schöner", sagte Kühnhackl. "Klar ist es schade, dass ich dieses Jahr im Finale nicht spielen durfte, aber im Endeffekt ist es egal, denn du bist Teil der Mannschaft. Du hast etwas erreicht, was viele vor einem nicht geschafft haben. Das macht einfach nur froh ein Teil dieser Mannschaft zu sein."

Kühnhackl weiß schon genau auf was er sich am meisten freut, wenn er wieder nach Deutschland kommt: "Auf eine Leberkässemmel!"

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